Peking - China hat Tibet bis Ende Juli für Ausländer geschlossen. Reisebüros in Tibet erklärten, sie seien bereits am 1. Juni schriftlich über das Einreiseverbot informiert worden. In dem Schreiben sei zur Begründung auf den 60. Jahrestag der kommunistischen Herrschaft über Tibet verwiesen worden. Dieser war jedoch schon am 23. Mai, so dass das Einreiseverbot wohl eher mit dem 90. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei am 1. Juli zusammenhängt.
Die Unternehmen Tibet China Travel Service und Tibet China International Travel Service, beide mit Sitz in Lhasa in Tibet, erklärten, chinesische Reisende seien von dem Verbot nicht betroffen. "Wir mussten viele Stornierungen machen, aber wir kennen den Grund für das Verbot nicht", sagte ein Pekinger Reiseagent, "wir haben viel Geld verloren." Die Vermittler hoffen, dass die Beschränkung im August wieder aufgehoben wird - denn dann finden einige wichtige tibetische Feste statt.
Die Grenzen Tibets werden seit den gewaltsamen Protesten gegen die chinesische Regierung 2008 immer wieder für Ausländer geschlossen. Auch andere Regionen stehen unter Beobachtung: Erst im Mai hatte Peking Ausländern untersagt, im Norden der Inneren Mongolei Unruhe zu stiften. In dem Autonomen Gebiet war es zu Protesten gekommen, als ein Hirte zu Tode kam. Ausländer hätten "verborgene Motive", sagte die Sprecherin des Außenministeriums, und würden den Vorfall nutzen, um "Ärger" zu machen.
abl/dapd/Reuters
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