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Verrückte Zug-Durchsagen: "Grund für die Verspätung ist der Suizid eines Hundes"

Unmoralische Angebote im Bordbistro, betrunkene Metal-Fans am Mikro: Manche Bahnfahrten sind so amüsant, dass sie unvergesslich bleiben. Hier berichten SPIEGEL-ONLINE-Leser von ihren verrücktesten Erlebnissen - und von der interessanten Minuspunkt-Theorie einer Schaffnerin.

Warten am Bahnhof: Wer mit Zügen reist, muss auf Überraschungen gefasst sein Zur Großansicht
hauckundbauer.de

Warten am Bahnhof: Wer mit Zügen reist, muss auf Überraschungen gefasst sein

Abenteuer Bahnfahrt: Seit der Veröffentlichung des neuen SPIEGEL-ONLINE-Buches "Sorry, wir haben uns verfahren" haben Dutzende Leser weitere Anekdoten von ihren besten Zug-Erlebnissen eingeschickt. Die besten davon wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Denn immerhin geht es um Leben und Tod, um Sex im Bordbistro - und um Darmstadt.


Wegen eines Triebwerkschadens stand der Intercity von Dresden nach Leipzig mehr als eine Stunde mitten in der Pampa, nichts rührte sich. Um mir die Zeit zu verkürzen, ging ich ins Bordrestaurant und fragte den Verkäufer hinter dem Tresen: "Können Sie mir was kleines Süßes verkaufen?" Der Mann schaute zu seiner (wirklich noch ziemlich jungen und bildhübschen) Kollegin und fragte sie in typischem Sächsisch: "Na isch wees nüsch... Haste Lust?"

Jan Löffel


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Im Regionalzug von Hamburg nach Neumünster, der auf Gleis 7 in Abschnitt B abgefahren ist. Der Regionalzug nach Lübeck dagegen fuhr vom gleichen Bahnsteig aus Abschnitt A in die entgegengesetzte Richtung los.

Fahrscheinkontrolle. Eine ältere Dame zeigt ihr Ticket vor.
Schaffner: "Interessante Route, meine Dame."
Passagierin: "Wieso?"
Schaffner: "Sie wollen doch nach Lübeck."
Passagierin: "Ja, und?"
Schaffner: "Das ist aber der Zug Richtung Kiel."
Passagierin: "Oh mein Gott! Sofort anhalten und umkehren!"
Schaffner: "Meine Dame, das geht nicht so ohne weiteres. Aber Sie können auch in Kiel einen Zug nach Lübeck nehmen, kein Problem."
Passagierin: "Aber meine Schwester wartet in Lübeck auf mich! Außerdem ist das hier doch der Zug nach Lübeck, das steht doch draußen dran!"
Schaffner: "Nein, meine Dame, tut mir leid. Dieser Zug fährt nach Kiel, und so steht es an den Wagen."
Passagierin: "NEIN! Da steht 'Lübeck' dran!"

Zwischenzeitlich erreichte der Zug einen Bahnhof, und die Dame bestand darauf, mit dem Schaffner die Fahrtzielanzeige außen am Waggon zu prüfen. Also stiegen beide aus. Der ganze Waggon bekam fast Schlagseite, weil alle Fahrgäste nach rechts stürzten, um den Fortgang des Schauspiels zu verfolgen. Wild gestikulierend deutete die Dame auf die Schrift, die beharrlich das Wort "Kiel" anzeigte. Da der Zug weiterfahren musste, stiegen die Dame und der Schaffner wieder ein.

Passagierin: "Und ich sage Ihnen, da stand 'Lübeck' dran!"
Schaffner: "Meine Dame, der Zug nach Lübeck fährt vom gleichen Bahnsteig, aber aus einem anderen Abschnitt nach Lübeck, Sie haben sich geirrt."
Passagierin: "NEIN!"
Schaffner: "Nun gut, dann rufen Sie Ihre Schwester doch an und sagen ihr, dass Sie später kommen."
Passagierin: "Ich habe kein Handy."
Da bietet ein anderer Fahrgast sein Handy zum Anruf bei der Schwester an.
Schaffner: "Sehen Sie, kein Problem. Wie lautet denn die Telefonnummer ihrer Schwester?"
Passagierin: "Weiß ich nicht auswendig."
Schaffner: "Gut, dann rufen wir die Vermittlung an. Wie heißt denn Ihre Schwester?"
Passagierin: "Herta!"

In diesem Augenblick erreichte der Zug meinen Zielbahnhof, und ich musste aussteigen. Schade! Ich hätte gerne erlebt, wie die Geschichte zu Ende ging.

Kai Gieseler


An einem Bahnhof in München habe ich Folgendes erlebt: Die U-Bahn ist abfahrbereit. Eine ältere Frau steht draußen sehr dicht vor dem Waggon und winkt ihren Lieben. Durchsage des Fahrers: "Bitte zurückbleiben." Die ältere Frau lässt sich nicht beeindrucken. Kurz darauf kommt eine neue Durchsage vom Fahrer: "Die Dame, die da so nett winkt: Gengans bitte a Stückerl zurück, sonst wird's ein Abschied für immer." Die Folge war schallendes Gelächter in der ganzen U-Bahn.

Markus Wolf


Die ungewöhnlichste Durchsage, die ich bislang gehört habe: "Der ICE hat leider Verspätung, Grund dafür ist der Suizid eines Hundes."

Florian & Kristin Klaus


Kleines Bahn-ABC

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Auf einer Fahrt erlebte ich bei der Fahrkartenkontrolle eine Zugbegleiterin, die wohl auch als Grundschullehrerin keine schlechte Figur machen würde.
Schaffnerin: "Was steht denn da?"
Ich: "Wo?"
Schaffnerin: "Oben auf Ihrem Täblädd."
Ich: "Online-Ticket??"
Schaffnerin: "Aha."
Ich: "Aha??"
Schaffnerin: "Was drucken S' des net aus?"
Ich: "Ging bisher auch so."
Schaffnerin: "Aber jetzt nimma. Eigentlich müsste ich Ihnen jetzt an Minuspunkt geben."
Ich: "Oh, Minuspunkt, bitte nicht. Äh… was passiert dann?"
Schaffnerin: "Drei dürfen S' haben. Beim vierten verlieren Sie Ihre Kundennummer."
Ich: "Oh nein. Und dann? Ist alles aus?"
Schaffnerin: "Ja, dann können Sie tun, was Sie wollen, Sie kommen nicht mehr in Ihr Profil. Gesperrt für immer."
Ich: "Und dann? Kartenkauf etwa am Automaten?"
Schaffnerin: "So schaut's aus. Da sehen Sie mal. Ich gebe Ihnen jetzt keinen Minuspunkt. Ausnahmsweise."
Ich: "Wie gut Sie sind. Vielen Dank!"
Schaffnerin: "Ach, manchmal simma ja auch kulant!"

Stefanie Koch


In einem ICE von Augsburg nach Köln kam kurz vor Mannheim folgende Durchsage: "Meine Damen und Herren, leider haben wir nur noch zwei Minuten Verspätung, so dass alle Anschlusszüge in Mannheim erreicht werden."

Thomas Radl


Vor einigen Jahren war am Bochumer Hauptbahnhof folgende Durchsage zu hören: "Das Urinieren auf dem Bahnsteig ist erstens nicht schön und zweitens nicht erlaubt, auch wenn Sie sich hinter dem Aufzug verstecken." Überhaupt war der Ansager an diesem Tag offenbar sehr gut drauf, stellenweise hörte man ihn auch über die Lautsprecheranlage Lieder summen.

Sascha Just


Auf der täglichen Pendlerfahrt von Tübingen nach Stuttgart sind wie immer zahlreiche nach Frankfurt weiterreisende Geschäftsleute an Bord, die den Anschluss um 7.51 Uhr ab Stuttgart erreichen müssen. Alle wissen, dass der Zug mal wieder ordentlich Verspätung hat.
Dann kam die Durchsage: "Sehr verehrte Damen und Herren, unser Zug hat zurzeit eine Verspätung von zehn Minuten. Der ICE 614 nach Berlin Zoo über Mannheim und Frankfurt kann leider nicht mehr erreicht werden." Man kann im Abteil deutlich sehen, wer zusammenzuckt und diesen Zug eigentlich noch erreichen wollte.
Unmittelbar danach kam eine zweite Durchsage: "Hier spricht der Lokführer. Der ICE 614 nach Berlin Zoo über Mannheim und Frankfurt wird noch erreicht werden." Erleichtertes Aufatmen im Abteil. Dritte Durchsage unmittelbar danach: "Hier spricht die Zugführerin. Die Verkehrsleitstelle in Darmstadt - ich wiederhole: Die Verkehrsleitstelle in Darmstadt hat mir mitgeteilt, dass der Anschluss zum ICE 614 nach Berlin Zoo über Mannheim und Frankfurt nicht erreicht werden kann." Irritation und verständnislose Blicke im Abteil.
Als Antwort kam jedoch gleich die nächste Ansage: "Hier spricht noch einmal der Lokführer. Der ICE 614 nach Berlin Zoo fährt derzeit hinter uns und auf demselben Gleis nach Stuttgart und wird uns bis dahin vermutlich nicht überholen." Die Folge war großes Gelächter und Erleichterung im Abteil. Danach kamen keine weiteren Durchsagen mehr, auch keine neuen Infos aus Darmstadt.

Andreas Kreuzenbeck


Im RE von Köln nach Düsseldorf wurden die Haltestellen folgendermaßen durchgesagt: "Köln Hbf", "Köln Messe Deutz", "Köln Mülheim", "Leverkusen" und sehr zur Freude aller Kölner im Zug: "Köln-Düsseldorf". Selten habe ich so ein Gelächter in einer Bahn erlebt.

Carina Hengesbach


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Im Regionalzug von Glöwen nach Berlin vor circa zwei Jahren. Wir waren auf dem Rückweg nach Berlin, der Zug war voller Fußballfans und Besucher eines Heavy-Metal-Festivals in Schleswig-Holstein. Dementsprechend war die Stimmung. Einigen Fahrgästen gelang es dann tatsächlich, das Serviceabteil zu entern und eigene Durchsagen zu machen. Die harmloseren waren so was wie "Im Wagen 4 sitzt eine scharfe Frau". Diese Sprüche veranlassten den Lokführer, von vorne durchzugeben: "Bitte beachten Sie diese Durchsagen nicht!"

Burghard Gebauer


ICE-Fahrt von Jenbach nach Berlin: Auf unserer achtstündigen Rückreise vom Achensee nach Berlin verringerte der ICE auf freier Strecke das Tempo, um schließlich anzuhalten. Die folgende Durchsage lautete in etwa: "Werte Fahrgäste, wir müssen hier im Bereich der eingleisigen Baustelle auf den entgegenkommenden Zug warten. Wir bitten um Ihr Verständnis." Dem aufmerksamen Zuhörer fuhr da sicher ein Schrecken durch die Glieder. Zum Glück haben wir dann aber doch vor dem eingleisigen Baustellenbereich gewartet!

Jan Winkler

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1. Geht ja noch....lach...
Torfkopp 09.10.2012
Zitat von sysophauckundbauer.deUnmoralische Angebote im Bordbistro, betrunkene Metal-Fans am Mikro: Manche Bahnfahrten sind so amüsant, dass sie unvergesslich bleiben. Hier berichten SPIEGEL-ONLINE-Leser von ihren verrücktesten Erlebnissen - und von der interessanten Minuspunkt-Theorie einer Schaffnerin. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/irre-zug-durchsagen-was-leser-mit-der-bahn-erlebten-a-859145.html
auf der Nahetalstrecke Richtung Saarbrücken passierte vor ein paar Jahren folgendes : Kurz vor Bad Sobernheim im RE die Durchsage : "Da leider sämtliche WCs ausgefallen sind, werden wir diesbezügliuch einen kurzen Stopp in Bad Sobernheim einlegen. Achtung ! Die Toiletten befinden sich außerhalb des Bahnhofsgeländes." Ich überlegte hin und her, entschied mich dann aber dagegen - gut so : Nach ca. 20sec Standzeit nach dem Aussteigen, setzte sich der Zug wieder in Bewegung und fuhr weiter.
2. Minuspunkt
Martin Steffen 09.10.2012
Onlineticket? Sie bekommen jetzt einen Minuspunkt, und einen Eintrag ins Klassenuch! Bis zum naechsten Halt mussen Sie auch auf dem Gang in der Ecke stehen. Die Bahn wie man sie kennt :-)
3. ICE - Würzbug - Frankfurt
peat53 09.10.2012
Hochsommer 2000 - Plötzlich quiiiietsch.Zug bleibt stehen.Durchsage > Meine Damen und Herren,durch einen Weichenfehler müssen wir anhalten, wir bekommen Gegenverkehr.Bitte haben sie Geduld. Alle schauen betroffen.Hitze draussen,Hitze drinnen. Man geht massig ins Bordbistro,trinkt ganz schön viel und ergeht sich in Szenarien, was ist wenns plötzlich knallt durch Gegenzug ? Man rechnet durch,wir sind in der Mitte des Zugs, es kann also alles halb so schlimm werden.Aber die Paranoia steigt.Ich fange an Gitarre zu spielen, das lenkt ab,wir beginnen zu singen, die Stimmung kippt in Galgenhumor. Nach über 1 Std. rauscht auf Nebengleis ein langer Güterzug vorbei. Durchsage> Das ging ja noch mal alles gut,wir fahren weiter. Vor Frkfrt. fährt Zug ganz langsam ein,wir sind alle ganz schön hackedicht, ich schaue beim aufstehen nicht nach oben und glaube ich zieh mich am Griff hoch. Es war leider die Notbremse.Nochmal 10 Min. warten. Die Gäste ausm Bistro verteidigten mich vor Bahnpolizei dass es ein Versehen war, und das wars auch glaubhaft. Anschlusszug ? Ich hab in Frkft. übernachtet. Denkwürdige Reise.
4. Bahnservice
gamosch 10.10.2012
an einem Mittwoch bin ich mit der von Basel nach Bonn-Beuel gereist. Vor Koblenz verletzte ich mir mein Knie dermaßen, dass ich es nicht mehr bewegen noch belasten konnte. Zum Glück kam die Zugbegleiterin vor meinem Zielbahnhof noch durchs Abteil, sodass ich ihr mein Dilemma schildern konnte. Wie sollte ich mit meinem Koffer aus dem Zug kommen? "Ich rufe den Service in Beuel an, damit Sie Hilfe bekommen" war die Antwort. Nach einiger Zeit kam sie zurück und meinte " Es tut mir sehr leid, aber in Bonn-Beuel gibt es nur am Montag Service". Geholfen haben mir schließlich sie und eine Passagierin.
5. Zugnavi
mbeck12 16.10.2012
Im ICE von Mch nach Wzbg testet ich aus Langeweile bei meinem Navi die Möglichkeiten zur Streckensimulation aus. Als bei einer schnurgeraden Hochgeschwindigkeitsstecke der Zug gerade 250 km/h erreichte quäkte der Lautsprecher des Navi im ansonsten flüsterleisen Wagon: "... "Nächste Ausfahrt rechts abbiegen.... jetzt abbiegen!" Das war ein Gelächter!
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