Braunlage wirbt bei den Briten Get naked!

Die Briten sind weltweit berühmt für ihre kuriosen Wettbewerbe - etwa das Moorschnorcheln. Jetzt wollen die Veranstalter des "Nacktrodelns" in Braunlage die Insulaner auch für ihr eisiges Event erwärmen. Diese lässt die Aussicht auf Haut und Harz eher kalt.

DPA

Forget Sochi, welcome to the Harz Mountains! Der wahre sportliche Wettkampf findet in Braunlage statt, dem "lebendigen Kurort", der "weiß, wie man sich gehen lässt" - mit blumigen Worten versprechen die Veranstalter des diesjährigen Nacktrodelns in Niedersachsen einiges, um erstmals auch britische Teilnehmer für ihr zugiges Rennen zu begeistern.

Zumindest zwei von ihnen wollen sie mittels Aufruf zu dem diesjährigen Termin am 15. Februar einladen. Welcher Teil der Ankündigung dabei Humor sein soll und welcher Ernst, ist dabei ein Rätsel, das die Briten selbst lösen müssen - was sie auf typisch britische Art auch versuchen. Oder auch nicht.

Die Boulevardzeitung "Daily Star" etwa zeigte das Video zu dem Aufruf, den die in London ansässige Eventagentur Chillisauce gestaltet hat, mit der Überschrift "Dein Land braucht dich wie nie zuvor", einem abschließenden Toast auf die Queen und dem Hinweis auf die möglichen 1000 Euro Preisgeld. Der "Telegraph" hingegen sinnierte über die nationale Bedeutung dieses wohl "exzentrischsten alternativen Olympia-Events" und offenbarte dabei auch tiefergehende Kenntnisse der deutschen Kultur.

"Wettbewerbe an der Grenze zum Bizarren"

Dass ein so freizügiger Wettbewerb in Deutschland stattfindet, sei schon mal keine Überraschung, schreibt Reisekolumnist Adrian Bridge, der früher als Berlin-Korrespondent tätig war. Schließlich seien die Deutschen ja bekannt dafür, dass sie alle Aktivitäten lieben, die FKK einschließen - etwas, das sie selbst als Freikörperkultur bezeichneten, das für Briten aber nichts als "blanke Nacktheit" bedeutet.

Tatsächlich freut sich natürlich auch so mancher seiner Landsmänner über nackte Haut, wie die Kommentare zum Text zeigen: Der Name des Wettbewerbs sei irreführend, heißt es da. Bei dieser "Naked Sledding World Championship" seien die Teilnehmer ja gar nicht vollständig nackt, schließlich sind Helm und Höschen Pflicht. "Booooooring", sei das. "Langweilig!" Ein paar bloße Brüste? Für die Briten nicht genug.

Ob die Harzer sich wirklich auf die "britische Invasion" gefasst machen müssen, die der Veranstalter ankündigt, muss sich also erst noch beweisen. Dass wir Deutschen uns mit einem solchen Event aber wieder einmal in für uns typischer Weise hervortun, scheint für "Telegraph", "Star" und Co. hingegen längst klar.

"Deutschland hat eine Art Ruf, Wettbewerbe an der Grenze zum Bizarren auszurichten", heißt es auch in der eigenen Ankündigung. Jetzt sei es an zwei "ballsy" (mutige) Briten, endlich ebenfalls alle Hemmungen abzulegen und der Welt beim Rodeln zu zeigen, wie "great" Britain ist.

emt

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spon-facebook-10000523851 17.01.2014
1. ?
Und was soll der Bloedsinn ? Gehen da wirklich Zuschauer hin um sich ein paar halbnackerte rodeln gehen ? Gibt's da tatsaechlich Rodler die glauben , dass rodeln in Unterhosen was ganz tolles ist ? Was kommt dann dran ? Spaghettikochwettbewerb nur mit Schuerze ? Tut mir leid, es wird immer peinlicher.
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