Kostenloser Service: Wiener Kaffeehäuser bieten Zeitungen per W-Lan an

Die Zeitung gehört zum Wiener Kaffeehaus wie der Einspänner und das Glas Wasser. Künftig auch in digitaler Form. In sechs ehrwürdigen Cafés bietet die österreichische Nachrichtenagentur Apa 122 Zeitungen und Zeitschriften an - umsonst.

Café Sperl: Traditionelles Kaffeehaus wird modern - mit digitalem Lesestoff Zur Großansicht
dapd

Café Sperl: Traditionelles Kaffeehaus wird modern - mit digitalem Lesestoff

Wien/Hamburg - Unter glitzernden Kronleuchtern sitzen, in einer Zeitung blättern und Koffein zu sich zu nehmen - das ist Wiener Kaffeehauskultur. Und nicht nur für Touristen eine der besten Arten, sich die Zeit zu vertreiben. Jetzt rüsten sechs der traditionellen Cafés auf und bieten Magazine und Zeitungen nicht nur als Printausgabe am Stock an, sondern auch in digitaler Form - und das kostenlos. Nur ein Gerät wie Smartphone, Tablet oder Laptop müssen die Gäste dafür mitbringen.

Wer im Café Landtmann, Café Prückel, Café Hummel, Café Sperl, Café Weimar oder im Café Museum etwas bestellt, kann dann auf seinem Bildschirm unter 122 internationalen und österreichischen Medien wählen. Dafür muss sich der Leser lediglich in das W-Lan des Restaurants einloggen und den Online-Reader der Kiosk-FreeLounge öffnen, sagt Rüdiger Baumberger, Projektleiter bei dem Anbieter Apa-DeFacto, SPIEGEL ONLINE. Die Seiten der Publikation würden dann als ePaper ausgeliefert und könnten nach und nach durchgeblättert werden. Eine App müsse dafür nicht heruntergeladen werden.

In Deutschland gibt es ein vergleichbares Angebot bisher nicht. "Wir testen die Kiosk-FreeLounge zunächst für drei Monate in diesen sechs Kaffeehäusern", sagt Baumberger. Die Kosten für das Café lägen zurzeit bei 99 Euro im Monat, die Nachfrage der Gäste sei sehr gut. Apa-DeFacto ist eine Tochter der österreichischen Nachrichtenagentur Apa, die wiederum Eigentum nationaler Tageszeitungen ist. Kaffeeketten aus den USA etwa würde das Unternehmen die Möglichkeit zunächst nicht anbieten. "Zeitunglesen gehört einfach ins traditionelle Kaffeehaus", sagt der überzeugte Wiener.

In Zukunft könnten wohl auch Bahnfahrer und Flugpassagiere in Österreich auf das Angebot stoßen: Apa-DeFacto befindet sich laut Baumberger in Verhandlung mit der österreichischen Bahn ÖBB und dem Wiener Flughafen, die ihre Erste-Klasse-Passagiere in Lounges mit digitalem Lesestoff versorgen wollen. "Das Ganze soll aber den Charakter eines Lesezirkels behalten", sagt Baumberger.

abl

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Wann, o wann. ..
detleferl 22.03.2013
sprudelt der kleine Braune samt Wasser aus dem Computer des Gastes? Was bleibt dann noch von der Wiener Kaffeehauskultur übrig?
2. optional
Werner655 22.03.2013
In Thailand ist nahezu überall WLAN (Wifi) Standard. Und das für lau. Was man dann lesen will, spielt selbstredend keine Rolle. Nur in Europa scheint man noch nicht sehr weit zu sein...
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