Küssen verboten Grab von Oscar Wilde erhält Lippenstift-Schutz

Eine Glaswand soll das Grab von Oscar Wilde in Paris künftig vor Kuss-Attacken schützen. Denn das beliebte Ritual, hier einen Lippenstift-Abdruck zu hinterlassen, hatte den Stein beschädigt. Jetzt wurde die Gedenkstätte komplett restauriert.

REUTERS

Paris - Leidenschaftliche Verehrerinnen des irischen Schriftstellers Oscar Wilde haben seit Mittwoch Kussverbot an seinem Grab. Zwei Meter hohe Glasscheiben sollen auf dem Pariser Promi-Friedhof Père Lachaise verhindern, dass sein Grabmal weiter mit roten Lippenstift-Abdrücken verziert wird.

Das Fett des Lippenstifts hatte das unter Denkmalschutz stehende Monument, das eine geflügelte Sphinx zeigt, arg in Mitleidenschaft gezogen. Zum 111. Todestag Wildes ("Das Bildnis des Dorian Gray") am Mittwoch war das Grabmal aufwendig gereinigt worden, auch Graffiti-Bemalungen wurden entfernt. Das Kuss-Ritual war Ende der neunziger Jahre als Ausdruck der Verehrung für den Schriftsteller und Dandy aufgekommen. Jetzt müssen sich die Knutsch-Pilger ein neues Zielobjekt suchen: Schon wurden einige Kuss-Abdrücke an einem nahen Baum entdeckt.

Der Schauspieler Rupert Everett und Wilde-Enkel Merlin Holland waren bei der Einweihungsfeier des restaurierten Grabes dabei. Holland sprach davon, dass er die Säuberungsaktion mit gemischten Gefühlen sehe: "Die Graffiti waren ein Ausdruck der Liebe", sagte er.

Wilde war im Alter von 46 Jahren verarmt in einem Pariser Hotel gestorben. Sein Grab liegt nicht weit entfernt von der Ruhestätte des Doors-Sängers Jim Morrison, die besonders viele Besucher anzieht. Auch dort gab es immer wieder Probleme mit Vandalismus.

sto/dpa/AFP



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