Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Urteil: 40 Prozent Anzahlung bei Pauschalreise sind zu viel

Wie viel Vorkasse ist gerechtfertigt? Ein Reiseunternehmen verlangte von seinen Kunden 40 Prozent Anzahlung und das schon 45 Tage vor Reiseantritt. Zu Unrecht, wie ein Gericht feststellte.

Dresden - Anbieter von Pauschalreisen dürfen von ihren Kunden nicht 40 Prozent des Reisepreises als Anzahlung verlangen. Das berichtet die "Monatsschrift für Deutsches Recht" unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden. Nach Auffassung des Gerichts benachteiligt diese hohe Anzahlung Kunden in unangemessener Weise.

Das Gericht erklärte mit seinem Spruch die entsprechenden Klauseln in den allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Pauschalreiseanbieters für nichtig. Es bestehe kein nachvollziehbarer Grund, warum der Kunde solch eine hohe Anzahlung aufbringen und damit quasi in Vorleistung treten müsse.

Ebenso beanstandeten die Richter Geschäftspraktiken, bei denen der Restbetrag bereits 45 Tage vor Reiseantritt fällig ist. Dadurch werde das gesetzlich verankerte Prinzip des "Zug um Zug" von Leistung und Gegenleistung ohne Not außer Kraft gesetzt. Anzahlungen um die 20 Prozent sah das OLG dagegen als vertretbar an.

Aktenzeichen: 8 U 1900/11

dkr/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Getty Images
Wie viel Geld bringt eine Kakerlake? Was tun, wenn nach dem Bad im Pool die Haare grün sind? Wenn Touristen vor Gericht gehen, müssen immer wieder bizarre Fälle verhandelt werden. Kennen Sie Ihr Recht im Urlaub? Finden Sie es heraus im Reisequiz von SPIEGEL ONLINE!