Las Vegas: Duell der Riesenrad-Giganten

Höher, spektakulärer, schneller: In Las Vegas liefern sich zwei Unternehmer einen Wettstreit um den Bau gigantischer Riesenräder. Während einer von ihnen mit Höhe protzt, legte sein Konkurrent schon mal den Grundstein für sein Projekt - trotz mangelnder Finanzierung.

Riesen-Riesenräder: Wettstreit in Las Vegas Fotos
AP / Compass

München - Betongießen als Werbemaßnahme: In Las Vegas hat ein Unternehmen damit begonnen, das Fundament für das größte Riesenrad der westlichen Hemisphäre zu legen. Das SkyVue mit einer Höhe von 152 Metern soll ab dem 4. Juli 2013 Besuchern einen Blick über die Dächer der Spielerstadt ermöglichen. Allein die Finanzierung der neuen Touristenattraktion ist noch nicht sicher.

Das Fahrgeschäft soll Teil eines neuen Vergnügungsparks mit Einkaufszentrum werden und vom Las Vegas Strip einen "einzigartigen Ausblick auf die Stadt" bieten, heißt es aus dem Planungsbüro des Bauunternehmers Howard Bulloch. In den 32 Gondeln des Riesenrads sollen jeweils 24 Personen Platz finden. Die Fahrt soll rund 30 Minuten dauern.

Die Kosten für den Bau des Komplexes werden amerikanischen Medien zufolge rund 210 Millionen US-Dollar betragen (umgerechnet rund 160 Millionen Euro). Noch ist nicht das gesamte Projekt bezahlt, doch das hielt Bulloch nicht davon ab, schon mal die Fundamente gegenüber vom Mandalay Bay Hotel zu gießen.

Während der Geschäftsmann laut der amerikanischen Zeitung "Las Vegas Sun" bereits eine Grube aushob und mehr als hundert Lastwagen mit Zement kommen ließ, plant ein anderes Unternehmen das höchste Riesenrad der Welt - in derselben Stadt: 168 Meter hoch soll der Las Vegas High Roller werden.

Das Unternehmen Caesars Entertainment will mit seinem Projekt alle anderen Riesenräder auf der ganzen Welt übertrumpfen: den Singapore Flyer (165 Meter Höhe), den Star of Nanchang in China (160 Meter), das SkyVue-Riesenrad mit seinen geplanten 152 Metern Höhe - und das London Eye in England (135 Meter). In die Quere kommen könnte den Planern allerdings ein Investor aus Russland: Er will in Moskau ein 220 Meter hohes Riesenrad bauen.

SkyVue-Chef Bulloch zeigt sich wenig besorgt, dass das Konkurrenzgeschäft höher sein wird als seines - er protzte bereits mit dem angeblich besseren Ausblick: "Während das andere Riesenrad hinter den Hotels liegen wird, wird unser Projekt eine Sicht auf den ganzen Strip bieten", sagte er dem Nachrichtensender MSNBC. "Und in ein Aussichtsriesenrad setzt man sich schließlich wegen der Aussicht."

Wie aussichtsreich sein Projekt ist, wird sich noch zeigen. Woher das Geld dafür kommt, kläre sich gerade, sagte Bulloch dem Online-Magazin "Las Vegas Review Journal". Er habe mit dem Bau begonnen, weil er sich sicher sei, dass er eine Finanzierung für das Riesenrad bekommen werde. Die Baustellenfotos sollen ihm dabei helfen: So könne er nicht nur eine Zeichnung von seinem gigantischen Riesenrad präsentieren, "sondern ein echtes Bild".

jus/dpa

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