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Flugsicherheit: Uno-Organisation schlägt 15-Minuten-Tracking für Flugzeuge vor

Teile der abgestürzten Maschine der Air Asia wurden erst nach zwei Tagen gefunden, von Flug MH370 gibt es noch immer keine Spur. Eine neue Uno-Richtlinie soll die Suche nach Flugzeugen einfacher machen: Alle 15 Minuten sollen Piloten ihren Standort melden.

Sandskulptur in Indien: Von MH370 gibt es noch immer keine Spur Zur Großansicht
AFP

Sandskulptur in Indien: Von MH370 gibt es noch immer keine Spur

Toronto - Zwei Tage dauerte es, bis die Angehörigen der Passagiere des Air-Asia-Fluges QZ8501 Gewissheit hatten: Die Maschine ist abgestürzt. Von Flug MH370 wurde bis heute keine physische Spur gefunden; nur indirekt können Experten den Flugverlauf der verschwundenen Boeing rekonstruieren - über Radardaten und über sogenannte Handshakes, die die Maschine mit einem Kommunikationssatelliten der Firma Inmarsat austauschte.

Die Internationale Organisation für Zivilluftfahrt (ICAO), eine Uno-Organisation, will nun eine Richtlinie erlassen, die Piloten dazu zwingt, alle 15 Minuten ihren Standort durchzugeben. Ein Sprecher der ICAO sagte, die Regelung könne schnell umgesetzt werden, da dazu keine neue Technologie nötig sei.

Die meisten Flugzeuge hätten schon jetzt Systeme an Bord, die automatisch ihre Standorte per Satellit übertragen. Diese seien nur häufig nicht eingeschaltet. Lediglich auf den Polarrouten könne es Probleme mit der Satellitenüberwachung geben, da dort nicht alle Orte von Satelliten erfasst würden. Piloten von Flugzeugen, die über keine entsprechende Ausrüstung verfügen, könnten alternativ per Funk ihre Standorte durchgeben.

Ein entsprechender Vorschlag der ICAO war im Dezember vom internationalen Airline-Verband IATA aufgrund der Zeitvorgabe abgelehnt worden: Das 15-Minuten-Tracking innerhalb von zwölf Monaten einzuführen, sei nicht realistisch.

Die 191 ICAO-Mitgliedstaaten sollen nun im Februar über die Einführung des neuen Standards abstimmen. Sollten sie ihn verabschieden, wären die Fluglinien gezwungen, sich daran zu halten: Üblicherweise werden die Richtlinien der ICAO in den einzelnen Ländern gesetzlich verankert.

vet/Reuters

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insgesamt 36 Beiträge
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1. Hurra, die Zeitreisemaschine existiert tatsächlich
donrealo 07.01.2015
zumindest die Person, die diesen Vorschlag gemacht hat muss aus den frühen Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts zu uns gekommen sein. Flugzeuge haben heute Navigationssysteme wie zB GBS und INS etc an Bord. Es gibt mittlerweile sogar Computer (vermutlich alles streng geheim) die aus diesen Daten in jeder Mikrosekunde ca 100 mal die Position der Maschine fast auf den Zentimeter genau berechnen. Ohne dies würden zB TCAS oder Autopilot oder automatische Landesysteme nicht funktionieren. Sollte dieser Vorschlag ernsthaft von der ICAO kommen (wovon ich nicht ausgehe) sollte man diese Organisation ggf aufgrund totaler Inkompetenz abschaffen.
2. Wunderbare Idee...
neswlf88 07.01.2015
...nur leider wird man damit in Zukunft Fälle wie MH370, in denen jemand ABSICHTLICH die Kommunikation an Bord ausstellt, auch nicht verhindern können. Ich stelle fest: Die weltweite Luftfahrt hat rein gar nichts aus MH370 gelernt. Man redet sich die Dinge schön in dem man sagt, "so ein statistisch seltener Vorfall wird bestimmt so schnell nicht wieder vorkommen". Was aber, wenn doch? Es gäbe technische Mittel und Wege, Ortungssysteme in Flugzeuge einzubauen, die von niemandem an Bord deaktiviert werden können. Da heißt es dann immer, was wenn ein Feuer ausbricht, da muss man Dinge doch abstellen können. Hier sind mal die Experten gefragt: Ein wenig Denksport, wie man nicht-deaktivierbare Transponder in Flugzeuge einbaut, die kein Risiko für die Sicherheit an Bord darstellen. Sowas muss sich doch technisch lösen lassen. Ich jedenfalls finde einen Fall wie MH370 genug. Wer weiß, wann der nächste an Bord eines Fliegers auf dumme Gedanken kommt und die Maschine verschwinden lassen will... ganz so abwegig ist das nicht. Die unvorstellbaren Qualen der Hinterbliebenen der MH370-Opfer will ich mir gar nicht vorstellen. EIN solcher Vorfall ist genug!
3. 15 Minuten
f14-tomcat 07.01.2015
ist vom Grundsatz eine gute Idee, auch wenn der Radius noch enorm groß ist indem gesucht werden muss. Doch was ist mit Flug MH370 wo der Kurs geändert wurde. Jedes Flugzeug was nach IFR Flugplan fliegt, reicht einen Flugplan ein. Dann sollten die Systeme auch automatisch das Tracking Signal senden. Dies kann sogar jede Minute geschehen.
4.
diavid 07.01.2015
Von mir aus können die Flugzeuge auch alle paar Sekunden eine Postionsmeldung senden, solange das automatisch passiert. Aber alle 15 Minuten über Funk einen Text runterzurappeln und das dann bei einem 6 Stunden-Flug, da würde ich als Pilot doch bekloppt werden.^^
5. AIS für die Luft!
Leeoos 07.01.2015
Verstehe nicht, dass ein System analog zu AIS nicht auch für die Luft verbindlich ist! AIS ist seit 2000 für den Schiffsverkehr verbindlich und funktioniert hervorragend, gibt alle 2-15 Sekunden (vor Anker oder langsam fahrend alle 3 Minuten) Signal. Warum sperren sich die Fluggesellschaften gegen eine 15 Vorgabe???
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