Tipps für britische Hoteliers Legen Sie sich nicht mit Deutschen an!

Australier machen fiese Witze, Hongkonger haben Angst vor Geistern: Eine Liste des britischen Fremdenverkehrsamts über die Eigenheiten von Touristen sorgt für Diskussionen. Deutsche sind demnach besonders kritisch - und sollten bei Beschwerden unbedingt ernst genommen werden.

Diskussion an der Rezeption: Deutsche Touristen beschweren sich gern
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Diskussion an der Rezeption: Deutsche Touristen beschweren sich gern


Hamburg - Für Hoteliers ist es oft nicht einfach, sich den Bedürfnissen von Besuchern aus verschiedenen Kulturen anzupassen. Deshalb hat das britische Fremdenverkehrsamt VisitBritain in einer umfangreichen Marktstudie eine Liste von "Dos" und "Don'ts" aufgestellt. Sie soll Tipps geben, wie man mit Menschen aus anderen Ländern umgehen sollte.

Einige der Punkte wirken trivial: So sollte man demnach Kanadier nicht als Amerikaner bezeichnen und sich nicht über den Akzent von Indern lustig machen. Man lernt aber auch, dass Russen hohe Räume und Türen bevorzugen, dass Hongkonger Angst vor Geistern haben (und Angst kriegen, wenn sie in einem Himmelbett schlafen müssen). Und dass Deutsche sehr direkt und anspruchsvoll sind und man sich um Beschwerden von ihnen unverzüglich kümmern sollte. (Klicken Sie auf die Zitategalerie, um mehr über verschiedene Herkunftsländer zu lesen!)

Was Gäste wollen (und was nicht)

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Solche Stereotypen über verschiedene Nationen sorgen in Großbritannien und in den Ländern des Commonwealth nun für Kritik und Erheiterung. Medien vergleichen den Vorstoß mit einer Folge der Kultserie "Fawlty Towers" von 1975. Darin spielt der Komiker John Cleese einen Hotelier, der deutsche Touristen brüskiert, indem er ständig über den Zweiten Weltkrieg spricht.

Eine indische Zeitung zeigte sich erstaunt, dass die Briten Touristen aus Indien laut der Studie für "liebenswert, aber häufig unentschlossen" halten. Und in Australien amüsierten sich Kommentatoren darüber, dass VisitBritain Touristikern empfiehlt, nicht eingeschnappt zu reagieren, wenn Aussies sie mit dem abschätzigen Slangwort "Pom" bezeichnen.

VisitBritain verteidigt die Studie, die eine enorme Menge an Kennzahlen und Daten enthält, als eine "einzigartige Informationsquelle für den Tourismus". Sie erlaube "britischen Unternehmen, wertvolle Einsichten über globale Schlüsselmärkte zu erhalten", wie Marketingchef Joss Croft der "Daily Mail" sagte. Im Trend liegen solche Erhebungen jedenfalls - im vergangenen Jahr hatte Frankreich einen ähnlichen Knigge-Vorstoß gestartet. Ein paar Monate danach veröffentlichte China Verhaltensregeln, wie sich Landsleute auf Auslandsreisen verhalten sollten.

sto

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 156 Beiträge
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Seite 1
shechinah 07.01.2014
1. Das Wichtigste
Das Wichtigste im Umgang mit Deutschen wußte schon Monty Python: "Don't mention the war" ;-)
CaptainSubtext 07.01.2014
2.
---Zitat--- Deutsche: "Sind sehr direkt und anspruchsvoll, besonders, wenn sie mit einem Service oder Produkt unzufrieden sind. Manchmal kann das aggressiv oder unhöflich wirken. Seien Sie davon nicht eingeschüchtert, sondern regeln Sie das Problem zügig und freundlich. Deutsche sammeln normalerweise viele Informationen vor ihrem Besuch in Großbritannien und haben mehrere Reiseführer dabei." ---Zitatende--- Stereotyp? Ja! Falsch? Nein! Für die anderen Nationen kann ich natürlich nicht sprechen, meiner Erfahrung nach, ist das Gelesene aber nicht weit von der Wahrheit entfernt.
pluuto 07.01.2014
3. deutsche Gründlichkeit
Kein Wunder, dass wir als pedantisch gelten. Es gibt ja diese investigativen Hotelcheck- Sendungen auf gewissen Prollsendern, wo so Ungeheurlichkeiten wie lose Fussrandleisten, Staub unter dem Bett oder Ameisen auf dem Balkon aufgedeckt werden. Das sensibilisiert uns.
Benko 07.01.2014
4. Das ist schlimm
Jetz ist der ewig nörgelnde, nie zufriedene und mit einer riesen Erwartungshaltung ausgestattete deutsche Verbraucher endlich im Ausland angekommen. War nur eine Frage der Zeit. Und auch, wenn man sich lediglich die Discount-Variante zum Viertel des Preises gegönnt hat, den TOP-Service, den andere teuer bezahlen, will man selbstredend dennoch genießen. Der deutsche Verbraucher - geizig, unverstanden, und egozentriert - peinlich wenn's der Rest der Welt mitkriegt. Vielleicht geb ich mich unterwegs demnächst als Schweizer aus - obwohl, ob das besser ist?
Zitrone! 07.01.2014
5.
Zitat von sysopimago Australier machen fiese Witze, Hongkonger haben Angst vor Geistern: Eine Liste des britischen Fremdenverkehrsamts über die Eigenheiten von Touristen sorgt für Diskussionen. Deutsche sind demnach besonders kritisch - und sollten bei Beschwerden unbedingt ernst genommen werden. Hotel in Großbritannien: Deutsche Gäste und ihre Beschwerden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/visitbritain-gibt-hoteliers-tipps-fuer-umgang-mit-deutschen-a-942199.html)
Solche Benimmhilfen sind immer amüsant, gerade weil sie auch ein bisschen Wahrheit enthalten, aber nichts, um sich hineinzusteigern. Wobei mir aber regelmäßig die Galle hochkommt, das ist, wenn ich das Wort "Galerie" mit Doppel-l lesen muss ...
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