Zu geringer Kabinendruck Flugpassagiere bluten aus Nasen und Ohren

Bald nach dem Start in Mumbai musste ein Flugzeug wieder umdrehen. Dutzende Passagiere litten unter Nasen- und Ohrenbluten. Der Grund: Die Crew soll einen wichtigen Schalter nicht umgelegt haben.

Darshak Hathi

Der Flug von Mumbai in Richtung Jaipur dauerte nur 45 Minuten - dann drehte die Maschine um. Etliche Passagiere des innerindischen Fluges litten da schon an Nasen- und Ohrenbluten sowie Kopfschmerzen: die Folgen eines zu geringen Luftdrucks.

Die Besatzung der Fluggesellschaft Jet Airways habe vergessen, beim Start am Donnerstag einen Schalter für die Luftdruckregulierung umzulegen, zitierte die indische Nachrichtenagentur PTI einen Sprecher der Generaldirektion für zivile Luftfahrt. "Daher konnte der Luftdruck nicht erhalten werden und die Sauerstoffmasken wurden ausgelöst", sagte er laut CNN.

"Ich sah, dass viele Leute Nasenbluten hatten", sagte der Passagier Joel D'Souza zu CNN. "Ich nahm meine Sauerstoffmaske für eine Sekunde ab, und es war so stickig und heiß in der Kabine. Es gab keine Ansage durch die Crew, niemand wusste, was zu tun war."

Flugzeuge sind in Höhen unterwegs, in denen der Luftdruck sehr viel geringer ist als am Boden und damit auch der Sauerstoffgehalt der Luft niedriger. Daher wird der Kabinendruck über Auslassventile reguliert, um eine geringere Höhe zu simulieren: Er erhöht sich allmählich im Steigflug und wird beim Landeanflug allmählich wieder gesenkt. Bei moderneren Maschinen übernimmt der Flight Management Computer (FMC) die Steuerung, in älteren müssen Piloten noch eine Schalttafel bedienen.

Das zuständige indische Ministerium teilte über Twitter mit, 30 von 166 Passagieren würden medizinisch behandelt. Die Besatzung werde suspendiert und der Vorfall untersucht. Jet Airways teilte lediglich mit, dass Flug 9W697 den Flug aufgrund eines Kabinenluftdruckabfalls abbrechen musste." Eine Sprecherin wollte nicht bestätigen, dass dies schuld der Crew gewesen sei.

abl/dpa

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