Online-Angebotsvergleich Google bietet Flug-Suchmaschine an

Auf dem lukrativen Markt der Online-Reisevermittler mischt nun auch Google mit. Kunden können Flugpreise Dutzender Airlines vergleichen und auf deren Seiten buchen. Manchmal empfiehlt die Seite auch einen Besuch im Reisebüro.

Flugsuche mit Google: Die Übersichtskarte zeigt aktuelle Preise an
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Flugsuche mit Google: Die Übersichtskarte zeigt aktuelle Preise an


Hamburg - Verbraucher können neuerdings über Google nach Flügen suchen. Die Online-Suchmaschine bietet unter google.de/flights eine Suchmaske an, in die sich Start- und Zielort sowie die Reisezeit eingeben lassen. Google erstellt dann eine Liste mit den Preisen, Flugzeiten und Zwischenstopps der Airlines, die mit Google zusammenarbeiten.

Über ein Balkensymbol können auch die Flugpreise für verschiedene Tage verglichen werden - ein wertvolles Hilfsmittel für Urlauber, die bei den Reisedaten flexibel sind. Schon auf der Startseite ist eine Landkarte zu sehen, auf der aktuelle Flugpreise zu verschiedenen Orten zu sehen sind.

Wählt der Nutzer eine Verbindung aus, erfährt er mehr Details, und es erscheint unten ein roter Buchen-Button. Klickt er den Button an, kann er wählen: Will er direkt bei der Airline buchen? Will er über ein externes Flugbuchungsportal wie Fluege.de buchen? Oder will er über ein Reisebüro buchen?

Diese Auswahl gebe es nicht für jede Verbindung, sagt Klaas Flechsig von Google. Das Reisebüro zum Beispiel wird nur dann aufgelistet, wenn Google recherchiert hat, dass es den Flug auch zu diesem Preis gibt. "Aber den Preis bekommt man eben nur, wenn man im Reisebüro bucht, den gibt es dann online nicht."

Online suchen, offline buchen

Eine Studie von Google in Zusammenarbeit mit TUI Deutschland und dem Marktforschungsunternehmen GfK hat ergeben, dass immer mehr Kunden ihre Reisen zwar im Internet recherchieren, aber dann doch im Reisebüro buchen. Laut ihrer "Customer Journey Travel"-Erhebung hat sich die Anzahl der sogenannten Ropo-Kunden (Research online, purchase offline) im Vergleich zu 2008 verdoppelt. Bei Pauschalreisen beträgt ihr Anteil demnach sogar 65 Prozent.

Insgesamt werde derzeit in Deutschland jede dritte Reise im Internet gebucht. Ein enorm lukrativer Markt also, in dem Google dank Provisionen und Anzeigenerlösen nun mitverdienen will - und der schon von Dutzenden Reisevermittlungs-Webseiten beackert wird. In den USA und in anderen europäischen Ländern hat Google bereits sein Angebot gestartet, seit einigen Tagen ist es auch in Deutschland verfügbar.

Der Vorteil gegenüber anderen Portalen ist laut Flechsig: "Wir sind schneller, weil wir ja viel Erfahrung mit solchen Suchen haben." Direkt buchen können Nutzer über Google nicht. "Wir wollen Fluginformationen auffindbar machen", erklärt Flechsig. Wie viele und welche Airlines mit Google zusammenarbeiten, sagt er nicht. Der Billigflieger Ryanair ist beispielsweise nicht vertreten. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt das Unternehmen nicht. "Es gibt ja sehr viele, sehr kleine Airlines."

sto/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
gerdimaus 30.10.2013
1. Immer mehr Anbieter tricksen.
Bis zu 20 % der Suchmaschinenergebnisse sind jetzt schon fehlerhalt, was nützt die Schnelligkeit,wenn die Ausgangsdaten nicht stimmen,weil immer mehr Anbieter tricksen.
criticalsitizen 30.10.2013
2. Und das alle inkl
denn google machts nict zmsonstm so weden die Flugreise online von 98 auf 99 cent steigen,die "Tax", "Ölzuschläge" und anderen inniovativen Entgelte, von 1000%-2000% davon auf entsprevhend mehr... Slso weiter zm Monopol von Google und Co. Und wiso Mindestlohn? Maximallohn als Diskussionsgrundlage, im Intenet ist doch alles soo schön billig. Und wieso Stuern einnehmen, die lieben Intenet--Konzerne schaffen doch so tolle Arbeitsplätze und zahlen doch so brav ihre Steuern auf den Cayman Inselln oder anderswo?
MDen 30.10.2013
3. Fragwürdig
Dasss in dem Artikel ausgerechnet das äußerst umstrittene Portal fluege.de namentlich erwähnt wird, halte ich in einen Artikel von SPON für ungeheuerlich. Bei denen ändert sich gern mal der Preis während des Buchungsverfahrens oder man kauft "aus Versehen" noch eine Zusatzleistung, weil man irgendwo ein automatisch angekreuztes Kästchen nicht freigeklickt hat. Und mit Kauf und Bezzahlung hat man ja auch noch nicht die Tickets wirklich erhalten.... Außerdem sollte man erwähnen, dass andere Fluprpreisvergleichseiten zum Schaden der Vebraucher herumtricksen: Mittels Cookies wird der Interessent bei der zweiten Suche durch leicht gestiegene Preise in Torschlusspanik versetzt und so zum schnellen Kauf verführt. - Istr mir mal auf einem Gerät aufgefallen, das beim Herunterfahren die Cookies löschte: Morgens gesucht, in der Mittgaspause nochmal geguckt und mit Schrecken die gestiegenen Preise wahrgenommen. Am nächsten Tag und damit nach dem Herunterfahren und Cookieslöschen war der erste, bessere Preis wieder da, mittags wieder der Preisanstieg. Daraufhin hab ich die Cookies selbst gelöscht und genau denselben Effekt erzielt.
c00 30.10.2013
4.
Der Verweis auf den umstrittenen Anbieter fluege.de stammt nicht von SPON, sondern aus der dpa-Meldung. Aber Sie haben natürlich Recht.
mathildesch. 30.10.2013
5. Na, dann heißt es bald nicht mehr nur
"Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, worüber du nachdenkst." (Google), sondern zusätzlich: "Wir wissen wohin du wann fliegst ... " Snowden/NSA-Unterlagen: "Google joined PRISM in January 2009." Larry Page im Juni 2013: Habe ich aus der Presse erfahren .... Mal wieder ein "Google - versehentlich" wie beim weltweiten Einscannen intimster Emails durch Streetview-Autos?
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