Kurzreisen: Deutsche wollen über Weihnachten weg

Immer mehr Menschen zieht es hierzulande über die Feiertage in den Urlaub. Grund für den Sinneswandel ist die gute Konjunktur: Die Deutschen wollen sich wieder was gönnen. Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot.

Trier - Den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer lassen immer mehr Menschen über die Feiertage allein zu Hause. Die Deutschen zieht es in den Urlaub; sie wollen Skifahren und Wandern, anstatt zu Hause im kleinen Kreis zu sitzen und andächtig zu feiern. Der Grund für den Sinneswandel: die gute Konjunktur.

Die bayerischen Alpen: Beliebtes Urlaubsziel über die Feiertage
Getty Images

Die bayerischen Alpen: Beliebtes Urlaubsziel über die Feiertage

Nach Jahren des Sparens wollten sich immer mehr Deutsche zu Weihnachten etwas gönnen, sagt der Geschäftsführer des Europäischen Tourismus Instituts an der Universität Trier, Heinz-Dieter Quack: "Jetzt denken die Leute zunehmend, wir haben genug gespart, wir können uns wieder was leisten." Dieses Jahr habe es deswegen einen "signifikanten" Anstieg bei Hotel - und Reisebüroanfragen gegeben. Vergangenes Jahr verreisten rund acht Prozent der Deutschen über die Feiertage.

Doch die Reiselust bringt auch ungeahnte Probleme mit sich: Es gibt nicht genügend Angebote, um die Nachfrage zu decken. Gerade mehrtätige Kurzreisen sind beliebt, doch die meisten Buchungen sind auf mindestens eine Woche ausgerichtet. "Das Problem ist, dass sich viele Anbieter noch nicht auf Kurzreisen zu Weihnachten eingestellt haben", sagt Quack. "Ich behaupte, dass die touristische Nachfrage über Weihnachten und Silvester signifikant höher sein könnte, gäbe es flexiblere Angebote bei den Leistungsträgern."

Die begehrtesten Reiseziele sind die deutschen Mittelgebirge, die Alpen und andere Regionen, in denen es schneit. Auch kurze Flugreisen nach Mailand, London oder Berlin sind beliebt. Und es gibt eine laut Quack "kleine hartnäckige Gruppe von Leuten", die dem deutschem Weihnachtstrubel jedes Jahr in die Karibik entflieht. Umgekehrt entscheiden sich die Menschen, die zu Hause bleiben, ganz bewusst für den Rückzug aus dem hektischen Alltag. "Das sind ein paar Tage im Jahr, an denen man aussteigt - quasi mehrere Sonntage am Stück", resümiert der Tourismusforscher. Die Menschen tendierten dazu, "die Besinnlichkeit des Weihnachtsfestes bewusst zu genießen".

pha/dpa

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