Katalonien Referendum schreckt mehr Touristen ab als Terror

Der Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens lässt die Tourismuszahlen in der Region einbrechen. Für die Branche könnte dies ein Verlust von über eine Milliarde Euro bedeuten. 

DPA


Die Katalonien-Krise hat den Tourismus in der spanischen Region stark einbrechen lassen: Wie der Branchenverband Exceltur mitteilte, fiel das Geschäft mit den Touristen in Katalonien in der ersten Oktoberhälfte um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In die Auswertung floss die Aktivität der Branche seit der Volksabstimmung über Kataloniens Unabhängigkeit am 1. Oktober bis zu diesem Montag ein.

Die Reservierungen bis zum Jahresende, etwa für Hotels und Transportmittel, sind dem Verband zufolge ebenfalls 20 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, bedeute das einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro.

Die Folgen der Katalonien-Krise für die Branche seien damit noch stärker als die Entwicklung nach den Anschlägen in Barcelona und Cambrils Mitte August, erklärte Exceltur. Damals war der Umsatz in der Branche im September um fünf Prozent zurückgegangen.

Der Tourismus ist für Katalonien sehr wichtig, er trägt zwölf Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. In der Region arbeiten in der Branche rund 405.000 Menschen. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 18 Millionen Reisende. Katalonien und die spanische Zentralregierung stehen wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der Region in einem tiefen Konflikt.

Auch auf die Konjunktur des gesamtes Landes könnte sich die Krise auswirken: Die Regierung in Madrid korrigierte seine Wachstumserwartung für das kommende Jahr von 2,6 auf 2,3 Prozent nach unten und begründet dies mit der Unsicherheit über die Zukunft der Kataloniens. Dies geht aus dem neuen Haushaltsplan des Wirtschaftsministeriums für die EU-Kommission in Brüssel hervor.

abl/AFP



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