US-Flugbehörde Handys sollen bei Start und Landung erlaubt werden

In den USA prüft ein Expertenkomitee, ob die Nutzung elektronischer Geräte tatsächlich ein Sicherheitsrisiko bei Flügen darstellt. Schon 2014 könnten einige Einschränkungen für Passagiere abgeschafft werden. Denn moderne Flugzeuge sind für die Störungen kaum anfällig.

Startendes Flugzeug: Bislang gilt Handy- und Laptop-Verbot
DPA

Startendes Flugzeug: Bislang gilt Handy- und Laptop-Verbot


Hamburg - Für viele Passagiere ist das Abschalten elektronischer Geräte ein Ärgernis bei Flügen - vor allem für Geschäftsreisende, die auch unterwegs Arbeit erledigen wollen. Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA prüft nun, ob das Verbot von Laptops, Handys und Tablets bei Starts und Landungen noch zeitgemäß ist. Derzeit gilt die Einschränkung für Flughöhen unter 10.000 Fuß (knapp 3050 Meter).

Ein 28-köpfiges Expertenkomitee kam laut amerikanischen Medienberichten nun zu dem Schluss, dass die derzeitigen Bestimmungen ohne Gefährdung der Flugsicherheit gelockert werden könnten. Laut deren Bericht sollte es weiterhin nicht erlaubt sein, während des Starts oder der Landung im Internet zu surfen oder zu telefonieren. Daten, die auf einem Smartphone, Tablet, E-Book-Reader oder Laptop gespeichert sind, dürften jedoch abgerufen werden.

Da moderne Flugzeuge besser gegen elektronische Störungen abgesichert sind als frühere Modelle, halten die Experten die jetzigen Bestimmungen für übertrieben. "Diese Geräte sind nicht gefährlich. Ihr Kindle ist nicht gefährlich. Ihr iPad ist im Flugzeugmodus absolut sicher", sagte Senatorin Claire McCaskill, die sich für die Lockerungen aussprach, in einem Interview.

Doch nicht jeder stimmt ihr zu. In den vergangenen Jahren berichteten Piloten davon, Störungen der Elektronik durch Geräte von Passagieren registriert zu haben. Die Fluggesellschaft Delta Airlines gab an, in zwei Jahren seien bei 2,3 Millionen Flügen 27 Berichte von Piloten und Wartungsmitarbeitern eingegangen, die solche Störungen vermuteten. Keiner dieser Fälle konnte jedoch eindeutig auf elektronische Geräte der Fluggäste zurückgeführt werden.

Die FAA muss nun entscheiden, inwieweit sie die Ergebnisse des Komitees in neue Regelungen für die USA umsetzt. Damit würde wohl auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich in Europa etwas ändert, erheblich steigen.

sto

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jupiter_jones 30.09.2013
1. Wird auch mal zeit
Zumindest auf dem taxiway sollte es erlaubt sein. Kann man schon mal dem abholer bescheid sagen loszufahren.
schmidtchen123 30.09.2013
2. @Jupiter_Jones
Haha der war gut... Als wenn sich da überhaupt jemand dran hält...;-)
guayaquil 30.09.2013
3. Idiotisch
Ist es nicht idiotisch, wie das Volk es geschafft hat, sich von Laptops und Handys versklaven zu lassen? Gibt es tatsächlich Durchgeknallte, die ihre Laptos nicht mal mehr bei Start und Landung abschalten wollen bzw. können? Was ist das für ein Leben?
dinglberry 30.09.2013
4. wenn das der einzige grund währe...
es geht nähmlich eben auch darum, dass man sich nicht von irgendwas ablenken lässt während das flugzeug sich in den gefährlichsten flugphasen befindet. Es wird davon ausgegangen dass man so besser aufpasst. aber das bringt eigentlich auch nichts...
rigge 30.09.2013
5. Lockerung ja, aber lieber bei...
den Regelungen über das Mitführen von Flüssigkeiten. Mich nervt es jedes mal an, dass ich mir vor einem Flug das Kaufen meiner bevorzugten Flasche Wasser/Saft/WhatEver sparen kann, weil ich diese sowieso beim Security-Check halbvoll wegwerfen muss. Stattdessen darf ich mir dann im Sicherheitsbereich für "günstige" 3,50 Euro etwas aus einem begrenzten Sortiment aussuchen. Das Handy-Verbot ist mir da sogar eher willkommen, dann gibt es wenigstens während des Fluges und den Phasen kurz davor und danach keine Leute, die mit ihrem Gequassel nerven. Alternativ könnten die Airlines aber natürlich auch über Ruhezonen im Flieger nachdenken ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.