Türkei, Ägypten, Tunesien Gebucht ist gebucht

Im vergangenen Jahr boten mehrere Touristikunternehmen kostenlose Umbuchungsoptionen für Länder an, in denen es zu Unruhen oder Terror gekommen war. 2016 gibt es das nicht: Die Buchung ist eine Festlegung.

Touristischer Albtraum Leerstrand
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Touristischer Albtraum Leerstrand


Anders als im Vorjahr bieten die großen Reiseveranstalter derzeit keine kostenlosen Umbuchungen für Reisen in die Türkei, nach Ägypten und Tunesien. In der vergangenen Saison hatte es entsprechende Angebote gegeben: Nach Terroranschlägen und politischen Unruhen waren die Buchungen empfindlich eingebrochen. Die Konzerne reagierten mit langfristig gesicherten Umbuchungsmöglichkeiten - eine Art Buchung mit eingebauter Absprungmöglichkeit für den Fall, dass die Lage im Zielland auch zum Zeitpunkt der Reise als wenig vertrauenerweckend empfunden würde.

So konnten die Kunden bei Alltours eine Charter-Pauschalreise bei Buchung bis 31. März 2016 bis 30 Tage vor Abreise kostenlos auf ein anderes Reiseziel umbuchen. FTI machte mit der sogenannten Sorglos-Buchen-Garantie ein ähnliches Angebot.

Solche Optionen, heißt es nun bei FTI, hätten allerdings nicht zu vermehrten Buchungen geführt. Daher werde so etwas aktuell nicht mehr angeboten. Auch Alltours bietet derzeit keine kostenlose Umbuchungsoption an.

Gegen Zahlung bekommt man, was man im Krisenfall so oder so bekommt

Thomas Cook, Neckermann Reisen und der Türkeispezialist Öger Tours hatten vor einem Jahr die sogenannte Flex-Option eingeführt, die auch weiterhin gilt. Dahinter verbirgt sich eine Art kleine Versicherung: Gegen Zahlung von 12 Euro pro Person auf Nah- und Mittelstrecken und 19 Euro auf Fernstrecken können Kunden ihre Reise bis zehn Tage vor Abflug ohne weitere Kosten umbuchen.

Alle Optionen dieser Art, die Reiseveranstalter anbieten, sind letztlich reine Beruhigungsmaßnahmen und sollen den Entschluss zu Buchungen in Regionen erleichtern, die zum Zeitpunkt der Buchung als unsicher oder politisch instabil wahrgenommen werden. Die Veranstalter setzen dabei nicht zuletzt auf das Kurzzeitgedächtnis der Kundschaft: Passiert nichts weiter in einem Land, hinterfragen die meisten Touristen die Zustände dort eher selten - Hauptsache, es herrscht Ruhe.

Kommt es in einem Land dagegen tatsächlich aktuell zu einem Terroranschlag, bieten die Veranstalter üblicherweise so oder so kurzfristig kostenlose Umbuchungen und Stornierungen von Reisen an. Diese Regel gilt dann auch innerhalb eines bestimmten Reisezeitraums nach dem Anschlag.

dpa/pat

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