Karneval in Venedig: Die Masken sind los

Sprung in die Menge aus 99 Meter Höhe: Mit dem traditionellen Engelsflug vom Glockenturm auf dem Markusplatz ist der Karneval von Venedig eröffnet worden - vor Tausenden Kostümfans. Für eine eher ungewöhnliche Show-Einlage sorgten mehrere Amateur-Stripper.

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Karneval in Venedig: Engelsflug zum Auftakt
Venedig - Mit dem traditionellen "Volo dell'angelo", dem Engelsflug, ist am Sonntag der Karneval von Venedig offiziell eröffnet worden. Wie in den vielen Jahren zuvor schwebte dabei eine junge Schöne um Punkt 12 Uhr vom Glockenturm auf den Markusplatz. Zu Tausenden applaudierten begeisterte Kostümfans bei unerwartet sonnigem Wetter, als sich der Engel in einer Konfettiwolke vom 99 Meter hohen Campanile in die Menge stürzte. Die Turmspringerin war diesmal die 22-jährige Bianca Brandolini D'Adda - eine Enkelin der Schwester des Fiat-Magnaten Gianni Agnelli.

Auch dieses Jahr haben die Faschingsorganisatoren die berühmte Piazza für das zehntägige Kostümfest wieder komplett in einen fantastischen Zaubergarten verwandelt. Italienische Medien schwärmten am Sonntag von über 1800 Düften, Blumenpracht und einer riesigen, grünen Statue des geflügelten Markuslöwen, dem Wahrzeichen der Stadt.

Am Vorabend hatte dort der 80-jährige italienische Theaterschauspieler Ferrucccio Soleri bereits Tausende Menschen zum Lachen gebracht. Für Aufsehen sorgte auf der Open-Air-Bühne bei 5 Grad und Regen auch ein Striptease: Wohl in Anspielung auf die britische Filmkomödie "Ganz oder gar nicht" (1997), in der Arbeitslose in ihrer Verzweiflung versuchen, sich mit Strippen Geld zu verdienen, wollten drei Beschäftigte des US-amerikanischen Aluminiumriesen Alcoa mit einem Strip auf ihre Lage aufmerksam machen. Der in die roten Zahlen gerutschte Konzern hatte vor kurzem angekündigt, seine Werke in Italien sechs Monate lang zu schließen.

Das "schönste Fest der Welt" dauert noch bis zum 16. Februar und steht dieses Jahr unter dem Motto "Sensation - sechs Sinne für sechs Stadtviertel". Jedes Stadtviertel hat einen bestimmten Sinn zugeteilt bekommen, wobei der "6. Sinn" - der Geist samt seiner Vorstellungskraft - dem Viertel San Marco zugeordnet wurde, dem Herzen der Stadt rund um den weltbekannten Markusplatz.

sto/dpa

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