Kleinkind unter Terrorverdacht: 18-monatiges Mädchen muss US-Flieger verlassen

So klein und schon bei den Terroristen? Angestellte der Airline JetBlue verwiesen in Florida ein 18-monatiges Mädchen von Bord einer Maschine nach New Jersey. Ihr Name war auf einer Liste von verdächtigen Personen der US-Sicherheitsbehörde TSA aufgetaucht.

JetBlue-Maschine: Die US-amerikanische Billigfluggesellschaft hat ihren Sitz in New York Zur Großansicht
AP

JetBlue-Maschine: Die US-amerikanische Billigfluggesellschaft hat ihren Sitz in New York

Fort Lauderdale - Einigen Angestellten der US-Fluggesellschaft JetBlue am Airport in Fort Lauderdale muss zeitweilig der gesunde Menschenverstand abhanden gekommen sein: Die Mitarbeiter der Airline forderten die Eltern eines 18 Monate alten Mädchens kurz nach dem Boarding auf, den Flieger zu verlassen, wie der US-Nachrichtensender CNN berichtete. Ihre Begründung: Der Name der kleinen Riyanna stünde als Terrorverdächtige auf einer sogenannten No-Fly-Liste der US-Sicherheitsbehörde TSA.

Die Familie wurde aus der Maschine geleitet und musste im Terminal warten, während sich JetBlue-Mitarbeiter mit Beamten der TSA trafen. "Wir fühlten uns bloßgestellt und wie eine Zirkusnummer dargeboten", sagte der Vater dem TV-Reporter.

30 Minuten später wurde den Eltern mitgeteilt, dass sie mit ihrer Tochter wieder an Bord des Flugzeuges dürfen. Eine Entschuldigung oder Erklärung der Umstände gab es zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht. Die Familie entschied sich gegen den Flug - die Rückkehr in den Flieger war ihnen nach eigener Aussage zu peinlich.

Auf Nachfrage von CNN bestritt die TSA, dass sich der Name des Kleinkindes auf der No-Fly-Liste befunden habe. Aus diesem Grund sei der Familie auch das Boarding des Fluges von Fort Lauderdale nach New Jersey überhaupt möglich gewesen.

JetBlue wies zunächst jegliche Verantwortung von sich, sprach jedoch wenig später von einem Computerfehler. Die Airline entschuldigte sich bei Riyanna und ihren Eltern. Ihre Angestellten hätten sich jedoch korrekt verhalten und seien dem Protokoll gefolgt.

dkr

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insgesamt 25 Beiträge
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1.
M. Michaelis 15.05.2012
Die Angestellten haben sich korrekt verhalten unter kompletter Umgehung höherer Hirnfunktionen gehandelt. Das Statement der Fluggesellschaft ist ja noch peinlicher als der Vorfall selbst. Angestellte die in einer solchen Situation so handeln sollten bestenfalls als Schaufensterpuppe arbeiten.
2. notwehr
Gebetsmühle 15.05.2012
Zitat von sysopSo klein und schon bei den Terroristen? Angestellte der Airline JetBlue verwiesen in Florida ein 18-monatiges Mädchen von Bord einer Maschine nach New Jersey. Ihr Name war auf einer Liste von verdächtigen Personen der US-Sicherheitsbehörde TSA aufgetaucht. Kleinkind unter Terrorverdacht: 18-monatiges Mädchen von Bord geworfen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,833262,00.html)
"der verstand abhanden gekommen"? ich finde es schon nett, wie harmlos man das formulieren kann. ich hätte nicht gezögert, "durchgeknallt" zum sagen. wie kann ein baby unter terrorverdacht stehn? wie blöd muss man sein, um sich dabei ans "protokoll" zum halten, wer auch immer ein solches protokoll des unsinns aufgestellt hat? ich bin ja schon gespannt, wie gleich wieder die "zero-tolleranz"-kämpfer hier auflaufen werden, um das auch noch zum rechtfertigen, nur weils ein amerikaner gemacht hat und die ja ach so schwer gegen den terror kämpfen müssen, den sie selbst überall auf der welt erzeugen und verbreiten. und unsereins denkt, die beamten bei uns sind realitätsfern und wissen nix vom wahren leben... aber wie sind die dann dort drüben eigentlich drauf? man kann schon froh sein, dass das baby nicht in notwehr erschossen wurde.
3. Verbesserungsvorschlag
DianaSimon 15.05.2012
Die Terroristen-Liste sollte um das Geburtsdatum ergänzt werden. Krieg' ich jetzt 'ne Prämie?
4. Bedauerlicherweise ist das heutzutage vollkommen normal
h_harz 15.05.2012
ist eigentlich noch niemandem aufgefallen, dass selbstständiges Denken und Handeln die Übernahme von Verantwortung bedeuten? Das macht heute keiner mehr, heute haben wir Prozeduren. Es ist doch viel einfacher, sich auch irgendwelche Prozeduren und Vorschriften raus zureden oder die Verantwortung auf nicht fassbare, unklare Gruppen wie "das Management", "die Politiker" oder ganz allgemein, "die da oben" abzuwälzen. Dieses Phänomenen lässt sich seit längerem beobachten und greift mehr und mehr um sich. Würde man den dafür verantwortlichen Mitarbeiter jetzt bestrafen, würde der dagegen klagen und vermutlich recht bekommen. Woher soll er schließlich wissen, dass ein 18 Monate altes Mädchen kein Terrorist sein kann? Vielleicht hat die Kleine ja eine Granate in der Windel. Traurig aber wahr....
5. Genau.
Reg Schuh 15.05.2012
Zitat von h_harzist eigentlich noch niemandem aufgefallen, dass selbstständiges Denken und Handeln die Übernahme von Verantwortung bedeuten?
Genau. Es ist davon auszugehen, daß die entsprechenden Mitarbeiter selbständiges vom Arbeitgeber gründlich aberzogen bekamen und vor allen Dingen Schiß hatten, wegen eines "Formfehlers" gekündigt zu werden.
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