Reiserecht Baustellenlärm im Urlaub ist ein erheblicher Reisemangel

Presslufthammerlärm schon beim Frühstück? Lautstarke Handwerker, die man noch am Strand hört? Ist das Hotel eher Baustelle als Ruhepol dürfen Urlauber ihr Geld zurückverlangen - es handelt sich laut Gericht um einen erheblichen Mangel.


Frankfurt am Main - Dauerlärm von einer Baustelle im Hotel nervt - und Urlauber müssen sich ihn auch nicht gefallen lassen. Im Gegenteil: Sie bekommen für diesen Ärger einen Teil des Reisepreises von ihrem Veranstalter zurück.

Angemessen seien 35 Prozent, urteilte das Landgericht Frankfurt in einem Fall, bei dem der Kläger eine Pauschalreise nach Mauritius gebucht hatte und sich im Hotel tagsüber Presslufthammer- und Kreissägenlärm sowie die lauten Rufe der Bauarbeiter anhören musste. Das ist nach Ansicht der Richter ein klarer Reisemangel, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

Das Gericht war nach Prüfung der Fakten - unter anderem des Bauplans der Hotelanlage - zu der Überzeugung gekommen, dass der Lärm auf dem gesamten Gelände zu hören war. Zwischen Baustelle und den Hotelzimmern, dem Restaurant und dem Strand lagen nur wenige hundert Meter.

Weil die Restaurants offen waren, mussten sich die Urlauber auch beim Frühstück und Mittagessen den Lärm der Maschinen anhören. Es sei deshalb von einer massiven Beeinträchtigung des Urlaubs und entsprechend von einem erheblichen Reisemangel auszugehen. Der Reisepreis von 5344 Euro musste deshalb um gut 1870 Euro gemindert werden.

Aktenzeichen: 2-24 O 31/12

dkr/dpa

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