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Tote nach Explosion: Auswärtiges Amt warnt vor Menschenansammlungen in Istanbul

Eine schwere Explosion hat das Istanbuler Touristenviertel Sultanahmet getroffen, es gibt Tote und Verletzte. Das Auswärtige Amt rät Urlaubern nun dringend, größere Menschenmengen zu meiden.

REUTERS

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Istanbul empfiehlt das Auswärtige Amt deutschen Urlaubern "dringend", dort alle Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen zu meiden. Sie sollten sich über die Reisehinweise und Medien informiert halten.

Die Reisehinweise auf der Homepage des Ministeriums wurden entsprechend aktualisiert. Auch in anderen größeren Städten der Türkei sollten sich Reisende grundsätzlich an belebten Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln so kurz wie möglich aufhalten. Bei Reisen nach Istanbul und über Land rät die Behörde generell zu erhöhter Vorsicht.

Nach Angaben des Gouverneurs von Istanbul gab es bei der Explosion mindestens 10 Tote und 15 Verletzte. Zu der Detonation kam es in dem bei Touristen beliebten Altstadtviertel Sultanahmet, in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei.

Hagia Sophia in Sultanahmet: In der Nähe ereignete sich die Explosion Zur Großansicht
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Hagia Sophia in Sultanahmet: In der Nähe ereignete sich die Explosion

Türkische Medien berichten, unter den Verletzten seien auch Deutsche. Laut CNN Türk wurden sechs Deutsche, ein Norweger und ein Peruaner in Krankenhäuser eingeliefert. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu spricht von drei Leichtverletzten aus Deutschland. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Zu den Spekulationen hieß es im Auswärtigen Amt zunächst nur: "Das Generalkonsulat in Istanbul bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung und steht dazu in engem Kontakt mit den türkischen Behörden." Noch sei es zu früh, Aussagen darüber zu treffen, ob deutsche Staatsangehörige betroffen seien. Deutsche sind die größte Urlaubergruppe in der Türkei.

Von Reisen ins türkische Grenzgebiet zu Syrien und Irak rät das Amt seit einiger Zeit ab. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat 2015 mehrere Anschläge in der Türkei verübt, allerdings bislang nicht auf Touristen.

In der Türkei kommt es außerdem zu verstärkten Zusammenstößen zwischen den türkischen Sicherheitsbehörden und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. "Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen", schreibt das Auswärtige Amt.

Wer seine gebuchte Reise nach Istanbul noch nicht angetreten hat, kann sie wahrscheinlich kostenlos umbuchen oder stornieren. Nach derzeitiger Rechtsprechung bestehe ein Kündigungsrecht wegen Gefährdung durch höhere Gewalt, erklärte der Reiserechtler Ernst Führich aus Kempten. Anders sieht es zum Beispiel bei Badeurlaub in anderen Teilen der Türkei aus. Solche Pauschalreisen könnten nicht einfach kostenlos storniert werden, sagte der Jurist.

Im asiatischen Teil Istanbuls brach zeitgleich zur Detonation in Sultanahmet ein Großbrand in einem Hotel aus. Ob ein Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Attentat besteht, ist unklar. Alle Bewohner des Hotels wurden laut dem Bürgermeister des Stadtteils Maltepe evakuiert.

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Istanbul: Explosion in Sultanahmet

abl/dpa

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