Härtestes Hunderennen der Welt Not-Schnee beim Iditarod

Die Strecke führt fast 1600 Kilometer durch Eis und Schnee: Beim Iditarod in Alaska fahren 85 Hundeschlittenführer um die Wette. Zu Beginn gab es ein ungewohntes Problem.

REUTERS

Das Iditarod im US-Bundesstaat Alaska ist wohl das härteste Hundeschlittenrennen der Welt. Die Strecke misst fast 1600 Kilometer, sie führt durch Schnee, menschenleere Ödnis, und die Temperaturen sinken schon mal auf minus 70 Grad.

Beim 44. Rennen gingen am Sonntag 85 Schlittenführer in der Stadt Willow an den Start. Zur großen Eröffnungsparty tags zuvor hatten sich Tausende Menschen in der Stadt Anchorage versammelt, der größten Stadt Alaskas, etwa eine Autostunde von Willow entfernt.

Dabei gab es bei der traditionellen Eröffnungstour durch Anchorage ungewohnte Probleme: Es mangelte an Schnee. Der Winter ist in diesem Jahr so warm und trocken, dass erstmals tonnenweise Schnee angeliefert werden musste. Nur so war die stark verkürzte Route für die Hundegespanne überhaupt passierbar.

Pausen sind Pflicht

Die Wettkampfroute, bei der die Teilnehmer am Sonntag gestaffelt starten sollten, führt quer durch den Bundesstaat bis zur Stadt Nome an der Beringsee. Jeder Teilnehmer lenkt 16 Hunde im Alter von drei bis acht Jahren. Zwischendrin muss zwei Mal acht Stunden und einmal 24 Stunden pausiert werden. Der Gewinner erhält ein Preisgeld in Höhe von 50.400 US-Dollar und ein neues Auto.

Für die Schlittenlenker ist das Rennen mit großen körperlichen Anstrengungen verbunden. "Ich bin schon mit einer Lungenentzündung durch das Ziel gefahren und mit Fieber, mit einem verstauchten Knöchel und einem verstauchten Knie", sagte Veteran Jeff King. Der 60-Jährige gewann das Rennen vier Mal, zuletzt im Jahr 2006.

Titelverteidiger in diesem Jahr ist der US-Amerikaner Dallas Seavey. Der 28-Jährige gewann im vorigen Jahr nach knapp neun Tagen. Er hält auch den bisherigen Streckenrekord: Im Jahr 2014 brauchte er nur acht Tage, 13 Stunden, vier Minuten und 19 Sekunden.

Das Rennen erinnert an den "Serum Run" von 1925. Damals hatten 20 Hundeschlitten in einer Staffel Serum in die abgelegene Stadt Nome gebracht, um die Kinder der Ureinwohner vor einer Diphterie-Epidemie zu retten. Die Strecke folgte zum Teil dem "Iditarod Pfad".

sms/dpa/AP/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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Hamburgpendler 06.03.2016
1.
Das Rennen hat noch gar nicht begonnen! Die Musher beginnen den "Re-Start" (also den eigentlichen Beginn des Rennens) heute ab 2pm Ortszeit in Willow/AK, also um Mitternacht MEZ. Schneemangel macht dem Rennen leider schon seit Jahren zu schaffen, im letzten Jahr mußte das Rennen sogar von Fairbanks aus gestartet werden. Ungewöhnlich sind diese Probleme also nicht.
spon-facebook-1035483455 06.03.2016
2. Re-Start in Fairbanks
Sowohl 2003 als auch 2015 wurde das Iditarod in Fairbanks gestartet. Das eigentliche "Serum Run" von 1925 ging von Nenana aus, was etwa 90 km von Fairbanks entfernt ist. Das Serum wurde per Eisenbahn bis Nenana geliefert und von dort aus in einer Hundeschlitten-Stafette nach Nome transportiert. Eine Uebersicht ist unter https://en.wikipedia.org/wiki/1925_serum_run_to_Nome zu finden. Susan Butcher, die das Iditarod viermal gewann und mehrfach Zweite wurde, verstarb leider im Jahr 2006 im Alter von 51 Jahren an Leukemie. Sie lebte viele Jahre hier in Fairbanks. Der erste Samstag im Maerz ist hier in Alaska der Susan Butcher-Day.
muitee 06.03.2016
3.
das mit dem schnee ist das problem was es überall und speziell im norden gibt. klimaveränderung. im übrigen ist der iditarod über 1800 km lang. und die hunde machen permanent pause, um bis zu 10000kal tgl aufnehmen zu können.
johannesbueckler 07.03.2016
4. Für Hundeliebhaber
Mein Sohn hatte einen Siberian Husky "Slush", ein blaues und ein braunes Auge. Aber im Schnee war die Pupille nicht größer als ein Stecknadelkopf....
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