Milliardenprojekt Chinesen planen Freizeitpark in Tibet

In Lhasa soll ein 800 Hektar großer Freizeitpark reichlich Touristen nach Tibet locken. Ob auch ausländische Reisende in den Genuss kommen sollen, ist unklar - sie dürfen zurzeit die autonome Region nicht betreten.

Potala-Palast in Lhasa: Sehenswürdigkeit in Tibet
DPA

Potala-Palast in Lhasa: Sehenswürdigkeit in Tibet


Lhasa - Die chinesische Regierung hat laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhau hochtrabende touristische Pläne für Tibet: Mehr als 3,8 Milliarden Euro sollen in einen neuen Freizeitpark in Lhasa, der Hauptstadt der autonomen Region, investiert werden. Das Projekt soll in den kommenden drei bis fünf Jahren realisiert werden.

Der Freizeitpark wird an die Geschichte der chinesischen Prinzessin Wincheng angelehnt sein, die einst einen tibetanischen König heiratete und zum Symbol der Freundschaft beider Völker wurde. Nach Angaben von Xinhau ist geplant, die traditionelle Medizin und Kunst der Tibeter den Touristen näherzubringen. Das ganze Bauvorhaben soll 800 Hektar umfassen und nahe der Innenstadt liegen.

Das Projekt ist nicht das einzige, das den Tourismus in der Region fördern soll. Erst vor wenigen Wochen hatte Xinhau verkündet, dass für knapp 50 Millionen Euro 22 Modelldörfer im Südostens Tibet gebaut werden sollen, um die touristische Infrastruktur zu verbessern.

Ausländischen Besucher wird derzeit die Einreise nach Tibet verweigert. Sie nehmen jedoch auch nur einen geringen Teil der Urlauber ein. Dafür boomt das Geschäft auf dem chinesischen Markt. Laut Xinhau stiegt die Zahl der Touristen in den ersten fünf Monaten 2012 um über 25 Prozent auf knapp 1,45 Millionen - nur rund 30.000 Besucher stammten aus dem Ausland. Tibet rechnet in diesem Jahr mit 10 Millionen Touristen und damit verbundenen Einnahmen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro.

dkr



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
richsorge 09.07.2012
1. Bitte nicht schlagen!
Schöne Rechercheleistung: In dem Artikel mit sage und schreibe vier Absätzen wurde die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua sage und schreibe viermal unter der falschen Bezeichnung Xinhau wiedergegeben. das *hau*t 'rein!
chico 76 09.07.2012
2. Hoffentlich
finden dort auch Mönche eine Arbeit. Besser als betteln allemal.
manuelbaghorn 09.07.2012
3. Assimilation im Eiltempo
Was China mit dieser Aktion bezweckt ist klar. Es sollen möglichst viele Chinesen nach Tibet kommen um die dortige Kultur so sehr zu unterwandern bis nichts mehr davon übrig ist. Dann, so wohl die Hoffnung, kommt auch niemand mehr auf die Idee, gegen die chinesischen Besatzer auf die Straße zu gehen...
tom 09.07.2012
4. ....immer nur negativ!
zitat:" hoffentlich finden dort auch Mönche eine Arbeit. Besser als betteln allemal." ein mönch geht gerade ins kloster, um nicht arbeiten zu brauchen, denn nur so kann er sich seinem hauptziel widmen; ausbruch aus dem samsara, dem ewigen kreis der wiedergeburten! laut buddha ist das aber für einen arbeitenden, von alltagssorgen geprägten menschen nicht möglich, sondern nur durch intensives meditieren! in südostasien versorgen sich die mönche fast ausschließlich durch bettelgänge, in tibet sorgen die angehörigen für das wohl des mönches, weiterhin wird das kloster durch spenden finanziert. sollten die mönche am freizeitpark wirklich mitarbeiten, dann wohl nur durch zwangsarbeit und das haben sie tendeziell wohl eher nicht gemeint! reisen bildet!!!! chinesen habe allgemein viele (negative) vorurteile tibetern gegenüber, ein freizeitpark könnte eher zum besseren verständnis von kultur und tradition beitragen, oder? am besten ist es, einmal hinzufahren!
Cotti 09.07.2012
5.
Zitat von chico 76finden dort auch Mönche eine Arbeit. Besser als betteln allemal.
Die werden Teil der Inszenierung - alles nur Folklore.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.