Lawinen in Frankreich 3000 Skiurlauber übernachteten in Notherbergen

Ungewöhnlich viel Schnee hat der Sonntag auch den französischen Alpen beschert. Da Lawinen Tausenden Skifahrern den Weg zu ihren Unterkünften versperrten, mussten sie die Nacht in Notunterkünften verbringen. In der Schweiz kam eine Wintersportlerin ums Leben.


Grenoble - Die starken Schneefälle in den Alpen haben Tausenden von Skiurlaubern in Frankreich unbequeme Nächte eingebracht. Am Sonntag versperrten Schneeabgänge mehr als 3000 Touristen den Weg zu den Skistationen. In Val d'Isére, Tignes, Bourg-Saint-Maurice und Moutiers richteten die Gemeinden im Tal Unterkünfte für die Urlauber ein. In Bourg-Saint-Maurice hatten bereits in der Nacht zum Sonntag 2500 Menschen im Festsaal der Gemeinde ausharren müssen.

Auch die Schweiz versank am Wochenende bei fast 30 Stunden Dauerschneefall im Chaos. In der Ostschweiz fiel seit Messbeginn vor 75 Jahren noch nie so viel Schnee binnen 24 Stunden. Im Waadtland wurde eine Schneeschuh-Läuferin von einer Lawine getötet. Ausländische Lastwagen mit Sommerreifen, aber auch andere Fahrzeuge blieben am Samstag auf den beiden Transit-Autobahn A1 und A2 stecken. Hunderte Autofahrer, darunter viele Touristen, mussten in den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn in Notunterkünften übernachten.

In den Alpen mussten mehrere Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt werden, das Wallis war nur noch vom Genfer See und von Süden her erreichbar. Für einige Regionen rief das Davoser Lawineninstitut erstmals seit zwei Jahren die höchste Alarmstufe aus. Drei Snowboarder lösten am Samstag abseits der Pisten in Churwalden ein Schneebrett aus und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Österreich: Deutscher von Lawine verschüttet

In Österreich fiel mit rund 25 Zentimetern etwas weniger Schnee, doch kam es auch hier zu zahlreichen Unfällen, Verkehrsbehinderungen und Straßensperren, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Einen schweren Unfall erlitt ein 37-jähriger Deutscher auf der Loferer Alm-Straße. Als er Schneeketten aufziehen wollte, geriet sein Wagen ins Rutschen. Der Mann wurde zwischen dem Auto und einer Schneewand eingeklemmt und brach sich ein Bein.

Bei Warth wurde ein 49-jähriger Deutscher von einer Lawine erfasst und einen halben Meter tief verschüttet. Der bereits Bewusstlose konnte schnell ausgegraben werden. Zwei zufällig anwesende Ärzte aus Belgien sowie die Pistenrettung reanimierten den Mann bis zum Eintreffen des Notarzthubschraubers.

abl/AP



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