SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

19. Februar 2013, 14:10 Uhr

Hamburg

Flughafen wird am Mittwoch bestreikt

Keine Entspannung im Tarifkonflikt: Die Gewerkschaft Ver.di hat für Mittwoch zum Streik aufgerufen. Am Airport Hamburg sollen die Sicherheitskräfte die Arbeit niederlegen. Lange Schlangen und Flugausfälle sind programmiert.

Hamburg - Die Sicherheitskräfte am Hamburger Flughafen wollen am Mittwoch erneut den ganzen Tag die Arbeit niederlegen. Das teilte die Gewerkschaft Ver.di am Dienstag mit. "Das tut uns leid, lässt sich aber nicht vermeiden", erklärte Ver.di-Fachbereichsleiter Peter Bremme.

Die Arbeitgeberseite spiele nach wie vor auf Zeit und dürfe sich über das Echo der Beschäftigten nicht wundern. Beschäftigte der Flughafen-Sicherheit aus Hamburg, Frankfurt, Berlin und Nordrhein-Westfalen wollen am Mittwoch in Potsdam vor dem Kongresshotel der 5. Luftsicherheitstagung eine Kundgebung abhalten.

"Dieses Vorgehen ist untragbar und völlig unverhältnismäßig", sagte Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport, zum bevorstehenden Streik.

In Nordrhein-Westfalen, wo zuletzt an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf gestreikt wurde, sind nach Angaben von Verdi NRW für Mittwoch zunächst keine neue Aktionen an den Airports geplant.

Die rund 600 Mitarbeiter der Personenkontrolle am Hamburger Flughafen hatten bereits in der vergangenen Woche zwei Tage und im Januar einen Tag lang gestreikt und damit den Airport weitgehend lahmgelegt. Tausende von Passagieren konnten ihre Ziele nicht erreichen. Die Beschäftigten in Hamburg fordern einen Stundenlohn von 14,50 Euro, der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat bislang in einem ersten Schritt 12,75 Euro pro Stunde geboten.

Die wichtigsten Informationen für Passagiere:

Was passiert, wenn mein Flug gestrichen wurde?

Einen wegen des Streiks nicht angetretenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?

Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern. Die Fluglinien empfehlen, bei Inlandsflügen auf die Bahn auszuweichen.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Wo erhalten Reisende Auskünfte zu ihren Flügen?

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

  • Flughafen Köln/Bonn: 02203 404001
  • Flughafen Hamburg: 040 50750
  • 040 50750Hotlines von Veranstaltern:
  • URL:


    © SPIEGEL ONLINE 2013
    Alle Rechte vorbehalten
    Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH