Gefährliches Gedränge Taj Mahal limitiert Besucherzahl

Es ist das wohl berühmteste Grabmal der Welt - doch der Taj Mahal leidet unter den Besuchermassen. Die indische Regierung will den Zugang zu dem Bauwerk nun begrenzen: für Einheimische.

Besucher vor dem Taj Mahal
AFP

Besucher vor dem Taj Mahal


Es ist äußerst schwierig, ein Foto vom Taj Mahal zu ergattern, auf dem nicht Hunderte Touristen abgebildet sind. Dicht gedrängt spazieren sie - auf den Fotos als bunte Punkte und Striche erkennbar - auf den Wegen des Parks vor dem geschichtsträchtigen Mausoleum auf das Gebäude zu, machen Selfies auf der berühmten weißen Bank oder stehen in kleinen Grüppchen vor dem Haupteingang.

Etwa acht Millionen Touristen, davon die meisten aus Indien, besuchen den Taj Mahal jährlich - bis zu 40.000 am Tag sind es normalerweise, an Feiertagen bis zu 70.000. Experten zufolge verstärken die wachsenden Besucherzahlen die Abnutzungen an dem weißen Marmorgrabmal. Und an den Eingangstoren kann es schon mal zu Gedränge kommen - kurz vor Silvester wurden dabei fünf Besucher verletzt.

Das will die indische Regierung künftig verhindern: Sie plant, den Zugang zu der Sehenswürdigkeit für inländische Besucher einzuschränken. Inder erhalten für 40 Rupien (52 Cent) Eintrittskarten, während Ausländer 1000 Rupien (13 Euro) bezahlen. Künftig sollen nur noch 40.000 der günstigen Tickets pro Tag verkauft werden, teilten die Behörden laut der britischen Zeitung "Guardian" mit. Mit den teureren Karten können auch Inder das Bauwerk besichtigen. Die Besuchszeit wird eventuell auf drei Stunden begrenzt.

Die Maßnahme diene dem Erhalt der größten Tourismusattraktion des Landes, hieß es. "Wir müssen für die Sicherheit des Bauwerks und der Besucher sorgen. Die Bewältigung der Menschenmassen zeichnet sich als eine große Herausforderung für uns ab", sagte ein Mitglied von Indiens Archäologie-Aufsicht (ASI), die den Taj Mahal verwaltet, der Nachrichtenagentur AFP.

Der Großmogul Shah Jahan hatte den Taj Mahal im 17. Jahrhundert aus weißem Marmor als Grabmal für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal bauen lassen. Seit Jahren ist der Taj Mahal auch von der Luftverschmutzung in Indien bedroht und muss regelmäßig gereinigt werden, da sich die Fassade gelb verfärbt.

kry/AFP



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