"Dracheninsel" Indonesien will Touristenzahl auf Komodo reduzieren

Ein Tourist warf achtlos seine Zigarette weg und verursachte einen Waldbrand im Komodo-Nationalpark. Nun will die Regierung die Besucherzahlen des Naturparks mit den berühmten Waranen limitieren.

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Die indonesische Regierung will die Zahl der Touristen im Komodo-Nationalpark auf den Kleinen Sund-Inseln limitieren. Nachdem ein Feuer Anfang August rund zehn Hektar Land in dem Naturparadies zerstört habe, wolle man dafür sorgen, das Ökosystem des Parks wieder ins Gleichgewicht zu bringen, berichtete die "Jakarta Post".

Der Komodo-Nationalpark umfasst die drei indonesischen Inseln Komodo, Rinca und Padar sowie einige kleinere. Er wurde 1980 als Schutzgebiet für den Komodowaran gegründet. Den bis zu drei Meter großen Echsen hat Komodo auch den Spitznamen "Dracheninsel" zu verdanken. 1991 wurde der Nationalpark als Unesco-Weltnaturerbe anerkannt. In den vergangenen Jahren verzeichnete er ein steigendes Touristenaufkommen: Mehr als 10.000 Besucher kommen laut Angaben des Forst- und Landwirtschaftsministeriums monatlich.

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Komodo-Nationalpark: Paradies in Gefahr

Dies habe negative Auswirkungen auf die Umwelt, sagte der indonesische Generaldirektor für natürliche Ressourcen und Ökosysteme, Wiratno. "Die Berge von Müll, die die Touristen zurücklassen, beschädigen den Nationalpark", sagte er. Auch das Feuer am 1. August sei aller Wahrscheinlichkeit nach von einem Touristen entfacht worden, der eine brennende Zigarette achtlos weggeworfen hatte.

Die Zahl der Besucher solle daher nun halbiert werden: "Mehr als 10.000 Besucher jeden Monat ist sehr viel. Wir werden die Zahl auf 5000 begrenzen", sagte Wiratno der Zeitung zufolge. Reisende, die im kommenden Jahr den Komodo-Nationalpark besuchen wollten, müssten sich vorher online registrieren. Die Besucherzahl hätte dann eine tägliche Obergrenze.

Nichtsdestotrotz will die indonesische Regierung die Infrastruktur für Touristen auf Komodo ausbauen. Das löste Anfang der Woche heftige Proteste auf den Inseln aus, da Umweltschützer befürchten, dass der Vorstoß dem Konzept des Ökotourismus widersprechen könnte.

kry



insgesamt 2 Beiträge
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spon-41d-frm9 15.08.2018
1. 5000
Leute pro Monat ist auch noch zu viel. Das Reisen zu solchen Juwelen ist immernoch viel zu billig. Sonst würden die Menschen einfach rücksichtsvoller mit der Natur umgehen. In die eigene Louis Vuitton Tasche entsorgt ja auch keiner seine Kippe.
iffelsine 15.08.2018
2. Ja, das hat uns auch gewundert...
Dutzende unbegleitete Touris stiegen über die Warane sogar rüber, um Selfies zu machen, dabei können die recht flink werden. Unsere kleine Gruppe von rd. einem Dutzend wurde von einem Naturführer begleitet. Dieser folgte dann im Abstand von rd. 10m einem großen Waran zum Strand, wo dieser einer Gazelle wohl ins Bein gebissen hatte und die nun langsam verendete. Der Waran mußte eigentlich schon unter Verfolgungswahn leiden, wenn da nun so ein Menschentrupp ihm zur Beute folgt. Finde ich nicht gut, abgesehen davon, das der Waran bestimmt nicht teilen wollte. Aber es ist alles gut gegangen. Zukünftig verkneife ich mir solche Touren, dann muss halt der Zoo herhalten ;o)
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