Infografik Flugangst? Ein Blick in die Statistik hilft

Wieder ist ein Passagierflugzeug abgestürzt, das Wrack der EgyptAir ist noch verschollen. Werden Flugreisen insgesamt unsicherer?


Infografik der Woche - 2016/21
SPIEGEL ONLINE

Infografik der Woche - 2016/21

Flugkatastrophen bleiben lange im Gedächtnis. Bilder und Berichte etwa vom Abschuss des Flug MH17 über der Ukraine, dem Verschwinden der Malaysian-Airlines-Maschine in Südostasien, der Germanwings-Katastrophe oder der zwischen Griechenland und Ägypten abgestürzten EgyptAir-Maschine.

Auch wenn es scheint, dass sich die tragischen Unfälle und Attentate häufen: Das Fliegen ist nach wie vor eine der sichersten Reisearten - und es wird immer sicherer, wie die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zeigt.

Waren 1973 rechnerisch noch etwas mehr als fünf Todesopfer pro eine Million Passagiere zu beklagen, hat sich dieser Wert in den folgenden Jahrzehnten deutlich verringert und liegt seit der Jahrtausendwende konstant unter eins.

Für 2014, das letzte Jahr, für das sowohl Opferzahlen des Aviation Safety Networks als auch Werte für das weltweite Passagieraufkommen von der Weltbank vorliegen, errechnet sich ein Wert von 0,22 Todesopfern pro eine Million Passagiere. Im Jahr zuvor, 2013, lag der Wert beim bisherigen Tiefstand von 0,09. Statistisch erfasst werden dabei nur Unfälle mit Maschinen, die über mindestens zwölf Passagierplätze verfügen.

Trotz stark steigender Passagierzahlen sinkt die Zahl der Opfer

Auch die absolute Zahl der jährlichen Opfer durch Flugzeugabstürze nimmt im langfristigen Trend ab. Während bis in die Neunzigerjahre hinein fast durchgehend mehr als 1000 Personen pro Jahr bei Flugzeugabstürzen ums Leben kamen, wurde dieser Wert seit der Jahrtausendwende nur dreimal knapp überschritten. Dies ist umso bemerkenswerter, da das globale Passagieraufkommen im selben Zeitraum stark zugenommen hat.

Angesichts der immer noch zahlreichen Vorfälle pro Jahr sind dramatische Unglücke oder Attentate wie zum Beispiel am 11. September 2001 in den Jahresbilanz übrigens kaum sichtbar.

Eine Ausnahme stellt hier das Jahr 1985 dar. Zusätzlich zum Anschlag von Lockerbie mit 270 Todesopfern (11 davon am Boden) ereignete sich damals auch das schwerste Flugzeugunglück, an dem nur eine Maschine beteiligt war: Eine Boeing 747 verunglückte auf dem Weg von Tokio nach Osaka. Insgesamt 520 Passagiere und Crewmitglieder kamen ums Leben.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf der Themenseite.

agr/pst



insgesamt 85 Beiträge
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Seite 1
dont_think 29.05.2016
1.
Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe. Fliegen nach dem Prinzip "Schwerer als Luft" endet zwangsläufig mit der Landung. Mal heftiger, mal weniger hart. Warum sind keine Piloten, Flugbereiter, Militärs, Paraglider / Fallschirmspringer, Wingsuitebenutzer, Selbstmörder oder selbst Radsportler ausgewiesen? Es bleibt dabei: ich fliege nicht.
steviespeedy, 29.05.2016
2. Wie dem auch sei,
es ist auch das "selber nicht eingreifen können", was das ungute Gefühl erzeugt. Einem Piloten vertrauen müssen, den man nicht kennt. Aber klar doch: die Statistik spricht für das Flugzeug. Ausserdem gibt es Seminare für"entspanntes Fliegen".
skalnab 29.05.2016
3.
Schade nur, dass ein richtiger Phobiler für rationale Argumente kaum zugänglich ist.
fuzzi-42 29.05.2016
4. Fliegen ist nur
.....wenn man es auf die Strecke bezieht. Pro Zeiteinheit sieht es leider längst nicht mehr so gut aus!
steffen.ganzmann 29.05.2016
5. Tut mir leid.
Zitat von dont_thinkIch glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe. Fliegen nach dem Prinzip "Schwerer als Luft" endet zwangsläufig mit der Landung. Mal heftiger, mal weniger hart. Warum sind keine Piloten, Flugbereiter, Militärs, Paraglider / Fallschirmspringer, Wingsuitebenutzer, Selbstmörder oder selbst Radsportler ausgewiesen? Es bleibt dabei: ich fliege nicht.
Aber diesen o.a. Satz verstehe ich nicht ...
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