Landung im Lärmschutzwall Bruchlandung verursacht Millionenschaden

Turbulente Landung: Eine Regionalmaschine ist auf dem Flughafen Mannheim in einen Lärmschutzwall gerast. Fünf Insassen wurden leicht verletzt, an der Maschine entstand erheblicher Schaden. Flugsicherheitsbehörden und Kripo ermitteln.


Mannheim - Dramatische Momente für Besatzung und Passagiere der Dornier 328 aus Berlin-Tempelhof: Bei der Landung am Mittwochabend kam die Regionalmaschine von der Landebahn ab und rauschte am Ende der Piste in einen Lärmschutzwall. Der linke Propeller brach ab, die Tragfläche und das Fahrwerk wurden beschädigt. Für die Insassen verlief die Landung glimpflich: Alle konnten das Flugzeug über die Bordtreppe verlassen. Nach Angaben der Polizei sind fünf der 24 Passagiere leicht verletzt worden, einige von ihnen mussten ambulant behandelt werden.

An der neun Jahre alten Maschine entstand nach Polizeiangaben ein Schaden in Millionenhöhe. Die Maschine vom Typ Dornier 328 soll einen Wert von bis zu rund zehn Millionen Euro gehabt haben.

Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) aus Braunschweig haben mit den Ermittlungen begonnen. Ein Ergebnis werde vermutlich erst in einigen Wochen vorliegen, erklärte Cord Schellenberg, Sprecher der Cirrus Airlines. Zu Spekulationen, wonach die Maschine sehr spät aufgesetzt und anschließend stark abgebremst haben soll, nahm er keine Stellung. Zunächst war in Agenturberichten auch von einem Bremsversagen die Rede gewesen. Die Ursache sei jedoch unklar, betont die Polizei

Das zweimotorige Flugzeug wurde am Donnerstag vormittag abtransportiert. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) aus Braunschweig sollen die Maschine unter die Lupe nehmen, teilte die Polizei mit. In die Untersuchungen zur Unglücksursache ist auch die Staatsanwaltschaft Mannheim eingeschaltet. Ein routinemäßiger Alkoholtest bei dem 47-jährigen Piloten und seinem 28-jährigen Co- Piloten verlief laut Polizei negativ.

Der Flugverkehr auf dem Airport Mannheim wurde am Donnerstag wieder aufgenommen. Nach dem Unfall war der Betrieb sofort gestoppt worden. Die Flüge wurden nach Frankfurt und Saarbrücken umgeleitet.

Erst vor knapp zwei Wochen war es auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel zu einem spektakulären Zwischenfall gekommen, als ein Lufthansa-Airbus während des Sturmtiefs "Emma" die Landebahn mit einer Tragfläche touchierte.

reh/dpa/AP/ddp



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