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Eurobike-Messe: So finden Sie das passende Elektrofahrrad

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Die E-Bike-Branche boomt - schon 400.000 Räder sollen in diesem Jahr verkauft werden. Doch Kunden verlieren zwischen der Vielzahl von Anbietern und Modellen schnell den Überblick. Ist ein Front- oder Heckantrieb besser? Warum ist die Motorsteuerung wichtig?

Pedelec-Kauf: Kraft aus der Mitte Fotos
Holger Dambeck

Der Saal ist randvoll, als AEG seine beiden neu entwickelten Elektroantriebe für Fahrräder vorstellt. Ab Mitte 2013 will die zum Elektrolux-Konzern gehörende Marke im boomenden Markt für Räder mit E-Motor mitmischen. Die Zahlen beeindrucken: 310.000 Elektrofahrräder wurden 2011 in Deutschland verkauft, in diesem Jahr sollen es 400.000 werden. Der Branchenverband ZIV geht davon aus, dass schon bald jedes sechste verkaufte Fahrrad in Deutschland einen Motor haben wird.

Wie sehr der Elektrorad-Boom die Branche verändert hat, zeigt sich auf der Messe Eurobike in Friedrichshafen. Wer Rennräder oder Mountainbikes testen will, muss einen Tag vor Messebeginn in ein Dorf ins Allgäu reisen. Für E-Bikes hingegen sind große Außenflächen direkt auf der Messe reserviert, Hunderte Räder stehen für Probefahrten bereit. Auf dem Testparcours heizen manche Besucher auf E-Bikes so schnell um die Kurven, dass Ordner sie ermahnen müssen, doch bitte mehr Rücksicht auf Fußgänger und andere Testfahrer zu nehmen.

Es ist in der Tat verblüffend, welchen Fahrspaß 250 Watt Extraschub bringen. Die Beschleunigung aus dem Stand ist enorm, Berge spurtet man mit geradezu übermenschlichen Kräften hoch.

Der E-Bike-Boom hat jedoch auch Nachteile - vor allem für die Konsumenten. Zwar hat sich die Qualität der angebotenen Räder in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, doch der Markt bleibt unübersichtlich. Es gibt Dutzende Motorhersteller wie Panasonic, Bosch, TranzX, Bionix oder Neuling AEG. Diese Motorsysteme werden von mittlerweile fast allen Fahrradherstellern in verschiedenen Varianten verbaut. Der Konsument hat dann die Qual der Wahl und ist damit schnell überfordert.

Front- oder Heckantrieb?

Etwa 95 Prozent aller verkauften Elektroräder sind sogenannte Pedelecs. Sie gelten als normale Fahrräder und dürfen ohne Führerschein gefahren werden. Der Motor schaltet sich nur ein, wenn der Fahrer auch in die Pedale tritt - daher der Name Pedelec. Und er schiebt nur bei Geschwindigkeiten bis 25 km/h mit. Schnelle Pedelecs, auch S-Pedelecs genannt, hingegen unterstützen bis 45 km/h - für sie besteht Kennzeichen- und Versicherungspflicht.

Die Vielfalt beim E-Bike-Design ist groß: Es gibt Bikes mit Front- oder Heckantrieb - dann steckt der Motor in der Vorder- beziehungsweise Hinterradnabe. Und es gibt Räder mit Mittelmotoren - der Motor befindet sich dann im Tretlager. Jedes Antriebssystem hat andere Fahreigenschaften, und jedes hat seine Vor- und Nachteile.

Der Frontantrieb hat den wohl schlechtesten Ruf, was auch daran liegen dürfte, dass er häufig als billigstes System für Einsteiger mit relativ einfacher Steuerungssoftware angeboten wird. Problematisch ist vor allem, wenn der Nachlauf des Motors zu groß ist. Sobald der Fahrer aufhört zu treten, sollte auch der Motor abschalten. Geschieht dies mit Verzögerung, kann man auf rutschigem Untergrund schnell mal auf der Nase liegen.

Den Mittelmotor, unter anderem angeboten von Panasonic, Bosch, Yamaha und künftig auch von AEG, halten viele Experten für das System, das sich langfristig durchsetzen wird. Für diesen Antrieb sprechen unter anderem die tiefe, zentrale Lage des Schwerpunkts und die unmittelbare Zusammenführung von Muskel- und Motorkraft im Tretlager.

Doch auch der Heckmotor hat seine Fürsprecher. Er bringt mehr Drehmoment und gilt deshalb als sportlicher. Das zusätzliche Gewicht im Hinterrad verbessert die Traktion, und er ist oft leiser als ein Mittelmotor.

Wichtig: eine gute Motorsteuerung

Pauschale Empfehlungen für einen Motortypen sind kaum möglich, meint Sebastian Plog, der für die Firma ExtraEnergy regelmäßig E-Bikes testet. "Es kommt darauf an, wozu ich das Rad benutzen will." Gute E-Bikes gebe es in allen drei Antriebssystemen, jeder müsse herausfinden, was am besten zu ihm passe.

Worauf Käufer aber auf jeden Fall achten sollten, ist eine gute Motorsteuerung. Einfache Räder messen nur, ob sich die Pedale drehen, und schalten den Motor dann zu. Das Rad beschleunigt dann ruckartig - der Motor verhält sich sehr aufdringlich. Das kann man mögen - viele Fahrer empfinden es aber als deutlich angenehmer, wenn der Motor intelligenter gesteuert wird. Das geht mit einem Kraftsensor im Tretlager. Wenn man nur leicht tritt, schiebt der Motor nur mit geringer Leistung. Tritt man kräftiger, steigt die Unterstützung.

Welches Antriebssystem am besten zu einem passt, lässt sich bei ausgiebigen Probefahrten herausfinden - und zwar mit möglichst vielen verschiedenen Rädern. Selbst eine Runde auf einem schnellen Pedelec ist empfehlenswert, denn 25 km/h ist eine Geschwindigkeit, die sportliche Fahrer auch ohne Motor erreichen. Weil Händler meist nur eine eingeschränkte Palette an Elektrofahrrädern im Laden stehen haben, sollte man unbedingt mehrere verschiedene Geschäfte besuchen.

Vorab lohnt sich ein Blick in Spezialmagazine wie "Elektrorad", "E-Bike", "ElektroBIKE", "ElektroRad" oder "e-BikeMAGAZIN". Empfehlenswert sind auch die Testergebnisse von ExtraEnergy (gratis) und die Webseite "Besser E-Rad kaufen" des VCD. Wer die neuesten Modelle auf der Eurobike Probefahren möchte, kann dies am Samstag auf dem Publikumstag tun. Man sollte aber etwas Geduld mitbringen, denn traditionell ist das Gedränge auf der Messe dann besonders groß.

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insgesamt 38 Beiträge
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1. Schieben nur bis 25 km/h?
MrGold 30.08.2012
Da hab ich anderes erlebt. Die ganze E-Bike-Schiene ist mir ein Graus. Da fahren die Leute mit diesen Dingern rum und denken sie machen Sport. Warum sind so viele Leute zu faul, selber zu treten? Die Umwelt wird mit neuen bald kaputten Akkus belastet und die Unfallgefahr steigt wegen Pedelec-Rasern.
2. Vielen Dank für die Unterstützung
jetrock 30.08.2012
" So finden Sie das passende Elektrofahrrad " dieser Artikel hat wirklich weitergeholfen. Es gibt verschiedene Modelle und ab besten ist ausprobieren. Wenn ich den Spiegel nicht lesen würde, wäre ich echt aufgeschmissen. Wenn Sie schon auf Inhalte verzichten, dann passen Sie doch wenigstens den Titel an.
3. Die ganze Schreibenohnenachzudenken-Schiene ist mir ein Graus.
cassandros 30.08.2012
Zitat von MrGoldDa hab ich anderes erlebt. Die ganze E-Bike-Schiene ist mir ein Graus. Da fahren die Leute mit diesen Dingern rum und denken sie machen Sport. Warum sind so viele Leute zu faul, selber zu treten? Die Umwelt wird mit neuen bald kaputten Akkus belastet und die Unfallgefahr steigt wegen Pedelec-Rasern.
Es sitzen Leute vor der Glotze und denken, sie machten Sport, weil sie Sportschau gucken! Du bist noch jung, nicht? Denk mal an einen 70-Jährigen, der ein künstliches Hüftgelenk oder einen Herzschrittmacher hat! Auch solche Menschen wollen vielleicht Fahrrad fahren und sind nicht "zu faul, selber zu treten", sondern können nicht mehr richtig. Denk an Ältere, die in einer hügeligen Landschaft wohnen (Sauerland, Schwarzwald, Harz). Die kommen vielleicht einfach nach einer Radtour ohne Hilfsantrieb nicht mehr den Berg hoch.
4. Energierückgewinnung
Dersu 30.08.2012
Im Artikel fehlt ein wesentliches Argument für Antriebe in der Nabe, das allerdings im flachen Norden wenig Bedeutung hat. Nur ein Nabenantrieb erlaubt es, beim Runterfahren einen Teil der Energie zurückzugewinnen, die man beim Rauffahren verbraucht hat. Zwar ist diese Energierückgewinnung noch selten integriert, und der Wirkungsgrad relativ schlecht. Es ist aber zu erwarten, dass dies in Zukunft verbessert wird.
5.
Palimpa 30.08.2012
Zitat von MrGoldDa hab ich anderes erlebt. Die ganze E-Bike-Schiene ist mir ein Graus. Da fahren die Leute mit diesen Dingern rum und denken sie machen Sport. Warum sind so viele Leute zu faul, selber zu treten? Die Umwelt wird mit neuen bald kaputten Akkus belastet und die Unfallgefahr steigt wegen Pedelec-Rasern.
Woher wissen, dass diese Leute denken, dass sie Sport machen? Ich denke, dass jedem der bis 3 zählen kann klar ist, dass zwischen Sport und dem unterstützten Herumfahren mit E-Bikes ein Unterschied besteht. Ich habe selber zwar nicht so ein Teil aber ich denke, dass es neben den von Ihnen geschilderten Nachteilen auch einige Vorteile gibt. So werden von eher bequemen Zeitgenossen z.B. kleine Fahrten eher mit einem E-Bike durchgeführt als immer gleich mit dem Auto. Oder sie helfen älteren Menschen mobiler zu bleiben und gleichzeitig an der frischen Luft zu sein. Und sie machen es für viele Leute einfacher grössere Touren mit dem Rad zu unternehmen. Denn auch das Freizeitverhalten könnte sich ändern. Ich habe zuletzt in unserer Lokalzeitung gelesen, dass die Übernachtungen in den hiesigen Hotels in den letzten 2 Jahren gestiegen sind. Insbesondere durch Radtouristen, viele mit E-Bikes, die den Neckar-Radweg befahren. Ich kann da nichts Negatives erkennen. Ich persönlich strample noch gerne selber aber wer weiss was noch kommt. Ich sehe die Sache eher positiv.
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