Probleme bei Paradores: Spaniens schönste Hotels machen dicht

Spaniens Hotelkette Paradores ist in Schwierigkeiten geraten, einige Häuser müssen geschlossen werden. Die Hotels sind in prachtvollen Palästen, Burgen und Klöstern untergebracht - so sollte nationales Erbe erhalten werden. Die Angestellten protestieren mit Streiks.

Parador de Alarcón aus dem 8. Jahrhundert: Einige Häuser der Kette müssen schließen Zur Großansicht
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Parador de Alarcón aus dem 8. Jahrhundert: Einige Häuser der Kette müssen schließen

Madrid - Die spanische Hotelkette der Paradores soll schrumpfen. Aufgrund sinkender Gästezahlen will das staatliche Unternehmen sieben seiner 93 Herbergen schließen. Mehr als zwei Dutzend weitere Hotels sollen künftig nur noch sieben Monate im Jahr geöffnet bleiben. Das sieht ein Sanierungsplan vor, den die Unternehmensführung den Gewerkschaften vorlegten.

Aus Protest gegen den Plan haben die Gewerkschaften für Freitag und Samstag zu einem Streik aufgerufen. Auch an Silvester und Neujahr soll in den Hotels der Kette gestreikt werden. Die Verbände CCOO (Arbeiterkommissionen) und UGT (Allgemeine Arbeiterunion) sehen in der Sanierung einen ersten Schritt zu einer Privatisierung des Unternehmens.

Die Paradores sind Luxushotels, die Zimmer zu relativ erschwinglichen Preisen anbieten. Sie sind über das ganze Land verteilt und zu einem großen Teil in Bauwerken wie mittelalterlichen Palästen und Burgen oder in ehemaligen Klöstern untergebracht.

Die Zimmer waren nach Angaben des Unternehmens in diesem Jahr nur noch zu 52 Prozent belegt. 2007 lag die Auslastung noch bei 70 Prozent. Seit damals häufte die Kette Verluste in Höhe von 107 Millionen Euro an. Ohne den Sanierungsplan drohten dem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit und ein Insolvenzverfahren, sagte der spanische Tourismusminister José Manuel Soria.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe unter Berufung auf Informationen der Gewerkschaften berichtete, sollen die Hotels in Ferrol und Verín, beide in Galicien, Albacete und Manzanares (Kastilien-La Mancha), Ayamonte (Andalusien), Puerto Lumbreras (Murcia) und Teruel (Aragón) geschlossen werden. Einige dieser Herbergen blicken auf eine jahrzehntelange Tradition zurück.

Die Hotels in den folgenden Ortschaften sollen nach diesen Informationen künftig nur noch sieben Monate im Jahr geöffnet bleiben: Aiguablava, Alcañiz, Almagro, Arcos de la Frontera, Artíes, Benavente, Bielsa, Cardona, Cazorla, Cervera, Fuente de Gredos, Guadalupe, Limpias, Monforte de Lemos, Oropesa, Puebla de Sanabria, Santo Domingo, Santo Estevo, Seo D'Urgell, Tordesillas, Tui, Vich, Vielha, Vilalba und Villafranca del Bierzo.

abl/dpa

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