Fest in Indien Schlangen, Gift und Glück

Mit prächtigen Farben und giftigen Reptilien feiern Hunderte Inder im Osten des Landes das Festival der Schlange. Beschwörer schlagen auf bunte Trommeln, um die Tiere aus Körben zu locken. Die Einheimischen erhoffen sich Glück für die Erntezeit und Schutz vor Unheil.

DPA

Neu-Delhi - Meterlange, giftige Schlangen sind ins ostindische Dorf Purba Bishnupur gebracht worden. Zu Ehren der Schlangengöttin Manasa wird ein Festival gefeiert, Hunderte Menschen sind gekommen. Bunt geschmückte und mit rotem Puder bedeckte gläubige Hindus säumen die Straßen.

Das Festival findet jedes Jahr in dem Ort statt. Für die Einheimischen sind Schlangen eine Inkarnation der Göttin Manasa, sie bringen Glück für die Erntezeit und halten Unheil fern - auch wenn ihr Gift tödlich sein kann.

Dieser Gefahr sind Schlangenbeschwörer täglich ausgesetzt. Sie schlagen bei dem Festival auf bunte Trommeln, um die Tiere aus ihren Weidenkörben oder Tontöpfen zu locken. "Es ist eine Kunst, die Schlangen so herauszubekommen", sagt der 46 Jahre alte Hyder Mal, der selbst mehrere Reptilien besitzt. Das Geschäft laufe jedoch immer schlechter, klagt er. "Die Leute wollen den Segen der Schlangen, aber wenn es ums Zahlen geht, werden sie geizig."

Zu schaffen machen den Beschwörern auch die vor elf Jahren verschärften Tierschutzgesetze, die die kommerzielle Nutzung wilder Tiere verbieten, also auch Aufführungen mit Schlangen. Tierschützer kritisieren, dass die Schlangen häufig in viel zu kleinen Behältern gehalten werden. Oft würden ihnen die Zähne gezogen oder das Maul zugenäht, damit sie nicht beißen könnten.

kgp/AFP



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reinhard-s 18.08.2013
1. Sinnvoller Umgang mit Giftschlangen
Das Fest zeigt die große Bedeutung der Giftschlangen für die Inder. Es ist ihre Art damit umzugehen, dass jährlich weltweit ca. 100000 Menschen am Biss von Giftschlangen sterben, wobei neuere Schätzungen die Zahl eher für zu niedrig halten. Eines der am meisten betroffenen Länder ist Indien. Hauptsächlich werden Bauern bei der Feldarbeit gebissen und in den abgelegenen Gegenden ist der Weg zum nächsten Krankenhaus mit Gegenmittel zu weit. Man könnte die Zahl der Todesopfer erheblich senken, wenn man ein dichtes Netz von Depotstellen anlegen würde. Allerdings habe ich noch nie von einer solchen Initiative gehört, das scheint keine große Priorität zu haben.
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