Indien Tausende Teerklumpen verschmutzen Goas Strände

In der indischen Touristenhochburg Goa kämpfen Behörden und Freiwillige gegen massenweise angespülte Teerklumpen. Die indische Marine versucht, den Schuldigen zu finden.

Starke Verschmutzung: An den Stränden von Goa sammeln sich angespülte Teerklumpen
AP

Starke Verschmutzung: An den Stränden von Goa sammeln sich angespülte Teerklumpen


Panaji - Die Strände von Goa in Indien müssen derzeit von angespülten Teerklumpen gesäubert werden. Einige Küstenabschnitte sind von einer bis zu 15 Zentimeter dicken Schicht der klebrigen Masse bedeckt. Seit Montag sammelten Feuerwehrmänner und freiwillige Helfer rund um die Uhr die Teerkugeln ein, sagte Swapnil Naik, der Direktor des Tourismusbüros von Goa. Bis zum Start der touristischen Hochsaison im Oktober sollen die Strände wieder sauber sein.

Die Teerkugeln stammen vermutlich von einem Boot. Schiffe würden ihre Tanks regelmäßig reinigen und dabei Altöl ablassen, sagte S.R. Shetye, Leiter des indischen Instituts für Meereskunde in Goa. Aber dies sei ein Fall von rücksichtslosem Handeln. Das abgelassene Öl gehe weit über die Normalmenge hinaus. Die indische Marine und die Küstenwache versuchten, den unbekannten Umweltsünder aufzuspüren.

"Die Teerklumpen sind Zusammenballungen von Öl, das ein Tanker draußen im Meer abgelassen hat", sagt auch Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Die schleimigen, ölhaltigen Kugeln seien nicht ungewöhnlich und gesundheitlich nicht gefährlich. "Sie sind optisch unschön und stinken", sagte Jelinek. "Und wenn man sie berührt, hinterlassen sie eine Schmiere auf Haut und Kleidung." Urlauber müssten beim Baden aber keine Angst vor einer Vergiftung haben. "Das Wasser um die Teerklumpen herum ist in Ordnung."

Goa ist eines der beliebtesten Ziele für Badeurlauber in Indien, vor allem bei Touristen aus Russland und Israel. In der Hochsaison von Oktober bis März kommen jedes Jahr annähernd zwei Millionen Besucher in den westindischen Bundesstaat. In den vergangenen Jahren hat der Ruf der ehemaligen portugiesischen Kolonie allerdings durch Medienberichte über Drogenhandel und zunehmende Kriminalität gelitten.

ank/AP/dpa



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