Kreuzfahrt-Premieren 2012: Wellness auf allen Weltmeeren

7. Teil: Mai 2012 - "Aida Mar" (Neubau)

Kreuzfahrt: Neulinge und Comebacks 2012 Fotos
Celebrity Cruises

Jedes Jahr ein neues Schiff: Das bleibt beim deutschen Marktführer Aida auch 2012 so. Die 71.000 BRZ große und 385 Millionen Euro teure "Aida Mar" entsteht wieder bei der Meyer Werft in Papenburg. Sie soll am 12. Mai 2012 beim Hamburger Hafengeburtstag getauft werden. Wie die mittlerweile acht Schwesterschiffe bietet auch dieses schwimmende Hotel Entertainment und viel Sport, für Bier-Liebhaber ist auch wieder ein eigenes Brauhaus an Bord.

Besonderes Extra des Schiffs wird einer der größten schwimmenden Wellnessbereiche der Weltmeere. Genau 6600 Quadratmeter Sonnendeck und noch einmal 2600 Quadratmeter Spa stehen ab Mai für die "Aida Mar"-Gäste bereit. In den 34 Spa-Kabinen werden auch Aromabäder und Thalassoanwendungen angeboten. Die Neue bietet in 1097 Kabinen Platz für 2174 Gäste, besitzt dazu sieben Restaurants und zwölf Bars. Die Jungfernfahrt geht über Frankreich, England und Norwegen nach Schweden, danach wird die "Aida Mar" im Mittelmeer und im Winter im Roten Meer eingesetzt.

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1. Traurige Theaterkulisse
Ylex 05.11.2011
Die Inflation des Kreuzfahrt-Tourismus scheint ungebrochen, das verstehe, wer will. In der Branche nennt man die Zielhäfen Destinationen – leider mangelt es an ihnen, die Welt ist zu klein geworden für die Vergnügungsarmada. Mehr als zwei Kreuzfahrt-Riesen gleichzeitig passen nicht nach Venedig hinein, doch sie richten schon genug an, sie lassen die einmalige Lagunenstadt zur traurigen Theaterkulisse verkommen, auf die der Gast aus 50 Metern Höhe vom Balkon seiner Superior-Juniorsuite herabschaut, und dann sagt er: „Oh my God, fascinating – isn’t it?“ Faszinierend, aber was macht die Freizeit-Fabriken auf See so unwiderstehlich ? Vielleicht das Preis-Leistungsverhältnis, der Luxus, die große weite Welt aus der Luxus-Perspektive, Jet-Set-Feeling für jedermann. Das Meer spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, es bildet den Aktionsraum und die maritime atmosphärische Basis. Für den Passagier ist der See-Tag kein Seh-Tag, der Horizont ist immer gleich weit weg und der eigene verläuft in einer Line zwischen Wellness-Oase und Bufett. Davor liegt der Pool, das eingenässte Ersatz-Meer, das sich bei rauher See regelmäßig in einen Miniatur-Tsunami verwandelt, danach muss es wieder mit Chlorwasser aufgefüllt werden. Ein Mal war ich auf einem dieser Schiffe, ein amerikanisches, 14 Tage lang, ein Mal und nie wieder, nie wieder – man könnte sich totfressen, schon nach drei Tagen buchstäblich platzen, alles ist geregelt, alle sind nett bis zum Erbrechen, alle wollen, dass man etwas kauft, dass man für Geld an irgendeinem bescheuerten Event teilnimmt, dass man sich für 28 Dollar von einer grinsenden asiatischen Schöhnheit die Fußnägel schneiden und den Fettansatz wegmassieren lässt. Abends vor dem echten Sonnenuntergang die Bühne, angestrahlt in grellen Bonbonfarben, Varieté, Frauen hopsen in engen Trikots herum, dass Opa die Augen übergehen, hysterisches Musical-Gesinge, die Künstler-Kostüme in Bonbonfarben, der Drink knallbunt, bewehrt mit einer Phalanx aus Strohhalmen, Sonnenschirmchen, Mangostückchen, Minzeblättern und gedrehten Orangenschnitzen – schmeckte auch nach Bonbons, nach ausgesprochen fiesen. Das ganze Schiff hatte etwas Bonbonhaftes, mit einem bitteren Nachgeschmack.
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