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Genervte Passagiere: Deutsche Bahn will englische Durchsagen reduzieren

Dem berühmt-berüchtigten "senk ju vor träwelling" droht das Aus - zumindest auf einigen Strecken: Die Deutsche Bahn hat angekündigt, künftig weniger Ansagen ins Englische zu übersetzen. Der Fahrgastverband applaudiert.

ICE-Zug bei Hamburg: Englischsprachige Ansagen sorgen manchmal für Erheiterung Zur Großansicht
dpa

ICE-Zug bei Hamburg: Englischsprachige Ansagen sorgen manchmal für Erheiterung

Berlin - Im ICE verdreht mancher Fahrgast schon die Augen, wenn sich der Zugchef über Lautsprecher meldet. Kurz vor dem nächsten Halt verkündet er die Anschlussverbindungen - erst auf Deutsch und dann noch einmal auf Englisch. Künftig will sich die Bahn kürzer fassen und den Reisenden unterwegs mehr Ruhe gönnen. Mehrsprachige Durchsagen sollen "auf Strecken und Bahnhöfe konzentriert werden, wo internationale Gäste unterwegs sind", kündigte Bahnchef Rüdiger Grube in der "Wirtschaftswoche" an. Denn lange Wortmeldungen nerven vor allem treue Vielfahrer, wie Fahrgastvertreter monieren.

Eingeführt hatte der bundeseigene Konzern die englischen Durchsagen - über deren Aussprache sich manch ein Passagier auch amüsierte - auf Schienen und an größeren Stationen 2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Danach wurde es für ICE, Intercity und Eurocity beibehalten, da die Resonanz während der WM positiv war, wie die Bahn damals feststellte. Davor gab es Extra-Ansagen auf Englisch nur in Fernzügen auf internationalen Strecken und vor Flughafenbahnhöfen.

Dass künftig wieder weniger mehr ist, begrüßt der Fahrgastverband Pro Bahn. "Die Leute werden bei häufigen Halten durch viele Ansagen genervt", sagte der Vorsitzende Karl-Peter Naumann am Montag. Daher sei es richtig, die englischen Texte "auf ein vernünftiges Maß" zu reduzieren. An großen Haltestellen wie den Hauptbahnhöfen in München oder Köln sollten Reisende weiterhin auf Englisch begrüßt und etwa auf das Bordrestaurant hingewiesen werden. Bei Störungen sei dies ebenfalls ein notwendiger Service.

Wenn der Zug aber zum Beispiel auf Bochum Hauptbahnhof zurolle, sei es doch überflüssig, statt "nächster Halt" auch noch "next stop" dazuzusagen. "Das verstehen ausländische Reisende mit deutschem wie mit englischem Vortext", sagte Naumann. Jenseits großer Umsteige-Bahnhöfe wie Berlin oder Frankfurt am Main Hauptbahnhof brauche es an Stadtteil-Stationen wie Berlin-Gesundbrunnen oder Frankfurt-Süd eigentlich auch keinen Sonderhinweis. An kleineren Orten, in denen viele Touristen aussteigen, sei dies aber wieder sinnvoll.

Zu einem Klassiker unter Bahnfahrern hat es die Abschiedsfloskel "Thank you for travelling with Deutsche Bahn" (Danke für Ihre Reise mit der Deutschen Bahn) gebracht - in leicht spöttischer Form sogar als Buchtitel "Senk ju vor träwelling". Doch das dürfte bald seltener erklingen.

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Sascha Meyer, dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 151 Beiträge
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1. .
zch 13.09.2010
Zitat von sysopDem berühmt-berüchtigten "senk ju vor träwelling" droht das Aus - zumindest auf einigen Strecken: Die Deutsche Bahn hat angekündigt, künftig weniger Ansagen ins Englische zu übersetzen. Der Fahrgastverband applaudiert. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,717233,00.html
Hehe... Das geht ja noch... In manchen Ländern werden alle Durchsagen in der Bahn nacheinander auf vier oder fünf verschiedenen Sprachen getätigt... ;-)
2. noch schlimmer ist...
Oskar ist der Beste 13.09.2010
naja was noch unangehmer ist, dass bei den ICE, die nachts verkehren, das Licht brennt und zu dem auch noch staendig bei jedem Halt Ansagen gemacht werden, und das ist richtig nervend und schlafstoerend.
3. Na,
elster2 13.09.2010
es gibt also doch noch gute Nachrichten !
4. Genervte Passagiere
Montanabear 13.09.2010
Zitat von sysopDem berühmt-berüchtigten "senk ju vor träwelling" droht das Aus - zumindest auf einigen Strecken: Die Deutsche Bahn hat angekündigt, künftig weniger Ansagen ins Englische zu übersetzen. Der Fahrgastverband applaudiert. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,717233,00.html
Das finde ich schade. Ich habe mich über die englischen Durchsagen gefreut. Ich dachte: "Aha ! Jetzt sind die auch im 21. Jahrhundert angekommen!" Ist das bloss wieder eine fremdenfeindliche Reaktion ? I|n allen anderen Ländern der Welt hört man doch auch englische Durchsagen. Was kommt als Nächstes dran : die Flughafendurchsagen ? Doch wohl nicht.....
5. Exit to the right in the direction of travel
travelfox42 13.09.2010
In der S-Bahn nervt mich viel mehr das ständige "Austeigen in Fahrtrichtung links - exit to the left in the direction of travel" Ja wie denn sonst? Muss man wirklich immer das nervige Anhängsel "in Fahrtrichtung" dazusagen? Rechts und links beziehen sich doch nun mal immer auf vorn, und das ist nun mal immer "in Fahrtrichtung". "Ausstieg links" würde doch wohl völlig reichen, oder?
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