Proteste wegen Hassvideo: Reiseveranstalter storniert Ausflüge nach Tunis

Die Touristikunternehmen haben die Sicherheitslage in islamischen Ländern im Blick: Wegen gewalttätiger Proteste gegen das Mohammed-Video hat ein  Veranstalter schon Ausflüge nach Tunis storniert. Der Nordsinai ist schon länger nicht mehr im Programm.

Berlin - Wegen der Proteste in vielen islamischen Ländern gegen das Mohammed-Schmähvideo haben einige Reiseveranstalter Ausflüge abgesagt. "Davon betroffen sind vor allem Tagesfahrten nach Tunis", erklärte Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV). In den Urlaubsregionen zum Beispiel in Tunesien und auch in Ägypten sei die Lage dagegen ruhig. Auch vermehrte Stornierungsanfragen gebe es wegen der Unruhen nicht.

Als Reaktion auf ein anti-islamisches Video gab es in den vergangenen Tagen in vielen Ländern gewaltsame Proteste. FTI bietet deshalb derzeit zum Beispiel keine Ausflüge in die tunesische Hauptstadt Tunis an. In Ägypten gibt es beim Münchner Reiseveranstalter schon seit einigen Wochen keine Ausflüge mehr in den Nordsinai.

Das dortige Katharinenkloster war auch bei Thomas Cook/Neckermann früher ein beliebtes Ausflugsziel. Der Reisekonzern hat es wegen der angespannten Sicherheitslage jedoch schon länger aus dem Programm genommen. Ansonsten seien laut Sprecherin Nina Kreke keine Ausflüge storniert worden.

Gleiches gilt laut Sprecherin Anja Braun für TUI. Man verfolge die Situation in den Ländern genau. Sofern es die Sicherheitslage erfordere, würden Ausflüge umgebucht. Zurzeit führt der Veranstalter die Tagestouren nach Kairo jedoch durch.

Am Montag hatten mehrere Kreuzfahrtanbieter berichtet, dass sie wegen der Proteste ihre Routen geändert haben. Die Reedereien Aida Cruises und Cunard Line haben Häfen in Ägypten und Tunesien aus ihrem Programm gestrichen. Die "FTI Berlin" und TUI Cruises sind derzeit nicht in den betroffenen Gebieten unterwegs. Am Sonntag soll ein TUI-Schiff einen Hafen in Tunesien anlaufen. Ob die Route noch geändert wird, werde das Unternehmen in den nächsten Tagen entscheiden.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat zuletzt die Reisehinweise für zahlreiche islamische Länder verschärft. So sollten Reisende zum Beispiel in Ägypten Menschenansammlungen und Demonstrationen meiden sowie die Medienberichterstattung verfolgen.

abl/dpa

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