Hochwasserschaden Neros Goldener Palast ist vom Einsturz bedroht

Das von Kaiser Nero errichtete Domus Aurea ist für Touristen geschlossen. Die starken Regenfälle vor wenigen Wochen haben in Rom die Reste des prächtigsten Palastes der Antike schwer beschädigt.


Rom - Erst vor sechs Jahren war der Palast Domus Aurea, das Goldene Haus, nach einer Restauration für Besucher wieder geöffnet worden. Seit heute sind die Türen einer der großen Touristenattraktionen Roms erneut verschlossen. Die Überschwemmungen vor einigen Wochen in Rom hätten die Mauern und das Dach der unterirdisch gelegenen Räume beschädigt, sagte der italienische Kulturminister Rocco Buttiglione. Die Touristen wären in Gefahr, wenn sie den Palast besuchten. Die notwendigen Arbeiten am Domus Aurea würden vermutlich zwei Jahre dauern und fünf Millionen Euro kosten.

Domus Aurea: Nach Regenfällen vom Einsturz bedroht
AP

Domus Aurea: Nach Regenfällen vom Einsturz bedroht

Domus Aurea liegt in der Nähe des berühmten Palatin-Hügels, auf dem zahlreiche Paläste aus der römischen Kaiserzeit stehen. Vor kurzem sind auch hier antike Mauern eingestürzt, und auch die berühmten Caracalla-Thermen sind nach Buttigliones Angaben vom Verfall bedroht. Der Minister kritisierte, dass die historischen Stätten weiter zusammenbrechen würden, weil die Regierung Berlusconis weniger Geld für die Kulturpflege ausgebe. "Italien muss jetzt entscheiden, ob es sein kulturelles Erbe pflegen will", sagte der Kulturminister.

Die weltberühmte Sehenswürdigkeit war erst 1999 teilweise eröffnet worden. Bereits zwei Jahre später kam es fast zu einer Tragödie, als wenige Stunden vor der Öffnung für Besucher in einem Raum ein Teil der Decke einstürzte. Das "Goldene Haus" wird täglich von rund tausend Touristen besucht. Es handelt sich um Reste des prunkvollsten Palasts der Antike, neben den Pyramiden in Ägypten eine der größten Sensationen des Altertums. Nero hatte seine Kaiservilla nach einem Brand auf der Asche Roms in den Jahren 64 bis 68 errichten lassen. Er lebte allerdings nur etwa fünf Monate in der damals mit Gold, Edelsteinen und Elfenbein überzogenen Prachtanlage, ehe er mit 31 Jahren Selbstmord beging.



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