Skytree Höchster Fernsehturm der Welt eröffnet in Tokio

Ein Turm wie eine Nadel: Am Dienstag wird offiziell der höchste Fernsehturm der Welt eröffnet. Der Skytree in Tokio legte am Ende noch ein paar Meter zu, um den Rekord von 634 Metern zu erreichen - nun bietet sich aus luftiger Höhe ein grandioser Blick auf die Metropole.

AFP

Tokio - Tokio feiert seine neueste Sehenswürdigkeit: An diesem Dienstag eröffnet in der japanischen Hauptstadt der höchste Fernsehturm der Welt, der 634 Meter hohe Tokyo Skytree. Die Organisatoren erwarten allein am ersten Tag 200.000 Besucher. Die Hauptattraktion sind zwei Aussichtsplattformen in schwindelerregender Höhe von 350 und 400 Metern.

Die Gesamthöhe des nadelförmigen Turms ergibt im Japanischen ein Wortspiel: Die Zahlen 6, 3 und 4 können als "Mu-sa-shi" gelesen werden; so lautet der altertümliche Name der Gegend. Zum Stolz der Japaner übertrifft ihr Tokyo Skytree damit Chinas 600 Meter hohen Canton Tower in Guangzhou. Als dessen Höhe bekannt wurde, legten die Bauherren in Tokio auf die geplanten 610 Meter noch 24 Meter drauf, um auch sicher den Rekord einzufahren. Nun ist der Turm auch zugleich das zweithöchste freistehende Bauwerk der Welt nach dem 828 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai.

Fertigstellung wegen Tsunami verzögert

Der Tokyo Skytree soll vor allem die Fernseh- und Radioübertragung in der japanischen Hauptstadt verbessern. Zugleich versprechen sich die Bauherren und Stadtoberen davon eine Ankurbelung des Tourismus: Zahlreiche Geschäfte und Restaurants sowie ein Planetarium und Aquarium beherbergt der 37.000 Quadratmeter große Komplex im Stadtteil Oshiage des Bezirks Sumida. 580.000 Menschen haben an der gut dreieinhalb Jahre dauernden Konstruktion des Turms mitgewirkt.

Die Fertigstellung wurde wegen des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März vergangenen Jahres um zwei Monate verzögert. Um den Turm gegen die in Japan herrschende Gefahr von Erdbeben zu schützen, bedienten sich die Bauherren modernster Technologie wie auch traditioneller Bauweisen: Um die Erschütterungen abzufedern, lernte man von der Struktur fünfstöckiger Pagoden. Diese alten Gebäude seien noch nie bei einem Beben umgefallen, hieß es.

Die Gesamtkosten des Tokyo Skytree belaufen sich auf 65 Milliarden Yen (643 Millionen Euro). Der Turm eröffnet zu einer Zeit, da Japan mit großen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Problemen zu kämpfen hat.

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abl/dpa



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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
jot-we 21.05.2012
1. up up & away
Bisher dachte ich ja, der Moskauer Fernsehturm sei - was pure Hässlichkeit anbelangt - absolut wegweisend. Dieses Monstrum allerdings legt nicht nur ein paar Höhenmeter mehr zu, sondern erreicht auch in ästhetischer Hinsicht völlig neue Dimensionen ...
phboerker 21.05.2012
2. Musashi
Musashi hieß außerdem der berühmteste Samurai Japans, der für ein Duell mit einem ebenfalls berühmten Zeitgenossen wegen dessen überlangen Schwertes aus einem Ruder ein extralanges Holz(!)schwert geschnitzt und mit diesem das Duell auch gewonnen hat. Musashis war halt länger...
hk1963 21.05.2012
3. Kein grandioser Blick aus 634 Metern Höhe...
...wie im Teaser versprochen. Der Artikel selbst stellt dann schon klar, in welchen Höhen sich die Aussichtsplattformen befinden. So eine Art Krähennest ganz oben auf der Spitze hätte aber schon was...
wühlmaus_reloaded 21.05.2012
4. Der Autor ...
Zitat von sysopAFPEin Turm wie eine Nadel: Am Dienstag wird offiziell der höchste Fernsehturm der Welt eröffnet. Der Skytree in Tokio legte am Ende noch ein paar Meter zu, um Rekordhöhe zu erreichen - nun bietet sich aus luftiger Höhe von 634 Metern ein grandioser Blick auf die Metropole. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,834209,00.html
wollte wohl sagen "ein grandioser Blick auf die _Dunstglocke der_ Metropole" ? Einfach kindisch diese Gigantomanie. Und beim nächsten Terroranschlag reichen die Feuerwehrleitern wieder nur bis zu den untersten 10% des Turms ?
muttisbester 22.05.2012
5. bemerkenswert
Also mir gefällt derTurm sehr! Ist mal was anderes und nachts sieht er auch sehr schick aus. Technisch eine absolute Glanzleistung - 600 m hoch und das im Erdbebengebiet. RESPEKT!
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