Neue Regeln Island verbietet Wildcampen

Touristen in Island können nicht mehr campen, wo sie wollen. Auch wo sie ihr Geschäft verrichten dürfen, regelt nun ein Gesetz: Die Isländer hatten die Nase voll von sanitären Naturerlebnissen.

Campen in Island
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Campen in Island


Island-Urlaube sind vor allem etwas für Outdoor-Fans: Immer der szenischen Ringstraße entlang, an Geysiren und Bergen vorbei, über Schotterpisten und in nebelumwaberte Täler hinab. Am Abend schlägt der Abenteurer sein Zelt an einem stillen Plätzchen auf - um am nächsten Morgen in der Einsamkeit der isländischen Landschaft aufzuwachen.

Damit ist jetzt Schluss, zumindest teilweise: Das Land hat seine Camping-Regeln verschärft. Besonders im Süden ist das Wildcampen nun verboten. Wie isländische Medien berichten, hat die Polizei damit unter anderem auf eine Reihe von Ordnungswidrigkeiten von Reisenden reagiert.

"Es hat in der Vergangenheit eine Menge Diskussionen über das Verhalten von Touristen gegeben", sagt Gunnar Porgeirsson von der Verbandsgemeinde Südisland. "Die meisten von ihnen wollen sich ja an die Gesetze halten." Nur diese Gesetze seien bisher in Island von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Das führte zu Verwirrungen - bei der Polizei sowie bei Urlaubern.

Pissen verboten

Die neuen Regeln geben nun vor, dass das Campen an beliebten Orten außerhalb von ausgezeichneten Campingplätzen in Vans, Bussen oder Zelten im Süden der Insel verboten ist. Ebenso ist es dem neuen Gesetz zufolge verboten, in der Öffentlichkeit sein Geschäft zu verrichten. Denn auch das scheint ein Problem gewesen zu sein: Es habe immer wieder Berichte über Touristen gegeben, die in der Öffentlichkeit oder auf private Grundstücke uriniert hätten - oder mehr.

Die gute Nachricht: Echte Outdoor-Fans sind gar nicht von der neuen Regelung betroffen. Für solche Reisende, die mit dem Zelt auf dem Rücken in den Bergen unterwegs seien, treffe das Gesetz nicht zu, meldet die "Iceland Review". In der Wildnis, abseits von Einwohnern, Zivilisation und Infrastruktur dürfe man weiterhin sein Zelt aufschlagen, wo man wolle.

kry

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 23.11.2017
1. na hoffentlich...
....hat man das Gesetzt auch an die Isländischen Ponys, Schafe und sonstigen Tierchen verteilt....damit die auch nicht mehr ihr Geschäft einfach so im Feld verrichten. Muss ja haarsträubend sein von einem Pferdeapfel in den nächsten zu treten....
marco_soso 23.11.2017
2.
Schade, dass die Touristen es auch dort versaut haben. Ich habe Verwandschaft dort und die ist alles andere als begeistert, wie sich die Camper in der Natur dort benommen haben. Viele einheimische Camper sind nun auch verärgert, weil ihnen so der Aufenthalt in der Natur erschwert wird. Letztlich ist es hier an der Ostsee aber auch nicht anders. Viele Orte sind mittlerweile gesperrt, weil sich einige Camper wie die letzten Schweine benommen haben.
r_dawkins 23.11.2017
3. @fatherted98
also ich trete doch wesentlich lieber in Pferdeäpfel oder Schafsbämberle als in mesnchliche Exkremente! soviel ist klar
shooop 23.11.2017
4. Zustimmung
Ich war selbst da und habe leichtfertig an einer warmen Quelle mein Zelt aufgeschlagen. Das gab ordnetlich Mecker vom ortsansässigen Bauern - und das zu Recht. Wenn das alle machen, ist bald alles vermüllt (leider gibt es ja genug Zeitgenossen, die ihren Müll liegenlassen) und die Isländer erkennen ihr Ländchen nicht mehr wieder. Das schöne ist, dass Campingplätze auf Island an schönen Orten liegen und sehr spartanisch und natürlich ausgestattet sind - also alles was das Camperherz begehrt.
marco_soso 23.11.2017
5. ...
Zitat von fatherted98....hat man das Gesetzt auch an die Isländischen Ponys, Schafe und sonstigen Tierchen verteilt....damit die auch nicht mehr ihr Geschäft einfach so im Feld verrichten. Muss ja haarsträubend sein von einem Pferdeapfel in den nächsten zu treten....
... die Ponys schmeißen Ihre Bierdosen und Plastikmüll zumindest noch nicht überall hin... auch stecken sie ihren Müll noch nicht in Brand... auch nutzen sie noch keine KFZ, die sie quer durch die Natur fahren und auch gerne mal irgendwo versenken...
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