Gute Vorsätze So wird 2016 ein tolles Reisejahr

Der wichtigste Vorsatz für 2016: mehr erleben! Das Reise-Ressort von SPIEGEL ONLINE hat ein paar Ideen gesammelt, wie Sie im kommenden Jahr unterwegs neue Erfahrungen sammeln können.

Von Stephan Orth, und


Corbis

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Im Urlaub in einem Roman schmökern ist die doppelte Alltagsflucht: Man ist raus aus der vertrauten Umgebung und begibt sich von dort aus in eine Fantasiewelt. Besonders viel Spaß macht es allerdings, wenn das Gelesene noch etwas mit dem Reiseland zu tun hat - lesen Sie mal Hemingway auf Kuba, Orwell in Burma, Joyce in Dublin oder Grass in Danzig. Das muss nicht immer auf der Ferienhausveranda oder im Strandliegestuhl passieren: Die schönsten Orte zum Lesen auf Reisen sammelt das "Blog Eat this Poem".

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Die Heimatstadt erkunden

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre oder die nächstgelegene Stadt - und setzen Sie sich Termine, damit es auch wirklich klappt. Kennen Sie tatsächlich alle Sehenswürdigkeiten? Gibt es Geheimtipps, die Touristen, aber Sie als Einheimischer nicht gesehen haben? Schnappen Sie sich einen Reiseführer (auch mal einen englischsprachigen, zum Beispiel von Rough Guides) oder einen Wanderführer (gibt es auch für Städte und ihre Umgebung wie von Rother), buchen Sie eine Stadtführung mit einem originellem Thema etwa bei Stattreisen.org, kaufen Sie sich ein Ticket für ein bisher nicht besuchtes Theater, Kino oder Museum.

Antje Blinda

Erlebnisse festhalten

Schreiben Sie unterwegs jeden Abend ein paar Anekdoten und Gedanken auf. Oder Notizen über eine Person, die Sie kennengelernt haben. Setzen Sie sich mit Block und Bleistift auf einen Marktplatz oder auf einer Wanderung vor das Zelt und zeichnen Sie die Umgebung. Stellen Sie diesmal endlich ein Fotobuch nach der Reise zusammen. Freuen Sie sich später, dass kostbare Erinnerungen nicht verloren gegangen sind. Ein paar Tagebuch-Tipps finden Sie in diesem "Guardian"-Artikel (auf Englisch) und im "Planet Backpack"-Blog.

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Eine neue Sportart wagen

Mehr Bewegung, dieser beliebte Vorsatz gilt auch im Urlaub. Spaß sollte es aber machen. Das kann, aber muss nicht gleich der Surfkurs auf Fuerteventura, die Skitouren-Ausbildung in Österreich (etwa beim DAV Summit Club) oder der Tauchschein in Thailand sein. Manchmal wird schon ein Tagesausflug im Seekajak, ein Klettersteig-Schnupperkurs am Urlaubsort oder ein Fallschirm-Tandemsprung zum Highlight der Reise. Suchen Sie schon vor der Abfahrt gezielt nach solchen Angeboten, oft muss man sie länger im Voraus buchen. Hilfreich sind da auch die Tourismusverbände vor Ort.

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Vor Ort etwas Gutes tun

Eine wesentliche Erkenntnis des Reisens ist: Uns geht es eigentlich verdammt gut in Deutschland, nur weil wir zufällig mitten in Europa und nicht woanders geboren wurden. Warum also nicht unterwegs mal ein bisschen helfen? Ob auf einem mehrwöchigen Volunteering-Trip (hier ein paar Tipps auf Englisch) oder nur für ein paar Stunden - für jedes Zeitbudget gibt es Möglichkeiten.

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Allein reisen

Pfeifen Sie auf den Terminkalender der anderen, fahren Sie alleine los. Meistens ist das Ergebnis des ersten Solo-Urlaubs: Es ist viel einfacher, spannender und weniger einsam, als man gedacht hätte. Außerdem lernt man garantiert einiges über sich selbst. Hier gibt es einen guten Blog-Artikel zum Thema (auf Englisch).

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Die Welt nach Hause einladen

Niemand muss ein Flugticket buchen, um etwas über ferne Länder zu lernen. Werden Sie Mitglied bei Airbnb oder Couchsurfing oder laden Sie einen Flüchtling zu einem "Welcome Dinner" ein (zum Beispiel in Berlin, Köln, Hamburg oder Mainz). Es war noch nie so einfach, in den eigenen vier Wänden Gäste aus der Ferne willkommen zu heißen. Und irgendwann ist vielleicht ein Gegenbesuch möglich - was garantiert ein unvergessliches Erlebnis wird.

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Kinder zum Reiseleiter machen

Quengelnde Kinder, scheinbar interesselose Teenager - Familienurlaub kann für alle Beteiligten zur Qual werden. Stellen Sie doch mal einen Urlaub unter das Motto Reise-WG oder Familienrat. Schon vorher wird eine Familienkonferenz einberufen, auf der jedes Mitglied einen Wunsch äußern darf und muss. Alle überlegen zusammen, wie der kompatibel umsetzbar ist. Vielleicht macht Geocachen den Waldspaziergang interessanter, Vater und Tochter machen sich mit einem Mietkanu selbständig, auch in Kunstmuseen gibt es Apps für Kinder. Wer ganz mutig ist, überlässt den Kindern die Wahl des Urlaubsziels.

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Träume verwirklichen

Setzen Sie endlich Ihren lang gehegten Reisewunsch um. Als Erstes hinterfragen Sie, warum Sie etwa diese Weitwanderung, den Neuseelandtrip oder die Städtereise mit Kindern bisher nicht auf die Reihe bekommen haben. Liegt es am Geld, an der Kondition oder am Mut? Dann hilft die Politik der kleinen Schritte und langfristige Planung: Legen Sie ein extra Tagesgeldkonto an, auf dem Sie für Ihren Urlaub sparen. Fangen Sie an zu joggen. Suchen Sie sich einen Reisepartner mit Schwung, einen Bekannten oder einen Blogger im Internet, der von seinen Erfahrungen berichtet.

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Mit Freunden verreisen

Trommeln Sie endlich mal wieder ein paar alte Freunde zusammen, um gemeinsam ein verlängertes Wochenende zu verbringen. An der See, in den Bergen, ganz egal. Nur einer muss sich rechtzeitig kümmern. Jetzt sind Sie dran! Klären Sie zeitig: Wer kommt mit? Wann wollen wir fahren, wohin soll es gehen? Termin- und andere Abstimmungen funktionieren super mithilfe des kostenlosen Onlinedienstes Doodle. Sobald klar ist, wie viele Betten für die Sause nötig sind, beginnt die Recherche nach der passenden Unterkunft: Einen Überblick zu Ferienhaus-Spezialisten finden Sie hier, auch auf Airbnb kann man größere Häuser für eine ganze Truppe finden. Das Finetuning der Gruppenreise - Essensplanung, Getränkeeinkauf, Ausflugsprogramm - kann dann noch ein bisschen warten. Hauptsache, Sie haben schon mal den Anfang gemacht.

Mehr Inspiration gefällig? Suchen Sie im Urlaubsziel-Vergleich nach Ihrem Reiseziel für 2016!

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insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
upalatus 31.12.2015
1.
Reisen ist eine schöne Sache. Aber es ist eigenartig, dass sich viele irgendwo weit weg in der Welt besser auskennen, aber nie auf dem Bergerl vor der Haustür waren und schon gar nicht dessen Namen kennen....und das Ganze wär sogar total günstig zu erleben, wenn man nur nicht so tödlich gelangweilt von schnöder Natur wäre....
herr wal 31.12.2015
2. Setzen Sie endlich Ihren lang gehegten Reisewunsch um.
Als Erstes hinterfragen Sie, warum ... * Manchmal wird schon ein Tagesausflug im Seekajak, ein Klettersteig-Schnupperkurs am Urlaubsort oder ein Fallschirm-Tandemsprung zum Highlight der Reise. * Oder vielleicht ein Fallschirm-Tandem-Schnupperkurs mit Seekajak. Doch, ich glaube, das wäre spannend. Soviel ich weiß, hat das auch im Bekanntenkreis noch keiner gemacht. Da hätte mann schon was zu erzählen. Es müßte halt nur gewährleistet sein, dass vor Einbruch der Dunkelheit ein rettendes Ufer erreicht wird. Denn eine Nacht im Kajak stelle ich mir schon ziemlich ungemütlich vor.
Hank Hill 01.01.2016
3. Mein Tip
Reisen Sie 1x im Jahr so weit weg von ihrem Wohnort wie es geht. Auf jeden Fall so weit, daß Sie keine deutschen Nachrichten oder Medien empfangen können. Es ist sehr erholsam sich der deutschen Befindlichkeit zu entziehen. Keine Merkel, keine Grünen, keine Bundesliga und keine Flüchtlinge. Wer es noch nicht weiß wird feststellen, daß die Welt nicht deutsch tickt, Und je weiter man weg ist, desto kleiner und unbedeutender wird die Bundesrepublik. Wie gesagt, sehr erholsam, die Batterien werden aufgeladen und wenn man zurück ist kann man den täglichen Stuß für eine Weile besser ertragen.
muellerthomas 01.01.2016
4.
Zitat von upalatusReisen ist eine schöne Sache. Aber es ist eigenartig, dass sich viele irgendwo weit weg in der Welt besser auskennen, aber nie auf dem Bergerl vor der Haustür waren und schon gar nicht dessen Namen kennen....und das Ganze wär sogar total günstig zu erleben, wenn man nur nicht so tödlich gelangweilt von schnöder Natur wäre....
Was finden Sie daran eigenartig? Die Landschaft, die Kultur, das Essen usw. der Umgebung kennt man mehr oder weniger. Vielleicht nicht den einen Hügel, aber es ist dennoch nicht wirklich neu und unbekannt. Und ja, das ist relativ langweilig dann.
herr wal 01.01.2016
5.
Zitat von Hank HillReisen Sie 1x im Jahr so weit weg von ihrem Wohnort wie es geht. Auf jeden Fall so weit, daß Sie keine deutschen Nachrichten oder Medien empfangen können. Es ist sehr erholsam sich der deutschen Befindlichkeit zu entziehen. Keine Merkel, keine Grünen, keine Bundesliga und keine Flüchtlinge. Wer es noch nicht weiß wird feststellen, daß die Welt nicht deutsch tickt, Und je weiter man weg ist, desto kleiner und unbedeutender wird die Bundesrepublik. Wie gesagt, sehr erholsam, die Batterien werden aufgeladen und wenn man zurück ist kann man den täglichen Stuß für eine Weile besser ertragen.
Ich bin mir nicht sicher, ob es einen Ort gibt, wo keine deutschen Nachrichten hinkommen. Ich glaube, die Deutsche Welle auf Kurzwelle kommt überall hin, zumindest stundenweise, und zumindest bei guter stratosphärischer Wetterlage. Für Nord- und Südpol weiß ich es nicht. Vielleicht besonders schlecht, vielleicht besonders gut, wer weiß? Also, wahrscheinlich die einzige Chance, um den Nachrichten mit Sicherheit zu entgehen: die Akkus nicht mehr aufladen.
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