Weniger Abgase Hamburg baut Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe

Kreuzfahrtschiffe müssen ihre Maschinen während des Aufenthalts im Hafen laufen lassen, um Pools beheizen und Getränke kühlen zu können. Das erzeugt Abgase, die vermeidbar wären - mit Landstrom. Eine entsprechende Anlage soll bald in Hamburg in Betrieb gehen.

Kreuzfahrtterminal in Hamburg-Altona: Landstrom im Hafen
J. P. Meyer

Kreuzfahrtterminal in Hamburg-Altona: Landstrom im Hafen


Hamburg - Eine umweltfreundlichere Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen in den Häfen ist angesichts des Branchenbooms längst überfällig. Zumindest der Hamburger Hafen wird diese bald anbieten. Der Senat hat für den Terminal Altona bis Herbst 2015 den Bau einer stationären Landstromanlage beschlossen. Bereits ein Jahr früher soll der Terminal in der Hafencity so ausgestattet sein, dass die Stromversorgung der Ozeanriesen etwa über Flüssiggas erfolgen kann.

Durch die knapp 14,4 Millionen Euro teure Investition können die Kreuzfahrtschiffe künftig ihre Maschinen, die sie wegen ihres hohen Strombedarfs derzeit rund um die Uhr laufen lassen, während des Aufenthalts im Hafen weitgehend abschalten. Die aus dem örtlichen Stromnetz entnommene Energie muss allerdings für die Nutzung an Bord umgewandelt werden.

Die geplante Anlage im Hamburger Hafen ist laut dem "Hamburger Abendblatt" die weltweit erste Anlage, die Strom in unterschiedlicher Spannung anbieten kann. Sie könne also nicht nur große Kreuzfahrtschiffe, sondern auch kleinere Schiffe mit Landstrom versorgen.

Eine halbe Million Passagiere

Finanziert wird die Anlage von der Stadt Hamburg sowie aus Fördermitteln des Bundes und der Europäischen Union. Betreiberin der Anlage wird die Hafenbehörde sein, die Hamburg Port Authority (HPA). Sie wird von den Reedereien Nutzungsgebühren kassieren, um die Investitionen zu decken.

Hamburg wird seit Jahren immer beliebter bei Kreuzfahrttouristen. Nach Angaben der Wirtschaftsbehörde werden in diesem Jahr 177 Schiffsanläufe und erstmals mehr als eine halbe Million Passagiere erwartet. Im Mai 2015 wird Hamburg die Welthafenkonferenz abhalten.

Der Naturschutzbund Nabu Hamburg begrüßte die Senatspläne, bemängelte allerdings die lange Zeit bis zur Entscheidung. Erste Forderungen nach Landstromanschlüssen waren bereits 2007 laut geworden. Ein weiteres Problem sehen Experten darin, dass viele Schiffe noch nicht komplett für Landstrom ausgerüstet sind.

jus/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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hansvonderwelt 11.09.2013
1. Wie ist die Situation bei großen Frachtschiffen ?Sollte eine
Landstromanlage nicht bei allen Anlegestellen Pflicht sein!?Erinnere mich an laufende Stromgeneratoren auf Frachtschiffen !
rhominus 11.09.2013
2.
Zitat von sysopJ. P. MeyerKreuzfahrtschiffe müssen ihre Maschinen während des Aufenthalts im Hafen laufen lassen, um Pools beheizen und Getränke kühlen zu können. Das erzeugt Abgase, die vermeidbar wären - mit Landstrom. Eine entsprechende Anlage soll bald in Hamburg in Betrieb gehen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/hamburg-baut-landstromanlage-fuer-kreuzfahrtschiffe-a-921701.html
Coole Sache. Ob ich da auch mein Folkeboot festmachen kann? Ist immer ein bisschen aufwendig, die Batterien der Salonlampe zu wechseln...
cycokan 11.09.2013
3. Der wahre Grund:
Ist schon übel, wenn man sich für ne Million, oder so, ein Luxusapartment in der Hafencity anschafft, und dann täglich die verrusten Fenster putzen muss, sie wegen des Gestanks nicht öffnen kann und die Terrasse meiden muss.
cornelia.12621 11.09.2013
4. Ich war selbst auf ´nem Kreuzfahrtschiff
Ich war selbst beruflich mehrfach auf einem Kreuzfahrtschiff und war ehrlich geschockt, was für einen Megagestank und welche Abgaswolken diese großen Schiffe produzieren. Viel kleiner sind Motorroller, dafür gibt es von denen aber zahllos viele auf unseren Straßen. Völlig ohne Abgas-Filtertechnik verpesten Vespa & Co die Städte. Grausam, wie die stinken. :-( Wann wird da etwas dagegen unternommen?
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