Lehren aus "Costa"-Unglück: Kreuzfahrtbranche will Schiffe sicherer machen

Besser ausgebildete Crew-Mitglieder, mehr Rettungswesten als Passagiere: Europäische Kreuzfahrtunternehmen wollen für mehr Sicherheit an Bord ihrer Schiffe sorgen. Die EU-Kommission arbeitet derzeit an neuen Gesetzen - und will aus dem Unglück der "Costa Concordia" lernen.

Havarierte "Costa Concordia": "Sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiert" Zur Großansicht
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Havarierte "Costa Concordia": "Sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiert"

Brüssel - Vorstoß für mehr Sicherheit auf Passagierschiffen: Als Konsequenz aus der Havarie der "Costa Concordia" haben europäische Kreuzfahrtunternehmen mehr Sicherheit für ihre Passagiere zugesagt. Schiffe sollen künftig mehr Rettungswesten als Passagiere an Bord haben, kündigte der europäische Branchenverband European Cruise Council am Dienstag in Brüssel an.

Die Besatzung solle außerdem besser ausgebildet werden. Der Zugang zur Brücke werde in Krisensituationen nur noch ausgewähltem Personal erlaubt sein. "Wir müssen sicherstellen, dass so etwas niemals wieder passiert", sagte der Verbandsvorsitzende Manfredi Lefebvre d'Ovidio.

Am 13. Januar war die "Costa Concordia" in der Nähe der italienischen Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord gekentert. Bislang sind 30 Opfer geborgen worden, darunter 12 Deutsche. Zwei Menschen werden noch vermisst.

Nach einem Treffen am Dienstag in Brüssel kündigte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas bis Ende 2012 neue Regeln für die Sicherheit von Passagieren in Europa an. Noch in diesem Jahr will die Kommission neue Vorschläge bei Binnenschiffen ohne Stahlrumpf vorlegen. Das beträfe zum Beispiel Segler oder historische Schiffe.

Die Arbeiten an dem Konzept reichen ihm zufolge bis ins Jahr 2010, zurück, also in die Zeit vor dem Unglück der "Costa Concordia", die im Januar vor der Toskana-Insel Giglio havariert war. Kallas warte jedoch noch die Ergebnisse der Untersuchung zum Unfall ab. Beispielsweise könnten künftig im Schiffsbau andere Materialien vorgeschrieben werden. Auf jeden Fall will die Behörde die Regeln für Fahrgastfähren überholen. Hier gehe es vor allem darum, die Fähren nach Beschädigungen stabil zu halten.

"Es gibt immer Lehren, die wir aus solchen Desastern ziehen müssen." Jedes Jahr machten sechs Millionen Europäer Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. "Es gab nun den Unfall der Costa Concordia, aber generell sind diese Schiffe sehr verlässlich, was die Sicherheit angeht", sagte Kallas.

jus/dpa/AFP

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1.
Moewi 24.04.2012
---Zitat--- Der Zugang zur Brücke werde in Krisensituationen nur noch ausgewähltem Personal erlaubt sein. ---Zitatende--- Hmmm, wenn man es schon VORHER so handhaben würde, käme es vielleicht seltener überhaupt zu "Krisenzeiten"...
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