ICE-Unglück Polizei ermittelt gegen Rettungslokführer wegen Alkohols

Während des Einsatzes beim ICE-Unglück soll ein Lokführer des Würzburger Tunnel-Rettungszuges betrunken gewesen sein. Die Bundespolizei hat Ermittlungen gegen den Mann eingeleitet.


Würzburg/Fulda - Beim schweren ICE-Unglück bei Fulda ist nicht nur der Züchter der verunglückten Schafe ins Visier der Bundespolizei geraten. Auch einer der beiden Rettungslokführer. Er soll bei seinem Einsatz betrunken gewesen sein. Die Bundespolizei ermittle wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs, sagte Bundespolizeisprecher Winfried Felbinger am Montag in Würzburg und bestätigte damit einen Bericht der "Main-Post" (Dienstag).

Wie viel der Mann getrunken hat und ob er deshalb absolut fahruntüchtig war, stehe allerdings noch nicht fest. Die Polizei hatte die beiden Lokführer nach einem Hinweis am Sonntagmorgen auf dem Rückweg von Fulda nach Würzburg kontrolliert.

Die Evakuierung der Reisenden war am Samstagabend sowohl nach dem Eindruck der Beteiligten als auch nach Angaben der Bahn unproblematisch vonstatten gegangen. Der Landrückentunnel, mit elf Kilometern der längste Eisenbahntunnel in Deutschland, hat laut Deutscher Bahn insgesamt fünf sogenannte Rettungsplätze, davon jeweils einen an den Portalen. Seit Inbetriebnahme der ICE-Strecke 1991 sind in Fulda und Würzburg eigens ausgebildete und ausgestattete Rettungszüge stationiert, die 30 Minuten nach einem Unglück vor Ort sein sollen.

Am Samstagabend hat das geklappt. Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz versorgten an der rund 15 Kilometer südlich von Fulda gelegenen Unfallstelle die Zugreisenden und brachten die Unverletzten in Mannschaftswagen zunächst in das nahegelegene Bürgerhaus der Gemeinde Kalbach. Von dort wurden sie dann nach Fulda gefahren, wo sie gegen 2 Uhr mit einem Ersatz-ICE auf der alten Bahnstrecke ihre Reise in Richtung München fortsetzen konnten.

abl/dpa/AP



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