Pilotenstreik bei Germanwings geht weiter 180 Flüge fallen Freitag aus

Die Germanwings-Piloten setzen ihren Streik fort. Bis zum Abend sollten bundesweit rund 180 Flüge gecancelt werden. Der zweitägige Arbeitskampf endet um Mitternacht. Die meisten Passagiere konnten umbuchen oder auf die Bahn ausweichen.

Germanwings-Maschinen bleiben am Boden: Noch bis Mitternacht wird gestreikt.
DPA

Germanwings-Maschinen bleiben am Boden: Noch bis Mitternacht wird gestreikt.


Köln - Bei der Fluggesellschaft Germanwings haben die Piloten ihren Streik fortgesetzt. Bis zum Abend sollten bundesweit rund 180 Flüge ausfallen. Der zweitägige Ausstand endet um Mitternacht. "Dann geben wir der Lufthansa Zeit, sich vielleicht mit einem Angebot bei uns zu melden, das dann endlich einmal verhandlungsfähig sein sollte", sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit.

Am Flughafen Köln/Bonn fielen 43 von 100 geplanten Flügen aus, in Düsseldorf wurden 24 Ankünfte und 25 Abflüge gecancelt, hieß es bei den jeweiligen Airports. Die Situation in den Schalterhallen sei aber wie am Vortag sehr ruhig und entspannt gewesen.

Es sei aber am Freitag erneut gelungen, mit zusätzlichen Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften und die Bahn rund 80 Prozent der Gäste ans Ziel zu bringen, betonte ein Firmensprecher in Köln. Am Samstag sollte der Normalbetrieb sehr schnell wieder hochgefahren werden, kündigte er an.

Insgesamt hatte Germanwings für Donnerstag und Freitag vorsorglich knapp 340 von rund 900 geplanten Flügen abgesagt. Ist der Flug gestrichen, dürfen betroffene Passagiere auf der Webseite oder über das Call Center (0180-6320320) kostenlos umbuchen oder stornieren, teilt Germanwings mit. Fluggäste auf innerdeutschen Verbindungen können einen Gutschein für die Bahn nutzen. Verspätet sich ein Flug oder fällt ganz aus, steht Passagieren keine Ausgleichszahlung nach EU-Recht zu. Denn ein Streik gilt als höhere Gewalt.

Die Gewerkschaft Cockpit und Lufthansa streiten im aktuellen Tarifkonflikt unter anderem über die Übergangsversorgung der Piloten vor dem Renteneintritt.

dpa/beh



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weltenbummler20 14.02.2015
1. Piloten bei German Wings sind viel zu teuer
Personalkosten Ein Faktor sind dabei die stark unter- schiedlichen Pilotengehälter: Ein Germanwings-Kapitän kommt nach zehn Jahren auf eine Grundvergütungvon 171 0 0 0 Euro im Jahr und er- reicht damit fast Lufthansa- Niveau. Davon ist ein gleich qualifizierter Eurowings-Kolle- ge mit einem Jahresgrundge- halt von 101 0 0 0 Euro meilen- weit entfernt, er erhält weder Betriebsrente noch Über- gangsversorgung und muss dennoch mehr fliegen. Auch den Eurowings-Tarifvertrag hat die VC gerade für fünf Jah- re neu ausgehandelt, aller- dings unter dem Drohszenario massiver Jobverluste
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