Gefahren am Gleis Bahn startet Sicherheits-Kampagne mit Schockvideos

"Bitte gehen Sie von der Bahnsteigkante weg!": Durchsagen wie diese reichen offenbar nicht, um leichtsinnige Reisende auf die Risiken am Gleis aufmerksam zu machen. Weil zu viele Menschen bei Unfällen starben, will die Bahn nun aufklären - mit Videos, die aufschrecken.

Leichtsinn am Frankfurter Hauptbahnhof (Archiv): Reisende übertreten Sicherheitslinie
AP

Leichtsinn am Frankfurter Hauptbahnhof (Archiv): Reisende übertreten Sicherheitslinie


Berlin - Gegen gefährlichen Leichtsinn an Gleisen setzt die Deutsche Bahn jetzt auf Kurzfilme mit Schockeffekt. Am Donnerstag startet sie eine Aufklärungskampagne, die speziell an Jugendliche gerichtet ist. "Wir beobachten, dass sich Jugendliche zunehmend leichtfertig und leichtsinnig verhalten", sagte eine Bahnsprecherin am Mittwoch in Berlin. Dazu gehöre vor allem das Spielen auf Bahnsteigen und das Übertreten der weißen Sicherheitslinie.

Die 40 Sekunden langen Spots zeigen, wie schnell Unachtsamkeit zur Lebensgefahr wird: Schüler werfen sich über ein Gleis einen Rucksack zu. Eine junge Mutter plaudert am Handy und lässt ihren Kinderwagen dabei an die Bahnsteigkante rollen. Ein Mädchen hört Musik über Kopfhörer, flirtet dabei und bekommt die Warndurchsage nicht mit. Am Ende jedes Films rast ein Zug vorbei, das Unglück ist da.

Die Kurzfilme sind ab Donnerstag auf der Internetseite der Bahn und dem Videoportal YouTube zu sehen. Auf Bahnhöfen werden zudem Plakate ausgehängt, die eine Filmszene zeigen und mit "Abstand halten! Vorsicht bei durchfahrenden Zügen" überschrieben sind.

Die Bahn will Jugendliche auch in Schulen direkt ansprechen und dort Mutproben und Gefahren an Bahnanlagen thematisieren. Bei Unfällen an Bahnsteigen sind von 2006 bis 2010 nach Angaben des Eisenbahn-Bundesamtes 18 Menschen getötet worden.

jus/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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GM64 14.09.2011
1. Vielleicht sollte man das Tragen von Kopfhörern im Bereich
der Gleisanlagen generell verbieten. Ich würde es auch beim Fahrrad fahren verbieten.
XmexxX 14.09.2011
2. ...
Gute Idee, bleibt bloß abzuwarten ob sich die Kinder und Jugendlichen davon beeindrucken lassen.
inci 14.09.2011
3. oooo
Zitat von GM64der Gleisanlagen generell verbieten. Ich würde es auch beim Fahrrad fahren verbieten.
ist es das nicht schon? aber vielleicht sollte die bahn das radeln mit kopfhörer auf dem bahnsteig verbieten. lächerlich, sagen sie? nee, alles schon selbst erlebt.
XmexxX 14.09.2011
4. ...
Zitat von inciist es das nicht schon? aber vielleicht sollte die bahn das radeln mit kopfhörer auf dem bahnsteig verbieten. lächerlich, sagen sie? nee, alles schon selbst erlebt.
und dann bräuchte man jemanden, der das auch durchsetzt, quasi die exicutive des bahnsteigs. denn von selbst hält sich ja eh niemand dran.
GeorgAlexander 14.09.2011
5. Selbstverantwortung nimmt scheinbar ab
Das Gefahrenbewusstsein nimmt in dem Maße ab wie zunehmende Sicherheitssysteme ('Assistenten') einem die Verantwortung abnehmen. Alte Weisheit. Als ABS eingeführt wurde, haben sich auch erstmal viele 'Sport'-fahrer auf vereister Straße langgelegt... Eine andere Sache ist es aber, warum wir im Zusammenhang mit Schienenverkehr und Fahrgästen immer noch den 'Sicherheits'-stand von 19.. haben? Z.B. unbeschrankte Bahnübergänge, mit über 100 Km/h ein- und durchfahrende Züge an offenen Bahnsteigen, nicht angepasste Bahnsteighöhen- und abstände, vereiste Bahnsteige im Winter, ... In anderen Ländern gibt es geschlossene Bahnsteige seit Jahrzehnten!
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