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Cape, Latz, Licht: Geschenketipps für Radfahrer

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Weihnachten sollte auch für passionierte Radler ein Fest der Freude werden. Darf es vielleicht ein Zweit- oder Drittrad sein? Oder doch lieber ein cleverer Regenschutz, ein Schloss zum Umschnallen oder Pedale mit Holzcharme?

Wer wissen will, welch enormen Aufschwung der Fahrradmarkt in den vergangenen Jahren genommen hat, braucht sich nur die vielen innovativen Produkte anschauen, die es inzwischen dafür gibt. Der Hype ums Rad ist längst auf Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter angekommen. Kürzlich sammelte ein New Yorker Start-up mal eben 700.000 US-Dollar ein, um einen E-Bike-Nachrüstsatz bauen zu können.

Gute Nachrichten für Radfahrer sind auch: Kleine Fahrradschmieden entwickeln Bikes, die man im Sortiment der großen Hersteller kaum findet. Und auf dem Zubehörmarkt tummeln sich immer mehr Anbieter, die großen Wert auf Stil, Praktikabilität und Ökologie legen. Nicht alle Bike-Gadgets gibt es im Fahrradladen um die Ecke - dafür aber fast immer online.

Wir haben eine Auswahl an Geschenkideen zusammengestellt:

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Musguard

Ein Schutzblech zum Einrollen

Ein klassisches Single-Speed-Bike sieht einfach gut aus: filigraner Rahmen, klare Linien, kein Schnickschnack. Schutzbleche würden da nur stören. Bei schönem Wetter ist das kein Problem. Wer aber schon mal 15 Minuten im strömenden Regen auf einem solchen Rad saß, weiß, wie schnell Hintern und Rücken nass werden.

Für plötzliche Regengüsse hat Jurij Lozič aus Slovenien Musguard entwickelt, ein aufrollbares Plastikschutzblech. Bei Sonnenschein verschwindet es in der Tasche oder hängt eingerollt am Oberrohr - bei Regen hat man es in wenigen Sekunden montiert. Mehrere Jahre hat Lozič an Material, Form und Falttechnik getüftelt. Im Juni 2013 sammelte er 45.000 Dollar Startkapital auf Kickstarter ein.
Preis: 29 Dollar inklusive Versand

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Celverhood

Cape mit Rutschschutz

Wo wir gerade beim Thema Regen sind: Eine Regenjacke ist zwar schön, aber sie schützt die Oberschenkel nicht. Die Amerikanerin Susan Mocarski empfiehlt daher eine altbekannte Lösung: das klassische Regencape. Cleverhood heißt ihr Umhang, der raffinierte Daumenschlaufen besitzt, damit das Cape nicht an den Armen hochrutscht. Die Öffnungen für die Arme werden mit magnetischen Knöpfen geschlossen. Besonders raffiniert gearbeitet ist das im Modell Electric Houndstooth: Die hellen Streifen des karierten Stoffs bestehen aus stark reflektierendem Material. Im Scheinwerferlicht verwandelt sich das dezente Muster in ein leuchtendes Gitter.
Preis: 240 Dollar plus 40 Dollar Versand

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Hiplok

Ein Gürtel als Fahrradschloss

Bügelschlossbesitzer kennen das Problem genau: Auf holprigen Wegen fangen die meisten Schlösser an zu klappern - und das kann ganz schön nerven. Fahrradkuriere klemmen ihr Schloss in den Gürtel. Es geht aber auch anders, wie die Lösung der britischen Firma Hiplok zeigt: Man trägt das Schloss am Körper wie einen Gürtel. Mit einem Klettverschluss wird die Länge so eingestellt, dass nichts rutscht.
Preis: 60 Euro

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Trelock

Akku-Leuchte mit Auszeichnung

Seit diesem Jahr müssen Fahrräder nicht mehr zwingend einen Dynamo besitzen - der Strom für die Lampen darf auch aus einem Akku kommen. Allerdings müssen die Leuchten den Akkuladestand anzeigen. Diese Bedingung erfüllt das Top-Modell LS 950 ION aus dem Hause Trelock selbstverständlich. Die Frontleuchte erreicht bis zu 70 Lux, die Lichtstärke kann zwischen 10 und 70 Lux eingestellt werden. Das Display zeigt auch die Restleuchtdauer in Stunden und Minuten an. Die Stiftung Warentest kürte den LED-Frontscheinwerfer kürzlich zum Testsieger.
Preis: 130 Euro.

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Rabeneick

Stadtrad als Leichtbau

Kann ein Fahrrad zugleich alltagstauglich, leicht und günstig sein? Eigentlich nicht, denn Leichtbau beim Rad kostet extra. Der Hersteller Rabeneick hat mit seinem Modell Niagara Duomatic aber ein Rad im Programm, das unter zwölf Kilogramm wiegt und trotzdem mit einer guten Lichtanlage und Schutzblechen bestückt ist.

Rabeneick verzichtet ganz bewusst auf Federgabel und eine schwere Gangschaltung. Das Rad hat nur zwei Gänge (Sturmer Archer Duomatic), und das reicht in flachen Städten auch vollkommen aus. Einziger Minuspunkt ist das Schutzblech am Hinterrad, das auf schlechten Wegen schwingt und gegen das Hinterrad schlagen kann. Abhilfe verschafft eine zusätzliche Strebe.
Preis: 650 Euro

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MOTO Bicycles

Pedale mit Stil

Das Moto Pedal sieht aus, als bestünde es komplett aus Holz. Doch der Eindruck täuscht: Im Innern stecken eine Edelstahlachse und Tragschalen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Trittfläche ist mit einer rauen Folie beklebt, die auch auf Skateboards zum Einsatz kommt. Die große Kontaktfläche soll für ein besonders gutes Fahrgefühl sorgen, verspricht Alireza Barjesteh. Der Berliner BMX-Fahrer hat die Pedale entwickelt. Abrutschen sei so gut wie ausgeschlossen.
Preis: 155 Euro

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brompton.de | pd-f

Faltwunder aus London

Das Brompton ist längst ein Klassiker. Das Design stammt aus den Siebzigern, im Jahr 1981 begann die Serienproduktion. Das Design wurde seitdem immer weiter verbessert - am Konzept hat sich jedoch nichts geändert. Das Brompton lässt sich binnen Sekunden auf die Größe eines kleinen Koffers zusammenfalten. Beim Packmaß schlägt es Konkurrenten wie das Birdy des deutschen Herstellers Riese und Müller locker. Die Auswahl bei Lenker, Sattel, Lackierung und Zubehör ist groß - Kunden können sich ihr Brompton frei konfigurieren.
Preis: Die einfachste Ausführung, das Modell S1E ohne Gangschaltung und Schutzbleche, kostet rund 1200 Euro. Man kann jedoch je nach Ausstattung auch doppelt so viel ausgeben.

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Fahrer Berlin

Latz fürs Rad

Wenn die Straßen voller Pfützen sind, helfen auch Schutzbleche nur bedingt. Damit bei einer solchen Spritztour die Füße trotzdem trocken bleiben, hat die Firma Fahrer Berlin Latz entwickelt - einen Lappen für die Schutzbleche. Davon profitieren übrigens auch Hinterherfahrende. Der Latz wird aus recycelten Lkw-Planen hergestellt. Es gibt ihn in zwei Breiten für Stadt- und Rennräder.
Preis: 10 Euro.

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Busch und Müller

Blender im Mini-Format

Hat Ihr Rad noch kein LED-Frontlicht? Ein besonders lichtstarkes und zugleich kompaktes Modell bietet die Firma Busch und Müller an. Lumotec IQ2 Eyc heißt die Lampe, die 50 Lux erreicht und den Strom vom Dynamo bekommt. Das Frontlicht wird in drei Ausführungen angeboten: mit und ohne Anschalter und mit zusätzlichem Tagfahrlicht. Über ein Standlicht verfügen alle drei Varianten.
Preis: Die Listenpreise liegen bei 50, 55 und 60 Euro, man bekommt die Lampe aber schon ab 40 Euro.

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Bookman

Reflektoren mit Magnetwirkung

Tragen Sie auch am liebsten dunkle Sachen - und zwar auch auf dem Rad? Wenn Sie trotzdem bei Dunkelheit nicht übersehen werden wollen, könnten die magnetischen Reflektorpunkte der schwedischen Firma Bookman interessant für Sie sein. Das Prinzip ist von Kühlschrankmagneten bekannt - nur dass hier kein Spruch oder Foto auf der elastischen Magnetfläche klebt, sondern stark reflektierende Folie in Rot oder Weiß. Die Punkte verteilt man einfach über seinen Rahmen. Achtung: Dieser muss aus Stahl sein, auf Aluminium halten die Reflektoren nicht.
Preis: 9 Euro.

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Schindelhauer

Cityflitzer als Wandschmuck

Die Berliner Fahrradschmiede Schindelhauer hat mit dem ThinBike ein Rad im Programm, das kaum aufträgt. Die Anleihen bei BMX-Rädern sind kaum zu übersehen. Das Thinbike rollt auf 24-Zoll-Rädern und hat eine Zweigangschaltung, Zahnriemenantrieb und vorn eine Scheibenbremse. Die Pedale lassen sich umklappen, so dass das Rad kaum Platz wegnimmt, wenn man es an der Magazin-Wandhalterung verstaut. Es gibt nur eine Rahmengröße.
Preis: 1150 Euro.

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Continental

Winterschlappen für Asphalt

Für Autofahrer sind Winterreifen ja mittlerweile Pflicht. Aber auch sicherheitsbewusste Radfahrer können die Winterversionen aufziehen - etwa das Modell Contact Winter II Premium von Continental. Spikesreifen wären natürlich auch eine Option, aber diese haben den Nachteil, dass sie auf Asphalt schlecht rollen und obendrein Nägel gern verlieren. Das Lamellenprofil und die spezielle Gummimischung sollen auf Schnee und Eis für guten Halt sorgen, verspricht der Hersteller. Billig sind die Winterreifen allerdings nicht.
Preis: 70 Euro.

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Zum Autor
  • Erik Seemann
    Holger Dambeck, Jahrgang '69, arbeitet seit 2004 als Wissenschaftsredakteur bei SPIEGEL ONLINE. Er fährt praktisch täglich Fahrrad und hat schon diverse Urlaube im Sattel verbracht.