Rekord-Stunt: Nik Wallenda überquert Canyon auf Hochseil

Von , New York

Weltrekord 457 Meter über dem Abgrund: Extrembalancierer Nik Wallenda hat einen Seitenarm des Grand Canyon auf einem Hochseil überquert - ohne Sicherung. Nur ein fünf Zentimeter dickes Drahtseil war zwischen dem dreifachen Familienvater und dem Grund der Schlucht.

Grand Canyon: Drahtseilakt über dem Abgrund Fotos
AP/ Discovery Channel

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Es waren nervenzerreißende 22 Minuten und 54 Sekunden: Extrembalancierer Nik Wallenda hat als erster Mensch einen Seitenarm des Grand Canyon auf einem fünf Zentimeter dicken Drahtseil überquert - 457 Meter über dem Abgrund. Bei dem schwindelerregenden Spaziergang über die 426 Meter breite Schlucht hatte Wallenda mit teils heftigen Winden zu kämpfen. Er war nicht gesichert und hatte nur einen Balancestab dabei.

Der lebensgefährliche Drahtseilakt wurde live im US-Fernsehsender Discovery übertragen - mit zehn Sekunden Verzögerung für den Fall, dass es zu einem Unglück käme. Wallenda war spürbar nervös und oft über Mikrofon zu hören, wie er betete: "Danke, Gott, danke, Jesus." Kurz bevor er am anderen Ende ankam, kniete er auf dem Seil nieder und hob einen Daumen. Die letzten Meter legte er im Laufschritt zurück, anschließend küsste er den staubigen Wüstenboden.

Die Schlucht über dem Little Colorado River ist für gefährliche Auf- und Seitenwinde bekannt. Für den Extremstunt hatte der 34-Jährige in seinem Heimatstaat Florida monatelang trainiert. Künstlich erzeugte Böen von Windmaschinen und ein heftiger, realer Tropensturm wurden genutzt, um schwierigste Bedingungen zu simulieren.

Mit dem gefährlichen Drahtseilakt wollte Wallenda auch seinen Urgroßvater Karl Wallenda ehren, einen deutschen Zirkusakrobaten, der 1978 beim Versuch, in Puerto Rico zwischen zwei Hoteltürmen zu balancieren, zu Tode stürzte.

Nik Wallenda beteuerte vor dem Stunt indes, er sei weder verrückt noch lebensmüde. Er hat bereits sieben Weltrekorde aufgestellt, darunter den längsten Lauf über einen Wasserfall. Im Juni 2012 überquerte er auf einem dünnen Seil die Niagarafälle an ihrer gefährlichsten Stelle, direkt über den kanadischen Horseshoe Falls. Die rund 550 Meter zwischen der US- und der kanadischen Seite legte er in 25 Minuten zurück - allerdings hatte der übetragende Sender ABC damals auf einen Sicherheitsgurt bestanden.

Nik gehört zur bereits siebten Generation der Artistenfamilie "Flying Wallendas". Seine Frau, eine Artistin wie er, sowie die drei gemeinsamen Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren unterstützen seine Rekordversuche.

Am Ende der Übertragung kündigte Wallenda an, als nächstes wolle er über ein Seil zwischen zwei New Yorker Wolkenkratzern balancieren. Der Hochseilartist Philippe Petit war 1974 zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers balanciert. Auch Petit hatte den Grand Canyon avisiert, das Projekt aber abgebrochen.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. mir wird schlecht ...
zorngibel 24.06.2013
bei dem Gedanken, dass so etwas auch noch von Fernsehsendern unterstützt wird. Nur gut, dass der Mann von seinen drei Kindern "unterstützt" wird. SPON hat sich ja sicher davon überzeugt.
2. So ein Unsinn, da werden Menschen
hekul 24.06.2013
dafür beklatscht ihr Leben zu riskieren!
3. 450 Meter vergessen?
egbertmanns 24.06.2013
Der zweite Satz des Vorspanns ist nicht Ihr Ernst! "Nur ein fünf Zentimeter dickes Drahtseil war zwischen dem dreifachen Familienvater und dem Grund der Schlucht."
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