Internet-Satire: Falscher Twitter-Account blamiert Deutsche Bahn

Wer beim Twitter-Angebot von @deutschebahn Informationen des Großkonzerns erwartet, wird enttäuscht. Denn hinter den humorvollen Tweets steht ganz sicher nicht die Deutsche Bahn - die hat es offenkundig versäumt, sich rechtzeitig den Account-Namen zu sichern.

Twitter-Account @deutschebahn: Schabernack auf Kosten des Großkonzerns Zur Großansicht

Twitter-Account @deutschebahn: Schabernack auf Kosten des Großkonzerns

Der Leser erhält Infos über eine geplante BahnCard für tote Fahrgäste oder erfährt, dass "heute planlos und ganz spontan" gestreikt werde: Was auf dem Twitter-Account "deutschebahn" zu lesen ist, hat nichts mit der tatsächlichen Unternehmenskommunikation des Großkonzerns zu tun.

Schon im Profil des unbekannten Schreibers, der hinter der Seite steht, wird klar, dass es sich um kein PR-Angebot der Deutschen Bahn handelt. "Die echte Bahn fährt wo anders! (inoffizieller Twitter Account)" ist dort zu lesen.

Dass es sich um eine Satire handelt, würde sich dem Leser aber auch ohne diese Information problemlos erschließen. Einträge wie " Wie kän ahlsoh schpiek inglisch. Noh Probläm!" oder "Wir machen gerne Scherze, das wisst ihr ja. Behaupten immer, wir würden pünktlich am Zielort ankommen" würde man wohl bei der Deutschen Bahn selbst nicht zu lesen kriegen.

Die Social-Media-Versuche des Konzerns stehen bislang unter keinem guten Stern. So richtete die Bahn eine Fanseite bei Facebook ein, bei der es hauptsächlich darum ging, ein neues Ticket zu verkaufen und nicht um eine direktere Kommunikation mit den Kunden. Das brachte dem Unternehmen Kritik im Netz ein, auch im Twitter-Account von deutschebahn wurde genüsslich der Finger in die Wunde gelegt. Ein Eintrag lautet, "Wer ist dieser Social Media? Können Sie uns helfen? Finden wir sowas auch bei diesem Google?", an anderer Stelle heißt es "Ein wenig Geduld bitte noch. Antworten auf eure Beiträge kommen bald. Unser Social Media-Berater sitzt in der Bahn fest".

Fast 600 Follower sind bereits auf das Angebot aufmerksam geworden. Besonders viele Einträge gab es zu den Bahnstreiks, auch das Thema Stuttgart 21 ist immer wieder präsent in dem Twitter-Account, dessen erster Eintrag vom 8. August stammt. Über die Motivation für ihre Postings geben die Macher auch Aufschluss: "#Bahn hat sich nicht @deutschebahn gesichert. Entsprechend entsteht dort lustiger Schabernack", heißt es in einem Eintrag. Die Deutsche Bahn war bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

sto

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