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Insolvente Fluglinie: Japan Airlines fürchtet Uniformverkauf an Fetisch-Fans

Mit ihren Uniformen könnten die Stewardessen von Japan Airlines richtig Kasse machen: Unter Fetischisten werden die strengen Kostüme hoch gehandelt. Die insolvente Fluggesellschaft fürchtet nach den anstehenden Entlassungen einen Uniform-Boom auf dem Schwarzmarkt - und einen weiteren Imageeinbruch.

Modenschau der Japan Airline (Archiv): Uniformen sind in Japan sehr begehrt Zur Großansicht
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Modenschau der Japan Airline (Archiv): Uniformen sind in Japan sehr begehrt

Tokyo - Die Uniformen der Japan Airlines sind in dunklen Farben gehalten, klassisch geschnitten, sie wirken seriös. Und dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb sind sie bei den Freunden von sexuellen Rollenspielen begehrt - und bisher nicht erhältlich. Nach dem Insolvenzantrag von Japan Airlines (JAL) im Januar fürchtet die Fluggesellschaft aber, dass gechasste Stewardessen ihre Berufskleidung an Uniform-Fetischisten verkaufen könnten. Die JAL plant, bis Ende März rund 1300 Flugbegleiterinnen zu entlassen. Andere Angestellte müssen Einschnitte in Gehalt und Boni hinnehmen.

Die größte Fluggesellschaft in Asien kämpft zurzeit um ihr finanzielles Überleben und auch um ihre Reputation. Nach der Bankrotterklärung im Januar mit hohen Schulden bemüht sich die JAL, den Flugverkehr mit Hilfe von Finanzspritzen der japanischen Regierung fortzuführen.

Ein Kostümflut auf dem Schwarzmarkt würde da dem Image der Fluglinie zusätzlich schaden. "Wir haben sehr strikte Regeln für unsere Uniformen. Wenn Mitarbeiter den Konzern verlassen, sind sie verpflichtet, sie zurückzugeben", sagte eine JAL-Sprecherin zur britischen Tageszeitung "Daily Telegraph". Es sei auch eine Frage der Sicherheit. Denn die Uniformen könnten auch dafür genutzt werden, sich unerlaubt Zugang zu für die Öffentlichkeit gesperrte Bereiche an Flughäfen zu verschaffen.

Uniform für über 12.000 Euro

Japans zweite große Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA), deren Uniformen ähnlich beliebt sind, schützt die Berufskleidung mit eingenähten Computerchips vor Missbrauch. Japan Airlines hat dem "Daily Telegraph" gegenüber bestritten, zu solch einer Maßnahme greifen zu wollen. Die JAL-Uniformen sind dem Bericht zufolge mit einer Seriennummer ausgestattet, eine eigene Abteilung ist mit der Kontrolle beschäftigt. Dennoch sind schon einige Uniformen entwendet worden.

Ein JAL-Sprecher räumte der britischen "Times" gegenüber ein, dass vor einigen Jahren Uniformen von Stewardessen der Business-Lounge gestohlen wurden. Der Konzern habe demnach etwa 1650 Euro gezahlt, damit die Uniformen aus einer Internetauktion genommen wurden.

Nachgemachte JAL-Uniformen sind schon längst im Handel erhältlich. Aber mit Originaluniformen, deren erste Versionen von der japanischen Stardesignerin Hanae Mori designt wurden, könnten Stewardessen auf dem Schwarzmarkt tatsächlich ein kleines Vermögen machen. Ein volles Set, berichtet der "Daily Telegraph", werde im Internet für umgerechnet etwa 2200 Euro angeboten. In Tokios Shopping-Viertel Akihabara sei eine Uniform sogar für umgerechnet rund 12.200 Euro verkauft worden, berichtet die "Times".

Zusätzlich zu den Abfindungszahlungen der Japan Airlines wäre das eine beträchtliche Summe für entlassene Stewardessen.

som

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Das ist wohl ein Witz?
muwe6161 04.03.2010
Solche Uniformen können für wenige Dollar nachgeschneidert werden. Eine typische Internet-Ente.
2. same same
brux 04.03.2010
Zitat von muwe6161Solche Uniformen können für wenige Dollar nachgeschneidert werden. Eine typische Internet-Ente.
Genau. Macht jeder Schneider in Hong Kong, Bombay oder Bangkok in 24 Stunden. Soll es Top-Qualität sein, dauert es 3 Tage.
3. könnte sein
MadMad 04.03.2010
... aber nachgemachte sind keine echten getragenen Uniformen. Im TV habe ich gesehen, dass es in Japan einen Versandhandel für von Schülerinnen getragenen Slips gibt. Bei solch perversen Leuten halte ich die Befürchtungen mit den Uniformen auch für möglich.
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