Durstiger Gast: Seelöwe checkt in kalifornischem Hotel ein

In San Diego ist ein Seelöwe in ein Hotel gewatschelt und hat auf einem Sessel auf der Terrasse Platz genommen. Als seine Retter kamen, ließ sich das dehydrierte Tier widerstandslos fangen. Es ist eines von Hunderten, die derzeit in Kalifornien unterernährt an der Küste stranden.

REUTERS

Hamburg - Normalerweise genießen sie die kalifornische Sonne, planschen im Pazifik und brüllen vor Wonne. Doch am Dienstag ist ein junger Seelöwe am Strand von La Jolla von seinen alltäglichen Routinen abgewichen und bis in ein Hotel an der Promenade gewatschelt. Das Weibchen habe auf einem gepolsterten Sessel im Pantai Inn Platz genommen, sagt der Hotelmanager Shane Pappas ABC News. 12,5 Kilogramm habe es gewogen - und es soll dehydriert gewesen sein.

"Das kleine Mädchen war orientierungslos und unterernährt", sagte Pappas. Mit einem Netz wurde das Junge eingefangen und mit einem Lastwagen in einen nahegelegenen Tierpark gebracht. Nun soll es sechs Wochen unter Beobachtung bleiben und aufgepäppelt werden, bevor es wieder ausgewildert wird.

Eine Auswertung der Überwachungskameras habe ergeben, dass das Seelöwen-Junge "über die Straße, die gepflasterte Auffahrt hinauf und auf den Sessel" gerutscht sei.

SeaWorld kümmert sich jedes Jahr um orientierungslose Meeressäuger. "Normalerweise retten wir pro Jahr 150 Meerestiere", sagt SeaWorld-Mitarbeiterin Jody Westberg dem lokalen Fernsehsender San Diego 6. Nun läge die Zahl schon bei über 240 - allein zwischen Januar und März. Dem Bericht nach hätten Wissenschaftler extrem viele untergewichtige Tiere entdeckt. "Es ist wirklich traurig, diese extrem schlecht ernährten Tiere zu sehen", sagt Westberg. "Wir können ihre Rippen und ihre Rückgrat sehen."

Der Grund für die vielen gestrandeten Seelöwen ist noch unklar. Die Nationale Fischereibehörde hat laut San Diego 6 bereits eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeitsrate festgestellt.

Auch das Seelöwenjunge, das sich in La Jolla auf einen Sessel am Pool gesetzt hatte, wirkte schwach. Als die Retter es fingen, wehrte es sich kaum, wie ein Video im Internet zeigt. Es wirkte fast ein bisschen, als habe es dort im Hotel auf seine Retter gewartet. Als sie es wegtrugen, lag es regungslos in dem Netz.

jus/AFP

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Leergefischt ?
iffel1 28.03.2013
Wen wunderts ?
2. Arme Tiere
Stelzi 28.03.2013
Da kann man nur hoffen, dass diese armen Tiere durch die proteinreiche Druckbetankung und Pflege wieder auf die Flossen kommen. Vermutlich ist tatsächlich die Überfischung mit ein Grund für dieses tragische Phänomen...
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