ICE nach Berlin Polizeieinsatz wegen Stinkefüßen

Erst wurde gepöbelt, dann gab es eine Ohrfeige: In einem ICE ist ein Streit um Käsefüße eskaliert. Zwei Männer mussten den Zug verlassen.


Am Ende steht nun ein Verfahren wegen Körperverletzung - dabei geht es lediglich um gute Sitten: In einem ICE von Basel nach Berlin hatte sich eine Auseinandersetzung um übel riechende Füße hochgeschaukelt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte, war der Streit am Montagabend kurz vor Göttingen so heftig, dass die Kontrahenten den Zug verlassen und mit zur Wache kommen mussten.

Die aus Berlin stammenden Reisenden im Alter von 54 und 32 Jahren hatten sich im ICE auf einer Viererbank schräg gegenübergesetzt. Der 54-Jährige habe die Schuhe ausgezogen und seine Füße auf den freien Sitz neben dem 32-Jährigen gelegt, hieß es.

Weil dem jüngeren Mann dies stank, wischte er demnach die Füße von der Bank und beschwerte sich über den Geruch. "Daraus entwickelte sich zunächst eine verbale Auseinandersetzung, die mit einer saftigen Backpfeife für den Stinkefuß endete, der den anderen Mann zuvor heftig beleidigt haben soll", sagte der Polizeisprecher.

Beim Halt schloss die Polizei die beide Männer von der Weiterfahrt aus. Gegen den 32-Jährigen wurde ein Verfahren wegen Körperverletzung und gegen seinen Kontrahenten wegen Beleidigung eingeleitet. Ob die beiden noch nach Berlin gelangt sind, ist unbekannt.

abl/dpa



insgesamt 66 Beiträge
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juergenbrehm 26.07.2016
1. Stinkefüße
Als Vielfahrer bin ich leider ständig von Geruchsproblemen umgeben. Die lieben Mitmenschen verwechseln den ICE mit ihrem Wohn- und Esszimmer. Sehr beliebt sind auch stinkender Käse und deftig riechende Leberwurts ohne Rücksicht auf die kulinarischen Vorlieben der Mitreisenden. Das Pupsen will ich hier gar nicht erwähnen.
meiner_einer 26.07.2016
2. Wie kommt man auf solche Ideen?
Jeder, der auch nur ansatzweise Erziehung genossen hat, käme niemals auf die Idee, seine Schuhe auszuziehen und gar noch auf den Sitz(!) neben fremden Mitreisenden zu platzieren. Aber offenbar dreht sich die Evolutionsspirale gerade mit affenartiger Geschwindigkeit rückwärts.
lollipoppey 26.07.2016
3. Etwas Rücksicht
...tut gut. Wenn mann sich mit mehreren Menschen auf einem Platz wie in einem Zug befindet dann ist es einfach notwendig sich nicht wie zu Hause rumzufletzen sondern auf die anderen Zuggäste rücksicht zu nehmen. Zugsitze sind eigentlich dafür da, sich draufzusetzen. Wenn der Zug leer ist, ist es was anderes. Wenn die Füße aber auch noch unangenehm riechen, verbietet sich m.A. das Hochlegen von Beinen. Ich kann den 32 jährigen Bahnfahrer nur zu gut verstehen.
galbraith-leser 26.07.2016
4. Alter schützt vor Torheit nicht
Ohne die näheren Umstände zu kennen, ist eine Bewertung natürlich nur oberflächlich möglich. Das Verhalten des 54-Jährigen geht gar nicht. Im Sommer seine Stinkfüße dem Gegenüber so aufdringlich aufzuzwingen ist eine Unverschämtheit und zeugt von schlechter Kinderstube. An der Stelle des 32-Jährigen hätte ich es mit einer höflichen Ansage versucht. Wäre die ohne Erfolg geblieben, hätte ich den Zugbegleiter geholt. Warum haben denn die anderen Mitreisenden nichts zur Schlichtung beigetragen?
grumpy53 26.07.2016
5. wenn die Füsse unangenehm riechen
Ob und was angenehm oder unangenehm riecht, wird jeder anders empfinden. Richtig, ein Zug ist nicht das eigene Wohnzimmer. Neulich erlebt, der junge Mann zog die (qualmenden) Turnschuhe aus und stellte die nackten Füsse auf den Nachbarsitz. Über die Gepflegtheit der (deutlich unsauberen) Füsse sage ich lieber nix, aber so oder so war ich überrascht, dass der Kollege die Fahrkarten kontrollierte, den Hinweis auf die Füsse aber unterließ. Scheint halt mein Problem zu sein, mich nichts ahnend bei der nächsten Station auf fuß-geschwitzte Polster zu setzen. Manchmal sehne ich mich nach strengen Erziehungsdrills zurück, mit sanftem Blick auf gegenseitige Rücksichtnahme erreicht man eh nix.
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