Griechenland Skulpturen der Akropolis ziehen um

Schwertransport antiker Schätze: Mit riesigen Kränen werden ab heute Skulpturen und Reliefs der griechischen Akropolis in ein neues Museum transportiert - es ist einer der größten und teuersten Umzüge in der Geschichte Athens.


Athen - An der Akropolis in Athen hat heute der Umzug der antiken Skulpturen begonnen. Drei riesige Kräne hoben zunächst einen Teil des tonnenschweren Parthenonfrieses vom bisherigen Museum zum 300 Meter tiefer gelegenen neuen Museum. Das Flachrelief, das eine Prozession zu Ehren der Göttin Athena zeigt, wurde für den heiklen Transport in einer Metallkiste verstaut.

Damit begann der Umzug von mehr als 300 Skulpturen und Statuen, die in den nächsten Wochen in das unterhalb der antiken Stadtfestung gelegene neue Museum gebracht werden sollen. Außerdem sollen etwa 4000 kleinere Fundstücke aus der klassischen Antike transportiert werden. Ingenieure und Archäologen bezeichneten das Vorhaben als "technisch schwierig, kompliziert und heikel".

Der erste Einsatz der drei Kräne unter den Augen des griechischen Kulturministers Michalis Liapis dauerte bei leichtem Wind eineinhalb Stunden. In sechs Wochen soll der Umzug aus dem Lager des alten Museums abgeschlossen sein. Die Skulpturen sollen dann in dem vom schweizerischen Architekten Bernard Tschumi gebauten neuen Museum zu sehen sein, dessen Fertigstellung eigentlich schon zu den Olympischen Spielen 2004 geplant war. Die griechische Regierung hofft, dass nach der Eröffnung im Jahr 2008 auch Großbritannien bereit ist, die Marmorskulpturen zurückzugeben, die sich als "Elgin Marbles" im Britischen Museum in London befinden.

Einer der Haupteinwände gegen eine Rückkehr der bedeutenden Friese aus dem Parthenon war bislang das Argument, dass es keinen geeigneten Raum im Akropolis-Museum gebe. Die fehlenden Marmorplatten sollen am neuen Ausstellungsort zunächst durch Kopien ersetzt werden. "Die stärkste Unterstützung für unsere Forderungen wird von den Tausenden Besuchern kommen, die die Lücken sehen", sagte Liapis.

Der Umzug wird mindestens 1,6 Millionen Euro kosten. Die antiken Stücke sind dabei mit 400 Millionen Euro versichert. Als Symbol der griechischen Zivilisation in der Antike zählt die Akropolis aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt.

sto/AFP/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.